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Kinderbetreuung Das Glück in der Krippe

 ·  Sollen Eltern, die ihr Kind nicht in eine Krippe geben, ein Betreuungsgeld vom Staat erhalten? Der Zeitgeist ist strikt dagegen und sucht das Heil in der Krippe. Aber jeder will Geld vom Staat.

Artikel Lesermeinungen (13)

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Sebastian Kramper (Krakz) - 09.04.2012 19:50 Uhr

Wirschaftspolitik ist auch nicht alles

Das ist ja ganz nett zu lesen, dass einmal nicht die Krippe zur alleinseligmachenden Veranstaltung erklärt wird. Aber allein der Wirtschaftsliberalismus und die Herrschaft der Marktpreise hilft auch dem gläubigen Neoliberalen hier kaum weiter.

Das Problem ist doch, salopp gesagt, dass sich viele Mitglieder der Mittelschicht eben keine oder wenn nur ein Kind leisten wollen oder können. Da gibt es viele Gründe – aber auch ein Menge materielle. Dummerweise mag der Staat oder die Gesellschaft jetzt nicht sagen: "Super, ganz marktkonform: Kinder sind eben sehr teuer und bringen den Eltern keinerlei finanziellen Nutzen. Sehr clever, wenn ihr keine wollt!"
Und solange man diese Konsequenz nicht tragen will, muss man do wohl weiter drum herumdoktern

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günther reichert

Wenn ein gutes Gelingen der Lebensabschnitte resultiert,kann man von einem Glück sprechen.

Für die Zeitabschnitte des Kindes,des Schülers,des ggf Studierenden ist je nach Phase von Begriffen wie Betreuung, Kita,Kindergarten,Schule,Ausbildung,Hochschule die Rede.Wo geschieht eigentlich noch kindgerechte Erziehung und später Selbsterziehung im Studium? Erziehung und Entwicklung ist nie zeitlinear hinzubekommen.Wenn man heute manche Erwachsene anguckt,die heute in z.B.auch in Managementfunktionen sind,wo es auch auffällig werden kann,fragt man sich ,ob diese je eine gute Kindererziehung erlebt haben.Da werden Dinge ausgelebt,die auf frühkindliche Störungen hinweisen,die besonders in kritischen Situationen an die Oberfläche kommen(siehe Jürgen Geissler,"Psychologie der Karriere",Neurosen im Beruf und ihre Überwindung.)Ich finde,dass vor allem Erziehung in den Kinderjahren gefördert werden soll.Wie das am besten geht ,gibt es sicherlich verschiedene Wege,das Urvertrauen eines Kindes sollte dabei nicht nachhaltig beschädigt werden.- Schwierig zu beantworten.-

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Sandra Maier

Erziehung

Der Staat soll eine vernünftige Kindererziehung unterstützen. Ob das durch das Betreuungsgeld oder auf anderen Wegen geschieht. Warum ist die familiäre Umgebung so wichtig ist, schreibt Herr. Prof. Hüther.

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Dorothea Böhm

Elterliches Engagement gehört anerkannt und gefördert

Danke, Rainer Hank. Wir brauchen dringend mehr finanzielle Wertsetzung für elterliches Engagement in Form von Liebe, Bindung und familiärer Kindererziehung. Eltern bieten die wichtigste Basis der emotionalen Bildung, und sie müssen sich leisten können, für ihre Kinder da zu sein.

Wesentliche Leidtragende elterlicher Armut sind die Kinder, m.E. insbesondere, wenn sie in Krippen betreut werden. Ihnen bleibt ein für ihre emotionale Entwicklung existentieller Faktor für viele Stunden am Tag vorenthalten: Die emotional-verbindliche liebevolle elterliche Zuwendung als bedeutsame Grundlage der Entwicklung einer kompetenten Stressregulation sowie eines positiven Selbstwerts. Persönlichkeitsmerkmale, die man als späterer Erwachsener für die dauerhafte Bewältigung der Berufssphären sowie emotional-kompetente liebevolle Elternschaft gut brauchen kann.

