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Kirchenwettbewerb Wir wollen Martin Luther feiern

 ·  Die Reformation war für den Katholizismus heilsam, denn sie hat christlichen Wettbewerb dauerhaft installiert. Deswegen dürfen wir uns sehr wohl auf das Jahr 2017 freuen.

Artikel Lesermeinungen (14)

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klaus keller
klaus keller (klkeller) - 23.12.2012 15:08 Uhr

Warum sollten Bayernfans die Gründung des HSV feiern ?

Der Vorteil der Protestanten besteht historisch m.E. hauptsächlich darin, das jedes Land sein Kirchenoberhaupt haben kann. Ich denke das dies der wichtigste Grund war warum sich so mancher Länderfürst auf die protestantische Seite schlug. Klassisches Kirchturmdenken zum eiigenen Vorteil. Im Islam war man da zT konsequenter, so machner "lokale Kirchenfürst" dort hatte(und hat) auch die weltliche Macht inne.
Und Heute? Der Bundespräsident in Deutschland ist gelernter evangelischer Pfarrer.
Der jetzige Streit erinnert mich an Schäubles Einfall einen europ. Präsidenten zu wählen.
Wenn man sich darauf einlässt, fragt man sich gar nicht mehr ob man das Ganze an und für sich ablehnt.

PS Der Pabst sollte m.E. Standhaft bleiben, wer sich für katholisch hält hat keinen Grund Luther zu feiern. Was katholisch sein im Kern bedutet wird nicht in Hannover entschieden und das ist gut so.

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günther reichert

Bald brauchen wir einen weiteren Luther,der gegen die "Theologie"der übermächtigen Bedeutung der

Ökonomie und Finanzwelt und deren Auswüchsen,dass die Identität des Menschen nur aus dem Tun und Besitz(aller Art) käme,vorgehen könnte.
Die Verdopplung oder Vervielfachung des goldenen Kalbes bringt letztlich Unterwerfung des Menschen, ob arm oder reich;es ist eine Unterwerfung vorwiegend in die Volatiltät,wo keiner mehr sicher ist,ob das Leben einigermaßen gelingt.

Den angesprochenen Wettbewerb der Kirchen kann man nur begrüßen.Am Beispiel der kath.Kirche sieht man wie über Jahrhunderte immer was hinzugedichtet wurde.Wer in der Historie der frühen Christen bewandert ist,weiß,dass es in dieser oder seit dieser Zeit schon immer ,ziemlich viel "Wettbewerb" gab.
M.W. schrieb Luther einen Artikel:Über die Freiheit eines Christenmenschen".Diese Entwicklungslinie sollte weiterentwickelt werden,gerade in unseren Zeiten.
PS:Kardinäle und Bischöfe geben keine Sicherheit im menschl.Leben,wenn auch viele Menschen das meinen.


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Horst Ziegler

Heilig, heilig

Der Unterschied zwischen Evangelen und Katholen ist der Unterschied über die Auffassung von Kirche.

Für die Katholen ist die Kirche heilig.
Für die Evangelen sind die Gläubigen heilig.

Der Kölner Dom ist für die Katholen also ein heiliger Raum, für die Evangelen aber nur ein Gebetshaus.

Wegen dieses Fundamentalunterschieds bei die Frage der Heiligkeit gibt es kein Annäherung zwischen diesen beiden Glaubensrichtungen.

Übrigens: Wettbewerb funktioniert nur innerhalb einer Marktnische auf der Basis von Wissen. Mercedes hat eine eigene Marktnische und Volkswagen auch, um das mal plakativ an einem Beispiel aus dem Erwerbsleben zu dokumentieren.

Was Zoufal Johann zum Glauben sagt: Physik und Dogma = Äpfel und Birnen ist gut.

