22.12.2012 · Die Reformation war für den Katholizismus heilsam, denn sie hat christlichen Wettbewerb dauerhaft installiert. Deswegen dürfen wir uns sehr wohl auf das Jahr 2017 freuen.
Von Rainer HankRichtlinien für Lesermeinungen
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Warum sollten Bayernfans die Gründung des HSV feiern ?
Der Vorteil der Protestanten besteht historisch m.E. hauptsächlich
darin, das jedes Land sein Kirchenoberhaupt haben kann. Ich denke das
dies der wichtigste Grund war warum sich so mancher
Länderfürst auf die protestantische Seite schlug. Klassisches
Kirchturmdenken zum eiigenen Vorteil. Im Islam war man da zT
konsequenter, so machner "lokale Kirchenfürst" dort
hatte(und hat) auch die weltliche Macht inne.
Und Heute? Der Bundespräsident in Deutschland ist gelernter
evangelischer Pfarrer.
Der jetzige Streit erinnert mich an Schäubles Einfall einen europ.
Präsidenten zu wählen.
Wenn man sich darauf einlässt, fragt man sich gar nicht mehr ob man
das Ganze an und für sich ablehnt.
PS Der Pabst sollte m.E. Standhaft bleiben, wer sich für katholisch
hält hat keinen Grund Luther zu feiern. Was katholisch sein im Kern
bedutet wird nicht in Hannover entschieden und das ist gut so.
Bald brauchen wir einen weiteren Luther,der gegen die "Theologie"der übermächtigen Bedeutung der
Ökonomie und Finanzwelt und deren Auswüchsen,dass die
Identität des Menschen nur aus dem Tun und Besitz(aller Art)
käme,vorgehen könnte.
Die Verdopplung oder Vervielfachung des goldenen Kalbes bringt letztlich
Unterwerfung des Menschen, ob arm oder reich;es ist eine Unterwerfung
vorwiegend in die Volatiltät,wo keiner mehr sicher ist,ob das Leben
einigermaßen gelingt.
Den angesprochenen Wettbewerb der Kirchen kann man nur
begrüßen.Am Beispiel der kath.Kirche sieht man wie über
Jahrhunderte immer was hinzugedichtet wurde.Wer in der Historie der
frühen Christen bewandert ist,weiß,dass es in dieser oder
seit dieser Zeit schon immer ,ziemlich viel "Wettbewerb" gab.
M.W. schrieb Luther einen Artikel:Über die Freiheit eines
Christenmenschen".Diese Entwicklungslinie sollte weiterentwickelt
werden,gerade in unseren Zeiten.
PS:Kardinäle und Bischöfe geben keine Sicherheit im
menschl.Leben,wenn auch viele Menschen das meinen.
Der Unterschied zwischen Evangelen und Katholen ist der Unterschied
über die Auffassung von Kirche.
Für die Katholen ist die Kirche heilig.
Für die Evangelen sind die Gläubigen heilig.
Der Kölner Dom ist für die Katholen also ein heiliger Raum,
für die Evangelen aber nur ein Gebetshaus.
Wegen dieses Fundamentalunterschieds bei die Frage der Heiligkeit gibt
es kein Annäherung zwischen diesen beiden Glaubensrichtungen.
Übrigens: Wettbewerb funktioniert nur innerhalb einer Marktnische
auf der Basis von Wissen. Mercedes hat eine eigene Marktnische und
Volkswagen auch, um das mal plakativ an einem Beispiel aus dem
Erwerbsleben zu dokumentieren.
Was Zoufal Johann zum Glauben sagt: Physik und Dogma = Äpfel und
Birnen ist gut.
Warum sich ein Katholik auf jedes Jahr freuen darf, genau so auch auf 2017
Zu Luthers Zeiten, in die man sich aber schon ein wenig hineindenken
muss, um nicht ungerecht zu urteilen, gab es in der Katholischen Kirche
durchaus manches Falsches/Schlimmes. Und dass Luther nicht nur, aber
auch den Tetzel`schen Ablasshandel ablehnte spricht für ihn, da
widerspricht ihm in der Kath. Kirche von heute niemand. Die konträr
andere Auffassung zur Rechtfertigungslehre der RK-Kirche halte ich
dagegen für falsch.