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Wolfgang Richter

Notlösung

Viele Familien brauchen heute 2 Vollverdiener, um einen Lebensstandard deutlich über Hartz IV zu erreichen. Diese Tatsache ist traurig, aber wahr. Daher müssen für diese gute und ausreichend lange geöffnete Krippenplätze verfügbar sein.
Ansonsten sind Krippen für Kinder verwahrloster Familien meist besser als der Aufenthalt zu Hause. Bei intakten Migrantenfamilien reicht dagegen ein rechtzeitiger Sprachkindergarten vor der 1. Klasse.
Auch in einer guten Kita kann ein Kleinkind bei weitem nicht so gut gefördert werden wie von seiner Mutter in einer intakten Familie. Damit müßte das Betreuungsgeld auf diese beschränkt werden. Leider ist dies juristisch und praktisch unmöglich.
Eine Kita ist damit eine mäßige bis schlechte Notlösung. Leider manchmal nötig, aber immer die zweitbeste Lösung. Die Verherrlichung kollektiver Fürsorge und Erziehung ist teils fragwürdig, teils verdächtig.

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Silke Sauer

Arbeitsunwillige Mütter?

Die pauschale Annahme, dass Kinderglück in der Krippe liegt, und dass Kinder, die zuhause erzogen werden, nur vor dem Fernseher verlottern, während sich ihre arbeitsunwilligen Mütter vom Betreuungsgeld einen schönen Lenz machen (von 150 Euro? Ha!) ist eine Frechheit gegenüber allen Müttern (oder Vätern, die in dieser Diskussion kaum vorkommen), die sich Mühe damit geben, mit Zuwendung und Kreativität eine zukunftsfähige Generation von jungen Menschen heranzuziehen. Wer sich dafür entscheidet, sich zumindest während der ersten Lebensjahre seinen Kindern zu widmen, sollte nicht zusätzlich zu finanzieller Benachteiligung auch noch sozial stigmatisiert werden, in dem er oder sie als arbeitsunwillig oder unzeitgemäß hingestellt werden.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 09.04.2012 10:21 Uhr
Dorothea Böhm

Volle Zustimmung

Elterliche Erziehungsarbeit wird nicht nur mit bestimmten Begriffen gezielt herabgewürdigt ("Herd- oder Verdummungsprämie"), sie wird auch für viele Familien finanziell erschwert bis verunmöglicht, weil die Kinderalltagskosten privatisiert sind - im Gegensatz zu den Altenkosten.
Bedauerlicher Weise sind es nicht nur einzelne bornierte Männer, die so reden, sondern gibt es auch viele Frauen in Politik und Medien, die sich im Kielwasser des "Fossilfeminismus"(dessen Protagonistinnen großenteils gewollt kinderlos blieben und die selbstverständlich von den Kinderen der anderen ihre großzügigen Altersbezüge annehmen) an die Spitze der Elternfeindlichkeit stellen und z.B. derzeit sogar noch gegen das winzige bisschen Betreuungsgeld polemisieren.
Wir brauchen umgehend ein Kindergrundeinkommen, eine Wertsetzung elterlicher Erziehungsarbeit, ein Familiensplitting und einen Abbau der einseitigen Subventionierung der staatlichen Tagesgruppenbetreuung für Kinder von 0 - 3 Jahren.

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Hans Vogts
Hans Vogts (the.seer) - 08.04.2012 13:28 Uhr

Zu marktgläubig!

Was ist denn das für eine verquere Logik? Hier geht es doch nicht um Marktversagen. Natürlich funktioniert der Markt. Allerdings bleiben bei der Marktlösung Gering- und Nichtverdiener außen vor, da diese die "Marktpreise" für die Kinderbetreuung nicht bezahlen können. Vor dem Hintergrund der Erfahrungen aus Thüringen - Kindergrippen-Kinder haben einen körperlichen und geistigen Vorsprung gegenüber zu hause betreuten Kindern - ist es doch besser Kindergrippen zu subventionieren anstatt (wie es doch oft ist) Eltern auch noch Geld dafür zu geben, ihre Kinder Nachmittags vor den Fernseher zu setzen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.04.2012 21:22 Uhr
Chi Tamago
Chi Tamago (tamago) - 08.04.2012 21:22 Uhr

Herr Vogts,

sind sie eventuell zu „studiengläubig“. Wer hat diese Studie durchgeführt, wie war das Design der Studie, was waren die Zielparameter, wie wurden die Vergleichsgruppen gebildet, was waren die vorab definierten statistischen Auswertungsverfahren, usw.? Die große NICHD-Studie in Nordamerika, die den Lebensweg der Kinder schon über 15 Jahre beobachtet, zeigt andere Ergebnisse. Dort zeigen sich in den kognitiven Leistungen bei Kindern aus gehobenen Schichten keinerlei Unterschiede, Kinder aus asozialen Verhältnissen haben Vorteile durch Kinderkrippen und Kindergärten. Das dissoziale Verhalten von Kindern, die frühkindliche Fremdbetreuung hatten, ist aber auch in 15. Lebensjahr noch bei allen Vergleichsgruppen meßbar. Man kann Eltern, für die es finanziell machbar ist, nur raten, Kleinkinder zumindest in den ersten 3 Jahren in der Familie intensivst zu betreuen.