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Detlef Symietz
Detlef Symietz (Symietz) - 23.12.2012 10:40 Uhr

Warum sich ein Katholik auf jedes Jahr freuen darf, genau so auch auf 2017

Zu Luthers Zeiten, in die man sich aber schon ein wenig hineindenken muss, um nicht ungerecht zu urteilen, gab es in der Katholischen Kirche durchaus manches Falsches/Schlimmes. Und dass Luther nicht nur, aber auch den Tetzel`schen Ablasshandel ablehnte spricht für ihn, da widerspricht ihm in der Kath. Kirche von heute niemand. Die konträr andere Auffassung zur Rechtfertigungslehre der RK-Kirche halte ich dagegen für falsch.
Ich bin der festen Überzeugung, dass Luther, lebte er heute, es nicht gutheissen würde, dass z.B. Bischöfinnen geschieden werden (,die für sich und bei der Trauung anderer das "bis das der Tod Euch scheidet"gelobten), dass evangelische Würdenträgerinnen betrunken Verkehrsvorschriften verletzen und trotzdem als Luther-Botschafter die grosse Vorbildrolle übernehmen, dass von evangelischen Pfarrern zu berichten ist, die den Gottesdienst ausfallen liessen mit der an der Kirchentür angeschlagenen Zettelbotschaft:"Gottesdienst fällt aus wegen Demo". (Luther-gleich?)

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Thomas  Kruse
Thomas Kruse (thokru) - 23.12.2012 10:19 Uhr

Derselbe

Derselbe Herr Hank, der die menschenunwürdigen und lebensgefährlichen Zustände in den Textilfabriken von Bangladesh und die Todesopfer, die diese fordern, im Sinne eines amoralischen Wirtschaftsliberalismus rechtfertigt, subsumiert auch Religion, Glaube und Reformation unter ökonomische Kategorien, die mit menschlicher Würde und gar mit Glauben nichts zu tun haben. Das ist sicherlich konsequent für eine derartige Haltung, die man intellektuell kaum als satifaktionsfähig bezeichnen kann. Was allerdings neu ist, ist daß man bei der Lektüre nicht mehr nur mehr mit dem Kopf schüttelt, sondern den Leser ein tiefer Ekel befällt. Quo vadis FAZ?

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Uwe Zind
Uwe Zind (lemongras) - 23.12.2012 07:14 Uhr

2017 wird schlimm

Aber auch schon davor wird Frau Käßmann immer mehr zu Wort kommen und der Bundespräsident zeigen, dass er das Handwerk des Pastors gelernt hat. Ich denke jetzt schon daran mit innerem Aufstöhnen. Wettbewerb der Relionen? Daraus eine "segensreiche" Wirkung abzuleiten kann nur jemandem in den Sinn kommen, der unkritisch zu den Religionen steht und Wettbewerb unreflektiert verherrlicht.

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Eberhard Stoeckel

Auch das noch!

"Religionen und Konfessionen sind für den Ökonomen Unternehmungen, welche die religiöse Nachfrage befriedigen."
Die Beschränkung unseres Lebens und Denkens ist auch schon von anderen Leuten vielfach abgelehnt worden.

"...Wettbewerb auch zwischen den Religionen das Geschäft belebt und die Qualität des Angebots hebt."
Für Religionen heißt das nicht Wett b e w e r b, sondern Wett e i f e r. Nicht teilweiser B e t r u g zu meinem persönlichen Vorteil, sondern völlige H i n g a b e an die Transzendenz. Der Schatz der einen ist das Geld, der Schatz der anderen ist das Kreuz.

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Hans-Jürgen  Steffens

Notiz

"Vielfalt und Wettbewerb führen zur Schärfung des kirchlichen Profils und zur Verbesserung der religiösen Produkte und Dienste."

Einen Markt für wichtige Dienstleistungen und Produkte gibt es dann aber auch nur dann, wenn diese Dienstleistungen und Produkte notwendig sind resp. so empfunden werden.

Was macht Sie so sicher, dass dies bei den kirchlichen Dienstleistungen so bleiben wird?

Die Kirche hat 2000 Jahre lang die Möglichkeit gehabt, ihre Glaubensinhalte zentral gelenkt zu lehren. Wie wird die römische Zentrale in den nächsten 2000 Jahren ihre Verkündung organisieren, wenn sagen wir die ersten Siedler nach Alpha Centauri unterwegs sind (oder wohin auch immer)? Will Rom in einem solchen Fall das Pendant eines "Politoffiziers" den Siedlern mit auf den Weg geben?

Oder welche Möglichkeiten könnte Rom sehen, dann noch ins "Marktgeschehen" einzugreifen? ;-)

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Faustino Gallina

Monopol?