Ich bin der festen Überzeugung, dass Luther, lebte er heute, es
nicht gutheissen würde, dass z.B. Bischöfinnen geschieden
werden (,die für sich und bei der Trauung anderer das "bis das
der Tod Euch scheidet"gelobten), dass evangelische
Würdenträgerinnen betrunken Verkehrsvorschriften verletzen und
trotzdem als Luther-Botschafter die grosse Vorbildrolle übernehmen,
dass von evangelischen Pfarrern zu berichten ist, die den Gottesdienst
ausfallen liessen mit der an der Kirchentür angeschlagenen
Zettelbotschaft:"Gottesdienst fällt aus wegen Demo".
(Luther-gleich?)
Derselbe Herr Hank, der die menschenunwürdigen und lebensgefährlichen Zustände in den Textilfabriken von Bangladesh und die Todesopfer, die diese fordern, im Sinne eines amoralischen Wirtschaftsliberalismus rechtfertigt, subsumiert auch Religion, Glaube und Reformation unter ökonomische Kategorien, die mit menschlicher Würde und gar mit Glauben nichts zu tun haben. Das ist sicherlich konsequent für eine derartige Haltung, die man intellektuell kaum als satifaktionsfähig bezeichnen kann. Was allerdings neu ist, ist daß man bei der Lektüre nicht mehr nur mehr mit dem Kopf schüttelt, sondern den Leser ein tiefer Ekel befällt. Quo vadis FAZ?
Aber auch schon davor wird Frau Käßmann immer mehr zu Wort kommen und der Bundespräsident zeigen, dass er das Handwerk des Pastors gelernt hat. Ich denke jetzt schon daran mit innerem Aufstöhnen. Wettbewerb der Relionen? Daraus eine "segensreiche" Wirkung abzuleiten kann nur jemandem in den Sinn kommen, der unkritisch zu den Religionen steht und Wettbewerb unreflektiert verherrlicht.
"Religionen und Konfessionen sind für den Ökonomen
Unternehmungen, welche die religiöse Nachfrage befriedigen."
Die Beschränkung unseres Lebens und Denkens ist auch schon von
anderen Leuten vielfach abgelehnt worden.
"...Wettbewerb auch zwischen den Religionen das Geschäft
belebt und die Qualität des Angebots hebt."
Für Religionen heißt das nicht Wett b e w e r b, sondern Wett
e i f e r. Nicht teilweiser B e t r u g zu meinem persönlichen
Vorteil, sondern völlige H i n g a b e an die Transzendenz. Der
Schatz der einen ist das Geld, der Schatz der anderen ist das Kreuz.
"Vielfalt und Wettbewerb führen zur Schärfung des
kirchlichen Profils und zur Verbesserung der religiösen Produkte
und Dienste."
Einen Markt für wichtige Dienstleistungen und Produkte gibt es dann
aber auch nur dann, wenn diese Dienstleistungen und Produkte notwendig
sind resp. so empfunden werden.
Was macht Sie so sicher, dass dies bei den kirchlichen Dienstleistungen
so bleiben wird?
Die Kirche hat 2000 Jahre lang die Möglichkeit gehabt, ihre
Glaubensinhalte zentral gelenkt zu lehren. Wie wird die römische
Zentrale in den nächsten 2000 Jahren ihre Verkündung
organisieren, wenn sagen wir die ersten Siedler nach Alpha Centauri
unterwegs sind (oder wohin auch immer)? Will Rom in einem solchen Fall
das Pendant eines "Politoffiziers" den Siedlern mit auf den
Weg geben?
Oder welche Möglichkeiten könnte Rom sehen, dann noch ins
"Marktgeschehen" einzugreifen? ;-)
Mit Verlaub, ich behaupte, da haben Miaphysiten und Orthodoxen doch ein
deutliches Wort mitzureden. Die sind länger auf dem Markt zugegen
als die Protestanten und haben sich durch Schisma wenigstens in
rechtlich nachvollziehbarer Weise voneinander getrennt, statt einfach
eine neue neue/alte Glaubensrichtung zu gründen. Kaufen Sie noch
schnell beim Miaphysiten ein, so, wie das im Nahen Osten zugeht - und so
wenig sich die hiesige Politik darum schert - werden Sie dieses Angebot
nämlich bald nicht mehr bekommen.