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Chi Tamago
Chi Tamago (tamago) - 08.04.2012 13:10 Uhr

Dass das Recht auf frühkindliche Fremdbetreuung ab 2013 besteht soll,

kann man akzeptieren. Dr. Rainer Böhm schrieb am 4.4. in der FAZ über die Wirkungen langer außerhäuslicher Betreuung in Krippen: „Das zeigt sich dann später in dissozialem Verhalten: Streiten, Kämpfen, Sachbeschädigungen, Prahlen, Lügen, Schikanieren, Gemeinheiten begehen, Grausamkeit, Ungehorsam und häufiges Schreien.“ Das passt dazu, daß bei diesen Kindern abnormale Cortisoltagesprofile nachgewiesen werden, unabhängig von der Qualität die Betreuungseinrichtung.
Bei Vorliegen von solch klaren Befunden, ist es unverantwortlich, die arbeitende Mutter und die frühkindliche Betreuung als das zu favorisierende Familienbild zu fördern. Das Betreuungsgeld sollte eher der Standard, die Kinderkrippe die Ausnahme sein. Aber Kinderinteressen haben hier gegen die Industrie und gegen die VerfechterInnen „moderner“ Familienstrukturen keine Chance. Ich nenne dieses Programm und die Zielsetzung unverantwortlich.
p.s. betrachtet man die Symptome, denkt man sofort an ADHS.

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Dieter A.B. Raab
Dieter A.B. Raab (kulbi) - 08.04.2012 12:48 Uhr

Irrsin hoch 3

In der Tat, das ist Irrsinn hoch 3. Warum sollen Eltern, die ihre Kinder zu Hause erziehen Säufer und Zigarettenraucher sein? Woher haben die Menschen die so etwas behaupten ihre "Weisheit"? Gerade diese, die so etwas behaupten, einschließlich ministerialer Behauptungen, müssen sich demnach ihrer Eltern schämen. Denn zu der Kindheit dieser Meinungsbesserwisser, gab es bekanntlich noch keine Kitas in diesem Ausmaß. Spaß beiseite. Der Staat muss anfangen sich neu zu bilden und auf seine eigentlichen Aufgaben besinnen. Bilden hinsichtlich darin, dass er nicht in allem und jedem sich einmischen darf. Seine eigentliche Aufgabe ist, dafür zu sorgen, dass der Familienvater als Alleinverdiener steuerlich und von den Sozialbeiträgen, anhand der Anzahl der Kinder, entlastet wird. Beispielgebend ist Frankreich, wo Eltern ab dem 3. Kind Steuerfreiheit erlangen. Subsidiarität ist angesagt. Dem muss sich der Staat beugen.

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wolf haupricht

Zu viel bleibt zu viel....

Die Gefahr besteht auch darin, dass mittlerweile kein Bereich mehr ausgenommen ist, subventioniert zu werden. Dies verfestigt doch nur das Anwachsen des Anspruchdenkens, will man doch dabei sein, wenn Geld mit der Gießkanne verteilt wird.
Warum soll z.B. die Hausfrau, die partout keiner außerhäuslichen Arbeit nachgehen möchte, subventioniert werden? Das ist und bleibt nicht vermittelbar. Kindertagesstätten einzurichten ist löblich und notwendig. Aber bitte keine Staats-Kitas. Wenn Arbeitskräfte rar werden, ist die Zeit gekommen, dass sich der Staat zurück hält. Warum sollen Unternehmen sich an der Finanzierung von Kitas somit nicht beteiligen oder gar selbst solche einrichten, wie es sie früher bereits gab?

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so ist es bzgl. der steuer

das würde im grunde reichen. allerdings: für ELTERN, nicht für ehepaare. ich habe quasi null steuervorteil, darf aber schön unterhalt zahlen. für einen single ohne kinder muss im unterschied zu einem single mit kind der einkommensunterschied bei mindestens zehn prozent des verfügbaren netto liegen. ansonsten ist der anreiz zu gering. bezogen auf ein netto von 2000 wurde mir von kolleginnen gesagt, bei 500 euro netto unterschied würden sie die sache ernsthaft angehen, vorher nicht. das wären dann 1750 zu 2250 gehalt am monatsende.

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Jahrgang 1953, verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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