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Kinder und Technik : Erst iPad bedienen, dann Schwimmen lernen

Digital Native: Der Umgang mit neuen technischen Geräten gehört heute von Kindesbeinen an zum Alltag Bild: AP

Kleinkinder können häufiger Smartphones benutzen als Schwimmen oder selbständig Schuhe binden, haben Mütter in einer Umfrage verraten. Die wiederum geben im Netz gerne mit ihrem Nachwuchs an.

          Im Alter zwischen drei und fünf Jahren können deutsche Kinder häufiger am Computer spielen oder ein Smartphone bedienen als sich die Schuhe binden oder selbständig schwimmen. Wie eine Umfrage unter mehr als 6000 Müttern aus zehn Ländern zeigt, sind die Unterschiede inzwischen sogar signifikant: Am Computer spielen oder Smartphone bedienen liegt für jeweils ein gutes Drittel der Kinder im Bereich des Möglichen. Schuhe binden oder Schwimmen beherrschen in diesem Alter hingegen nur 14 beziehungsweise 13 Prozent der Kinder.

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

          „Zum ersten Mal Fahrrad fahren oder ohne Schwimmflügel im tiefen Wasser schwimmen: Solche klassischen und bedeutenden Momente in der Entwicklung eines Kindes scheinen zugunsten digitaler Fähigkeiten kontinuierlich abzunehmen“, heißt es im Begleittext zu den Ergebnissen der Umfrage, die vom amerikanischen Computer-Sicherheitsunternehmen AVG in Auftrag gegeben worden ist.

          Eltern stellen Kinderfotos ins Netz

          Die Befragung ist nicht repräsentativ, ihre Ergebnisse aber lassen sich durch anekdotische Evidenz im Alltag bestätigen. Der Umgang mit neuen digitalen technischen Geräten gehört heute von Kindesbeinen an zum täglichen Leben und beeinflusst den Weg während des Erwachsenwerdens. Einer der Gründe dafür ist das Vorbild der Eltern: 60 Prozent der Haushalte in Deutschland verfügen schon über drei oder mehr internetfähige Geräte.

          Mehr als zwei Drittel (67 Prozent) der befragten Mütter in Deutschland gaben etwa an, schon einmal ein Foto ihrer Kleinsten ins Internet gestellt zu haben. Dabei bildet Deutschland zusammen mit Frankreich im internationalen Vergleich sogar noch das Schlusslicht und liegt weit hinter Brasilien, wo 94 Prozent der Mütter diese Frage bejahten.

          Die meisten der hoch geladenen Fotos entstehen im ersten Lebensjahr der Kinder (71 Prozent). Nur 27 Prozent dagegen stellen Ultraschallbilder während der Schwangerschaft ins Netz; auch hier verbucht Deutschland wieder den niedrigsten Wert. 45 Prozent der Befragten allerdings räumten ein, sie wollten auf diesem Weg mit ihrem Nachwuchs „angeben“.

          Und mit dieser Begründung liegt Deutschland international dann wieder an der Spitze. Laut Studienergebnissen ist das Internet für etwas ältere Kinder im Alter von sechs bis neun Jahren schon fest im sozialen Leben verwurzelt: 74 Prozent von ihnen nutzen das Internet, 17 Prozent haben schon eine eigene E-Mail-Adresse.

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