Was da alles derweil in Amerika blüht, weil man sich hier und da
teilt, radikale und fanatische Strömungen sich auftun, die man
längst überwunden glaubte - davon mag man gar nicht beginnen.
Aber anscheinend findet selbst diese Ware seinen Kunden.
Verständlich: Heilmittel feiert man nicht, schon gar nicht, wenn sie mal
als demütigend empfunden wurden. Und ebensowenig, wie frühere
Kindergenerationen dafür gewesen sein dürften, dem Lebertran
ein Denkmal zu setzen, nimmt auch die katholische Kirche Anstoss an der
bitteren Pille, dass neben ihr noch andere Glaubensgemeinschaften
beanspruchen, Kirchen aus eigenem Recht und in der Nachfolge der Apostel
zu sein.
Jesus selbst wären vermutlich die theologischen Feinheiten, mit
denen die Schriftgelehrten aller Konfessionen heute ihre Unterschiede
zementieren wollen, herzlich egal gewesen.
Aber wenn der Geschichte der Christenheit wirklich ein göttlicher
Plan zu Grunde liegt, dann könnte er darin bestehen, dass eine
Amtskirche nicht ausreichend, um das Evangelium weiter zu tragen und die
christliche Lehre weiter zu entwickeln. Vertrauen wir also darauf, dass
Gott mit der Menschheit und der Christenheit noch lange nicht fertig ist
und immer mal wieder einen neuen Paulus oder Luther schickt, um ihren
Kurs zu korrigieren!
Protestanten, Katholiken, Sunniten, Schiiten und wie sie alle heissen. Marginal unterschiedliche Facetten einer alles in allem reichlich infantilen Weltanschauung mit ihren Göttern, Engeln und sonst was für Fabelwesen. Dieser Unsinn liefert den Menschen seit Ewigkeiten nichts ausser einem weiteren Vorwand, sich gegenseitig zu hassen und abzuschlachten. Feiern sollten wir erst, wenn wir diesen Kram endlich hinter und gelassen haben.
Grüne Bastion evangelische Kirche
Mit Schirmherrin Margot Käsmann haben wir die richtige GutmenschIN, die nicht Umkehr predigt, sondern ökosoziale Ideologie. Das ist wirklich gar kein Grund zum Feiern.
Nicht Reformation, sondern Kirchenspaltung!
Zunächst einmal wäre es doch schön, wenn man die Dinge
beim richtigen Namen nennen würde. Mag Luther auch anfangs eine
Reformation der Kirche angestrebt haben, so betrieb er letztendlich
doch die Spaltung der (römischen) Kirche.
Die Kirchenspaltung soll der Kirche gutgetan haben, weil Konkurrenz das
Geschäft beleben soll? Dazu ist zunächst anzumerken, daß
es vor Luthers Kirchenspaltung bereits jahrhundertelang Konkurrenz unter
den Christen gab, nämlich zwischen den Katholiken und - den
Orthodoxen. Wieso denkt eigentlich kaum jemand im Westen über die
Orthodoxen nach und unterschlägt immer wieder deren Existenz?
Genutzt hat die Konkurrenz zwischen Katholiken und Orthodoxen
offensichtlich nicht, wäre es doch sonst wohl schwerlich in der
katholischen Kirche zu den Zuständen gekommen, die Luther so mißfielen.
Dagegen hat die Glaubensspaltung nicht nur der Kirche, sondern vor allem
Deutschland fürchterlich geschadet. Denn nicht nur die Kirche,
sondern auch Deutschland wurde gespalten.
Ich finde interessant, dass das Wort Ablasshandel in Ihrem Text nicht vorkommt. Auch würde sicherlich keiner von uns beiden sich die geistige Atmosphäre des Jahres 1517 zurückwünschen.
Rainer Hank Jahrgang 1953, verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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