http://www.faz.net/-gqe-789qn
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 09.04.2013, 18:07 Uhr

Kommentar Arme Deutsche

Es sind unglaubliche Fakten: Gemessen am mittleren Haushaltsvermögen liegt Deutschland nicht irgendwo im Mittelfeld, sondern ganz unten. Die veröffentlichte Meinung zeichnet stets das gegenteilige Bild. Warum?

von
© F.A.Z. Vermögensverteilung im Euroraum

Die EZB hat die brisanten Daten zur Vermögensverteilung der Euro-Europäer lange zurückgehalten. Nachdem sich der Eindruck verfestigt hat, Zypern habe sich ohne Einsatz von 10 Milliarden Steuergeld aus anderen Ländern durch Zugriff auf große Bankeinlagen quasi selbst „gerettet“, lässt die EZB die Bombe platzen. Die Zyprer sind mit 267.000 Euro nach Luxemburgern und vor Maltesern die zweitreichsten Europäer.

Holger Steltzner Folgen:

Der Versuch der EZB, die erstmals von amtlicher Seite erhobene Vermögensverteilung zu relativieren, ändert nichts an den unglaublichen Fakten. Gemessen am mittleren Haushaltsvermögen (Median) liegt Deutschland nicht irgendwo im Mittelfeld, sondern ganz unten. Mit 51.000 Euro sind Deutsche sogar die ärmsten Europäer; sie sind halb so reich wie die Griechen. Zusammen mit den nicht ganz so armen Slowaken, Österreichern und Finnen haften sie in unvorstellbarem Ausmaß für Staatsschulden Südeuropas, in denen die Privathaushalte viel reicher sind.

Die politische Wahrnehmung und die veröffentlichte Meinung zeichnen stets das gegenteilige Bild. Warum? Wieso sind die Vermögen der Europäer in Brüssel tabu? Ist es politisch schon unkorrekt, dies zu fragen?

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Die billige Milch

Von Jan Grossarth

Keiner hat die Absicht, zehntausende Bauern in den Ruin zu treiben. Und doch geschieht es. Mehr 11 34


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

IWF-Ausblick Warum die Ungleichheit in Asien steigt

Die Ungleichheit der Einkommen steigt in Asien schneller und ist größer als im Rest der Welt. Das analysiert der Internationale Währungsfonds. Ist das ein Problem? Mehr Von Patrick Welter, Tokio 6 13

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“