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Kita-Ausbau Arbeitslose sollen Erzieher werden

 ·  Von August 2013 an haben Eltern einen Rechtsanspruch auf Kita-Plätze. Doch oft fehlt Personal. Nun rücken Arbeitslose in den Blickpunkt.

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Die Bundesregierung erwägt, den Bedarf an Erziehern für Kindertagesstätten mittelfristig auch mit Arbeitslosen zu decken. „Derzeit prüfen wir gemeinsam mit den Bundesländern, ob die Kapazitäten an den Fachschulen vorhanden sind und ob die Finanzierung der Maßnahmen gesichert ist“, sagte eine Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Bislang gebe es noch keine Rückmeldungen aus den zuständigen Landesministerien. Vom 1. August 2013 an besteht in Deutschland für Eltern ein Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz. Dazu müssen nicht nur rund 750.000 Plätze geschaffen werden, es fehlt auch an geeignetem Betreuungspersonal. Schätzungen gehen von bis zu 25.000 aus.

Ministerium: „Kein Schnellverfahren“

Formal sind dafür die Kommunen zuständig, nicht der Bund und die Arbeitsagentur. Dennoch beschäftigt der auf Dauer absehbar hohe Bedarf an Betreuungskräften auch die Regierung. Deshalb hat Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) die Arbeitsagentur gebeten zu prüfen, wie viele Arbeitslose zu Erziehern ausgebildet werden können. „Dabei handelt es sich nicht um ein Schnellverfahren mit Blick auf den kommenden August“, sagte ein Ministeriumssprecher auf Anfrage. Wenn die Ausbildung in diesem Herbst starte, seien die ersten Absolventen frühestens im Jahr 2014, eher 2015 am Arbeitsmarkt verfügbar. Die Ausbildungsdauer beträgt zwischen zwei und vier Jahren. Die Ausbildung müsse zudem strengsten Kriterien folgen und an Fachschulen vorgenommen werden, betonte der Sprecher, „wir wollen die normalen Qualitätsstandards sicherstellen“.

Da es sich um eine so genannte schulische Ausbildung handelt, gibt es keine bundeseinheitliche Ausbildungsanforderung wie für einen dualen Ausbildungsberuf, sondern unterschiedliche Vorgaben in den einzelnen Bundesländern. Der Sprecher stellte zudem klar, dass es sich entgegen einiger Medienberichte nicht um ein spezielles Programm für Hartz-IV-Empfänger handele, sondern sich die Initiative auf alle Arbeitslosen erstrecke.

Finanzierung noch nicht gesichert

Das Arbeitsministerium geht davon aus, in einer ersten Runde bis zu 3000 Kandidaten für eine Umschulung gewinnen zu können. Diese Zahlen bestätigt die Arbeitsagentur nicht. Man müsse zunächst prüfen, wer für die Arbeit mit Kindern geeignet sei. In ganz Deutschland werden derzeit rund 11.000 Erzieherfachkräfte als arbeitslos geführt. Sie könnten ebenfalls auf die offenen Stellen vermittelt werden. Wegen der hohen Nachfrage ist die Zahl gegenüber dem Vorjahr schon um 2000 gesunken.

Bevor die Umschulungen jedoch angegangen werden können, muss die Finanzierung sichergestellt werden. In der Regel dauert die Ausbildung drei Jahre. Davon kann die Bundesagentur laut Gesetz nur zwei bezahlen. Für das dritte Jahr wäre eine Kofinanzierung durch die Bundesländer notwendig. Deshalb laufen derzeit die Gespräche, ob die Landesministerien im Haushalt noch über die entsprechenden Mittel verfügen. Außerdem muss geprüft werden, ob die Berufsfachschulen über genügend Kapazitäten verfügen, um die zusätzlichen Kandidaten aufzunehmen.

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Jahrgang 1972, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

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