rit. Der bei Daimler-Chrysler in Ungnade gefallene Wolfgang Bernhard arbeitet künftig für Volkswagen. Rein fachlich betrachtet, ist das eine gute Nachricht für VW. Bernhard gilt als eines der größten Talente in der deutschen Automobilindustrie. Nicht umsonst ist der frühere McKinsey-Berater bei Daimler binnen weniger Jahre fast ganz nach oben gekommen. Bei der Sanierung des großen Problemkindes Chrysler war Bernhard die treibende Kraft. Er hat die Kosten kräftig gesenkt und damit die Grundlage für die Ertragswende in Amerika geschaffen. Diese Erfahrung kann der arg schwächelnde Volkswagen-Konzern gut gebrauchen. Trotzdem muß Bernhard fortan etwas diplomatischer agieren und so zumindest den Eindruck vermitteln, künftig etwas behutsamer vorzugehen. Bei Mercedes-Benz ist der selbstbewußte Manager nicht zuletzt am Widerstand der Belegschaft gescheitert. In Wolfsburg haben Betriebsrat und Gewerkschaft traditionell noch mehr Einfluß als in Stuttgart. Markige Worte sollte sich Bernhard also tunlichst verkneifen. In der Sache ist indes Härte gefragt. Die große Stammarke VW, für die Bernhard künftig zuständig ist, verdient kaum noch Geld und droht unter der Kostenlast zu ersticken. Von außen kommend, kann sich Bernhard mutiger und kraftvoller daranmachen, frischen Wind in den zuweilen als "Beamtenladen" verschrieenen Konzern zu bringen.