Die Arbeitsmarkdaten für den September lesen sich auf der ersten Blick immer noch erfreulich. Doch sollte sich niemand von dem gemeldeten Rückgang der Erwerbslosenzahl um 117.000 auf 2,79 Millionen in trügerischer Sicherheit wiegen lassen.
Denn das satte Minus beruht auf einer saisonalen Besonderheit: Im Frühsommer melden sich regelmäßig viele junge Leute vorübergehend arbeitslos und mit Beginn von Studium oder Ausbildung wird die Bilanz um diese Gruppe wieder bereinigt. Dieser Effekt zeichnet sich im September besonders stark ab – allerdings, und das lässt zum ersten Mal aufhorchen, in diesem Jahr weniger ausgeprägt als in der Vergangenheit üblich.
Aus dem deutlichen Rückgang der Arbeistlosigkeit wird ein leichter Anstieg
Zudem liegt die Personalpolitik in vielen Unternehmen während der Sommermonate auf Eis. Geplante Neueinstellungen werden im Herbst nachgeholt. Deshalb lohnt sich der Blick auf die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl, welche diese jahreszeitlichen Sondereffekte herauszurechnen versucht. Und flugs wird aus dem deutlichen Rückgang ein leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit.
Zwar stellen 9000 Personen noch keinen dramatischen Einbruch dar. Die Zahl vermittelt jedoch einen Eindruck davon, wohin die Entwicklung in den kommenden Monaten wohl gehen wird. Denn die sinkende Auslandsnachfrage macht gerade der exportorientierten Industrie in Deutschland immer mehr zu schaffen. Der Aufmarsch der Automobilhersteller vor der Berliner Politik spricht Bände.
Längst werden in vielen Personaletagen der Republik die Szenarien für Kurzarbeit durchgerechnet. Noch ist die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland erfreulich hoch. Deshalb verbietet sich beschäftigungspolitische Schwarzmalerei zu diesem Zeitpunkt. Doch eines ist auch klar: Nach einem in Europa beispiellosen Aufschwung in den vergangenen Jahren stehen dem deutschen Arbeitsmarkt nun ungleich schwierigere Zeiten bevor.
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