Mit Verlaub, ich behaupte, da haben Miaphysiten und Orthodoxen doch ein deutliches Wort mitzureden. Die sind länger auf dem Markt zugegen als die Protestanten und haben sich durch Schisma wenigstens in rechtlich nachvollziehbarer Weise voneinander getrennt, statt einfach eine neue neue/alte Glaubensrichtung zu gründen. Kaufen Sie noch schnell beim Miaphysiten ein, so, wie das im Nahen Osten zugeht - und so wenig sich die hiesige Politik darum schert - werden Sie dieses Angebot nämlich bald nicht mehr bekommen.
Was da alles derweil in Amerika blüht, weil man sich hier und da teilt, radikale und fanatische Strömungen sich auftun, die man längst überwunden glaubte - davon mag man gar nicht beginnen. Aber anscheinend findet selbst diese Ware seinen Kunden.

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Christian Köhler

Verständlich: Heilmittel feiert man nicht, schon gar nicht, wenn sie mal

als demütigend empfunden wurden. Und ebensowenig, wie frühere Kindergenerationen dafür gewesen sein dürften, dem Lebertran ein Denkmal zu setzen, nimmt auch die katholische Kirche Anstoss an der bitteren Pille, dass neben ihr noch andere Glaubensgemeinschaften beanspruchen, Kirchen aus eigenem Recht und in der Nachfolge der Apostel zu sein.
Jesus selbst wären vermutlich die theologischen Feinheiten, mit denen die Schriftgelehrten aller Konfessionen heute ihre Unterschiede zementieren wollen, herzlich egal gewesen.
Aber wenn der Geschichte der Christenheit wirklich ein göttlicher Plan zu Grunde liegt, dann könnte er darin bestehen, dass eine Amtskirche nicht ausreichend, um das Evangelium weiter zu tragen und die christliche Lehre weiter zu entwickeln. Vertrauen wir also darauf, dass Gott mit der Menschheit und der Christenheit noch lange nicht fertig ist und immer mal wieder einen neuen Paulus oder Luther schickt, um ihren Kurs zu korrigieren!

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Lars Münzing

Kindergeburtstag

Protestanten, Katholiken, Sunniten, Schiiten und wie sie alle heissen. Marginal unterschiedliche Facetten einer alles in allem reichlich infantilen Weltanschauung mit ihren Göttern, Engeln und sonst was für Fabelwesen. Dieser Unsinn liefert den Menschen seit Ewigkeiten nichts ausser einem weiteren Vorwand, sich gegenseitig zu hassen und abzuschlachten. Feiern sollten wir erst, wenn wir diesen Kram endlich hinter und gelassen haben.

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Christoph Rohde

Grüne Bastion evangelische Kirche

Mit Schirmherrin Margot Käsmann haben wir die richtige GutmenschIN, die nicht Umkehr predigt, sondern ökosoziale Ideologie. Das ist wirklich gar kein Grund zum Feiern.

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Hermann Weiß
Hermann Weiß (Weiss10) - 22.12.2012 22:57 Uhr

Nicht Reformation, sondern Kirchenspaltung!

Zunächst einmal wäre es doch schön, wenn man die Dinge beim richtigen Namen nennen würde. Mag Luther auch anfangs eine Reformation der Kirche angestrebt haben, so betrieb er letztendlich doch die Spaltung der (römischen) Kirche.

Die Kirchenspaltung soll der Kirche gutgetan haben, weil Konkurrenz das Geschäft beleben soll? Dazu ist zunächst anzumerken, daß es vor Luthers Kirchenspaltung bereits jahrhundertelang Konkurrenz unter den Christen gab, nämlich zwischen den Katholiken und - den Orthodoxen. Wieso denkt eigentlich kaum jemand im Westen über die Orthodoxen nach und unterschlägt immer wieder deren Existenz? Genutzt hat die Konkurrenz zwischen Katholiken und Orthodoxen offensichtlich nicht, wäre es doch sonst wohl schwerlich in der katholischen Kirche zu den Zuständen gekommen, die Luther so mißfielen.

Dagegen hat die Glaubensspaltung nicht nur der Kirche, sondern vor allem Deutschland fürchterlich geschadet. Denn nicht nur die Kirche, sondern auch Deutschland wurde gespalten.

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Wolfgang Müller

@Zoufal Johann

Ich finde interessant, dass das Wort Ablasshandel in Ihrem Text nicht vorkommt. Auch würde sicherlich keiner von uns beiden sich die geistige Atmosphäre des Jahres 1517 zurückwünschen.

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Jahrgang 1953, verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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