13.02.2012 · Der angestrebte Vergleich mit den Kirch-Erben lehrt die Deutsche Bank, dass unglückliche Äußerungen sehr teuer werden können. Doch ein Ende mit Schrecken ist einem Schrecken ohne Ende oft vorzuziehen.
Von Gerald BraunbergerUnglückliche Taten können verheerende Ergebnisse zur Folge haben. Aber auch unglückliche Worte können sehr teuer zu stehen kommen, wie die Deutsche Bank in diesen Tagen zu ihrem Schaden erfährt. Die gelassene Reaktion der Börse, an der sich die Aktie der Deutschen Bank am Montag um rund ein Prozent verteuerte, belegt die alte Erfahrung, dass ein Ende mit Schrecken einem Schrecken ohne Ende oft vorzuziehen ist.
Denn wie immer man die juristischen Feinheiten dieses sehr komplizierten Dossiers einzuschätzen vermag, so lässt sich doch nicht bestreiten, dass ein knappes Jahrzehnt gerichtliche Auseinandersetzungen für die Deutsche Bank auch mit nicht geringen Reputationsrisiken verbunden war. Dies gilt nicht nur für das Dossier Kirch, sondern auch für andere juristische Auseinandersetzungen. Jedenfalls fiel in der jüngsten Bilanzpressekonferenz der Deutschen Bank das Wort „Rechtsstreitigkeiten“ häufiger als in der Vergangenheit.
Die designierten Vormänner Jürgen Fitschen und Anshu Jain werden daran interessiert sein, dass Josef Ackermann in seiner verbliebenen Amtszeit noch so viel juristisches Geröll wie möglich aus dem Weg räumt. Auch wenn es teuer wird.
Gerald Braunberger Jahrgang 1960, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.
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