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Klage über Haftbedingungen : Justizminister kontert Middelhoff-Kritik

  • Aktualisiert am

Thomas Middelhoff Bild: dpa

Der wegen Untreue verurteilte frühere Topmanager Thomas Middelhoff hat den Strafvollzug in Nordrhein-Westfalen kritisiert. Der zuständige Justizminister will das so nicht stehen lassen.

          Der nordrhein-westfälische Justizminister Peter Biesenbach (CDU) ist auf die Kritik der früheren Spitzenmanagers Thomas Middelhoff an den Zuständen im Strafvollzug eingegangen. Der zu drei Jahren Haft wegen Untreue verurteilte Middelhoff hatte in einem Buch („A115 - Der Sturz“) die von ihm erlebten Zustände im Essener Gefängnis kritisiert, etwa das stinkende Klo in seiner Zelle.

          Justizminister Peter Biesenbach sagte dazu auf dpa-Anfrage: „Herr Middelhoff beschwert sich, dass das Klo in seinem Haftraum gestunken habe. Sehr gerne hätten wir ihm einen Lappen und Putzmittel zur Verfügung gestellt.“ Während seiner Haftzeit in Essen hatte er sich laut Ministerium aber nicht darüber beschwert.

          „Sehr gerne hätten wir ihm einen Lappen und Putzmittel zur Verfügung gestellt“: NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU)
          „Sehr gerne hätten wir ihm einen Lappen und Putzmittel zur Verfügung gestellt“: NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU) : Bild: dpa

          „Und die Aussicht von der Zelle auf den Freistundenhof ist nicht so schön wie der Blick auf das Meer an der Côte d’Azur“, ergänzte der Minister. „Das ist eben ein Gefängnis. Wenn es dort schöner wäre, wäre es auch keine Strafe.“

          Middelhoff war im November 2014 vom Landgericht Essen wegen Untreue zulasten des ehemaligen Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Wegen Fluchtgefahr wurde er noch im Gerichtssaal verhaftet und saß mehr als fünf Monate in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Essen in Untersuchungshaft. Derzeit verbüßt er den Rest der Freiheitsstrafe im offenen Vollzug in Bielefeld. Als Konzernlenker verfügte Middelhoff über eine Villa im südfranzösischen Nobelort St. Tropez.

          Quelle: dpa

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