16.02.2010 · Der U-Bahn-Bau in Köln bringt den Baukonzern Bilfinger Berger zunehmend in die Bredouille. Jetzt kommt es auf Fingerspitzengefühl an: Krisenkommunikation kann zu einer Chance werden.
Von Carsten KnopJetzt kommt es auf Fingerspitzengefühl an: Krisenkommunikation kann zu einer Chance werden. Der Baukonzern Bilfinger Berger kann mit seiner Reaktion auf die Sorgen zum U-Bahn-Bau in Köln aber auch alles falsch machen. Der Hinweis des Vorstandschefs, möglicherweise seien Computerprogramme nicht fachgerecht bedient worden, ist wenig hilfreich. Denn er erklärt nicht, wie es dazu kommen konnte, dass an einigen Stellen bis zu 83 Prozent der stabilisierenden Eisenträger fehlen. Und es hat den Anschein, als werde das Problem verniedlicht.
Die Suspendierung von drei Mitarbeitern mag man Bilfinger Berger als vernünftige Reaktion auf der Guthabenseite verbuchen, die nur zögernde Antwort auf den Brief des Kölner Oberbürgermeisters nicht. Muss man den Posteingang abwarten, wenn die Stadt wesentliche Passagen veröffentlicht hat? Eher nicht. Solche Dinge dürfen nicht den Eindruck entstehen lassen, Bilfinger habe die Lage nicht im Griff.
Die Börse wird nervös. Eine nachhaltige Rufschädigung könnte folgen. Zum Beispiel dann, wenn entschieden würde, die Schächte zu fluten. Dann möchte man das Schild von Bilfinger Berger dort gewiss nicht montiert sehen, unabhängig von der Frage, wer Schuld hat und wer nicht.
Carsten Knop Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für die Unternehmensberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.
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