10.07.2008 · Das älteste deutsche Atomkraftwerk Biblis A wird voraussichtlich über die Bundestagswahl im kommenden Jahr hinaus bis 2010 am Netz bleiben. Der Energiekonzern RWE plant für 2009 eine monatelange Revision, so dass sich die Laufzeit bis ins folgende Jahr verlängern würde.
Das älteste deutsche Atomkraftwerk Biblis A wird voraussichtlich über die Bundestagswahl im kommenden Jahr hinaus bis 2010 am Netz bleiben. Der Energiekonzern RWE bestätigte am Donnerstag in Essen, dass für nächstes Jahr eine monatelange Revision geplant sei und das Akw so bis 2010 in Betrieb sein könne.
Der Reaktor müsse von Mai bis September abgeschaltet werden, sagte der Leiter Anlagentechnik des Kraftwerks, Jürgen Haag, dem „Mannheimer Morgen“. Durch die Überprüfung wäre Biblis A noch am Netz, falls nach einem Erfolg von Union und FDP bei der Bundestagswahl 2009 der Atomausstieg wieder auf den Prüfstand kommen sollte.
Erst Anfang 2008 wieder in Betrieb genommen
Im Atomgesetz sind für die Atomkraftwerke bestimmte Reststrommengen vorgesehen, die noch erzeugt werden dürfen. Liegt ein Akw still, kann es so auch länger in Betrieb bleiben. Biblis A war wegen Mängeln an den eingebauten Dübeln bereits von Herbst 2006 bis Anfang dieses Jahres abgeschaltet gewesen.
Ein RWE-Sprecher begründete die geplante Revision im kommenden Jahr damit, dass das Kraftwerk bis zum letzten Moment im bestmöglichen Zustand bleiben solle. Nach seinen Angaben hatte der Konzern die Revision bereits im März öffentlich gemacht. Der Sprecher verwies zudem auf die Anträge des Konzerns zur Laufzeitverlängerung durch die Übertragung von Strommengen anderer Akw auf Biblis A. Das Bundesumweltministerium wollte sich zu der geplanten Revision und dem damit möglichen Betrieb bis zum Jahr 2010 nicht äußern.
Übertragung von Strommengen für Biblis noch offen
RWE hatte die Übertragung von Strommengen vom Akw Emsland und von dem nach dem Probelauf nie richtig in Betrieb gegangenen Akw Mülheim-Kärlich auf Biblis beantragt. Eine Übertragung von Mülheim-Kärlich hatte der hessische Verwaltungsgerichtshof im Februar abgelehnt. RWE legte dagegen aber Revision beim Bundesverwaltungsgericht ein. Eine Übertragung vom Akw Emsland lehnte das Bundesumweltministerium ab. Der Konzern verfolgt den Plan aber weiter.
Dem Atomgesetz zufolge können Strommengen von einem jüngeren auf ein älteres Kraftwerk nur übertragen werden, wenn das Bundesumwelt- ebenso wie das Wirtschaftsministerium und das Kanzleramt zustimmen.
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