http://www.faz.net/-gqe-8uypr

Kommentar : Börse, Poker, Profit

Börsenchef Carsten Kengeter hat am Donnerstag die nächste Gelegenheit verpasst, zu den Ermittlungen gegen ihn Stellung zu nehmen. Keine gute Grundlage für eine fusionierte Börse.

          Für einen Pokerspieler ist der gekonnte Bluff die Königsdisziplin. Im Fall der geplanten Fusion von Deutscher und Londoner Börse wird die Sache aber arg weit getrieben. Die nächste Gelegenheit, der Öffentlichkeit reinen Wein einzuschenken, wurde auf der Bilanzpressekonferenz der in öffentlich-rechtlichem Auftrag tätigen Börse verpasst.

          Börsenchef Kengeter sagte nichts zu dem harten Vorwurf des Insiderhandels und wieder nichts zur Fusion. Er pokert hoch und viele mit der Fusion Befasste, die Aktionäre und auch die Politiker fühlen sich von ihm geblufft. Das ist keine gute Grundlage für eine fusionierte Börse, die er aus London heraus führen will. Denn dazu müsste die hessische Börsenaufsicht ihm vertrauen können. Schließlich muss sie eine gute Entwicklung für den Finanzplatz Frankfurt sichergestellt wissen.

          Stattdessen wird immer deutlicher, dass der ehemalige Investmentbanker für sich auf jeden Fall einen Schnitt macht. Das extreme Vergütungspaket, das ihm der Aufsichtsratsvorsitzende Faber schnürte, brachte ihm den Insiderhandelsverdacht ein, aber eben auch die Chance auf einen sehr hohen zweistelligen Millionenprofit extra, wenn sich die Börsenaktie in den nächsten Jahren gut entwickelt.

          Daniel Mohr

          Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Woche.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Rolling Stones rocken London Video-Seite öffnen

          Begeisterte Massen : Rolling Stones rocken London

          Es ist zwar „nur Rock ´n Roll“ - aber kaum einer bringt den so rüber, wie die Rolling Stones. Im London Stadium zeigten die Stones eindrucksvoll, dass man auch nach mehr als 50-Jahren Bühnengeschichte immer noch die Massen begeistern kann.

          Nächster Anschlag in Afghanistan Video-Seite öffnen

          Mindestens 16 Tote : Nächster Anschlag in Afghanistan

          Von offizieller Seite heißt es, ein mit Sprengstoff beladener Kleinbus sei auf dem Hof einer Werkstatt von Mechanikern im afghanischen Kandahar entdeckt worden. Er sei explodiert, bevor die Bombe entschärft werden konnte.

          Topmeldungen

          Reaktion auf Bamf-Skandal : Seehofers Brandschneise

          Der Bundesinnenminister setzt ein Zeichen, um vom Bamf-Skandal nicht erfasst zu werden. Doch nicht nur im Willkommensmilieu Bremens ist die konsequente Abschiebung eher die Ausnahme als die Regel. Ein Kommentar.

          Treffen zwischen Trump und Kim : Weltklasse-Pokerspieler unter sich

          Vor dem geplanten Gipfeltreffen von Trump und Kim werden Bedingungen gestellt, Erwartungen formuliert und Drohungen ausgesprochen. Dabei spielt auch China eine wichtige Rolle.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.