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Kernkraft Regierung prüft 20 Jahre längere Laufzeit

17.03.2010 ·  Die Bundesregierung hält eine Verlängerung der Laufzeiten von Kernkraftwerken bis zu 20 Jahre für möglich. Nach Informationen der F.A.Z. will sie zumindest die volks- und energiewirtschaftlichen Folgen einer solchen maximalen Fristverlängerung durch ein wissenschaftliches Gutachten prüfen lassen.

Von Andreas Mihm
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Die Bundesregierung hält eine Verlängerung der Laufzeiten von Kernkraftwerken bis zu 20 Jahre für möglich. Zumindest will sie die volks- und energiewirtschaftlichen Folgen einer solchen maximalen Fristverlängerung durch ein wissenschaftliches Gutachten prüfen lassen. Darauf haben sich Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU), Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) am Mittwoch geeinigt.

Wie die F.A.Z. aus Regierungskreisen weiter erfuhr, sollen die Gutachter vier unterschiedliche Modelle "rechnen". Die Laufzeiten werden dabei um 5, 10, 15 und 20 Jahre verlängert. Deren Folgen sollen einem "Referenzzenario" gegenübergestellt werden, nach dem die noch 17 aktiven Kernkraftwerke - wie nach dem rot-grünen Atomausstieggesetz geplant - bis 2022 abgeschaltet werden müssten. Das Gutachten soll im Juni vorliegen, es soll in den kommenden Tagen vergeben werden. Das Gutachten soll die Regierung bei der Erstellung eines Energiekonzeptes unterstützen, das sie im Oktober vorstellen will. Einen Zwischenbericht hat sie vor der Sommerpause zugesagt. Im Koalitionsvertrag heißt es, man werde "spätestens innerhalb des nächsten Jahres ein neues Energiekonzept vorlegen, das szenarienbezogen Leitlinien für eine saubere, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung formuliert".

Um die Vorgaben für das Gutachten war es in der Regierung unter den beiden für Klima- und Energiepolitik zuständigen Ressorts für Umwelt und Wirtschaft zu einem wochenlangen Tauziehen gekommen. Umweltminister Röttgen habe längere Laufzeiten als acht Jahre erst gar nicht prüfen lassen wollen, hieß es. Einen Hinweis darauf hatte Röttgen im Februar gegeben, als er in einem Zeitungsgespräch erklärt hatte, schon im Jahr 2030 könnte der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung so groß sein, dass Kernkraftwerke nicht mehr benötigt würden. Das war so interpretiert worden, Röttgen wolle die Laufzeit der Kernkraftwerke allenfalls um 8 Jahre verlängern. In der Koalition, auch in der Führung der Unionsfraktion sowie in den stark von der Kernenergie abhängigen Ländern Bayern, Baden-Württemberg und Hessen hatte das zu Protesten geführt. Röttgen war vorgehalten worden, er halte sich nicht an die Abmachungen in Partei und Regierung.

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Jahrgang 1960, Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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