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Kommentar : Börse, Poker, Profit

Börsenchef Carsten Kengeter hat am Donnerstag die nächste Gelegenheit verpasst, zu den Ermittlungen gegen ihn Stellung zu nehmen. Keine gute Grundlage für eine fusionierte Börse.

          Für einen Pokerspieler ist der gekonnte Bluff die Königsdisziplin. Im Fall der geplanten Fusion von Deutscher und Londoner Börse wird die Sache aber arg weit getrieben. Die nächste Gelegenheit, der Öffentlichkeit reinen Wein einzuschenken, wurde auf der Bilanzpressekonferenz der in öffentlich-rechtlichem Auftrag tätigen Börse verpasst.

          Börsenchef Kengeter sagte nichts zu dem harten Vorwurf des Insiderhandels und wieder nichts zur Fusion. Er pokert hoch und viele mit der Fusion Befasste, die Aktionäre und auch die Politiker fühlen sich von ihm geblufft. Das ist keine gute Grundlage für eine fusionierte Börse, die er aus London heraus führen will. Denn dazu müsste die hessische Börsenaufsicht ihm vertrauen können. Schließlich muss sie eine gute Entwicklung für den Finanzplatz Frankfurt sichergestellt wissen.

          Stattdessen wird immer deutlicher, dass der ehemalige Investmentbanker für sich auf jeden Fall einen Schnitt macht. Das extreme Vergütungspaket, das ihm der Aufsichtsratsvorsitzende Faber schnürte, brachte ihm den Insiderhandelsverdacht ein, aber eben auch die Chance auf einen sehr hohen zweistelligen Millionenprofit extra, wenn sich die Börsenaktie in den nächsten Jahren gut entwickelt.

          Daniel Mohr

          Redakteur in der Wirtschaft.

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          Quelle: F.A.Z.

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