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Kommentar China scheint fein raus

14.07.2011 ·  Während die Vereinigten Staaten gegen die Zahlungsunfähigkeit kämpfen und die EU in der Schuldenmisere weder ein noch aus weiß, strotzt die Volksrepublik vor Kraft. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille.

Von Christian Geinitz
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China ist fein raus. So scheint es jedenfalls. Während die Vereinigten Staaten gegen die Zahlungsunfähigkeit kämpfen und die EU in der Schuldenmisere weder ein noch aus weiß, strotzt die Volksrepublik vor Kraft. Trotz der Verschärfung der Geldpolitik wächst die Wirtschaft so stark wie nirgendwo sonst. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille.

Auf der anderen steht, dass der Aufschwung teuer erkauft ist. Die Konjunkturpolitik des billigen Geldes, einer unterbewerteten Währung und riesiger staatlicher Infrastrukturausgaben hat die Verbraucherpreise befeuert, die Immobilienwirtschaft aufgebläht, Überkapazitäten geschaffen, die Gemeinden in die Überschuldung getrieben, faule Kredite angehäuft.

Gefährlich wird es, wenn diese internen Risiken mit externen zusammenfallen. Diese Gefahr ist gegeben, wenn Amerika und Europa nicht aus der Krise finden. Die beiden Regionen sind Chinas wichtigste Handelspartner, Peking ist der größte Gläubiger Washingtons. Das Land hat kein Interesse an einer Eskalation im Westen, weshalb der Ankauf von Euro-Anleihen nicht altruistisch motiviert ist, sondern ureigenen Interessen entspringt. Ein sicherer Hafen ist nicht viel wert, wenn ihn keine Schiffe anfahren.

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Jahrgang 1968, Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Peking.

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