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Katrin Göring-Eckardt, 43 Jahre Die Öko-Predigerin

06.03.2010 ·  Sie war schon bürgerlich, als ihre Parteifreunde den Sitzstreik noch für ein politisches Erfolgsrezept hielten. Heute steht Katrin Göring-Eckardt für ein konservatives christliches Milieu, in dem sich schwarze und grüne Werte überschneiden.

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Allein die Tanzstunden hätten den Grünen suspekt sein müssen. Die Eltern von Katrin Göring-Eckardt betrieben schon zu DDR-Zeiten in Thüringen eine Tanzschule, Katrin lernte Cha-Cha-Cha und Walzer – „puh, wie bürgerlich“, mögen manche westliche Atomskeptiker gedacht und laut gesagt haben.

Dabei war „KGE“, wie sie gelegentlich genannt wird, nur ihrer Zeit voraus: Sie war schon bürgerlich, als ihre Parteifreunde noch keine Anzüge trugen und den Sitzstreik für ein politisches Erfolgsrezept hielten. Heute steht Katrin Göring-Eckardt, Jahrgang 1966, für ein konservatives, ökologisch bewegtes, christliches Milieu, in dem sich schwarze und grüne Werte überschneiden. Auch wenn die Vizepräsidentin des Bundestags das nicht gerne hört: „Es mag CDU-Wähler geben, die im Bio-Laden einkaufen. Aber ein großes schwarz-grünes Milieu sehe ich in Deutschland nicht.“ Doch mancher schwarze Wähler dürfte aufhorchen, wenn die Frau eines Pfarrers und Mutter von zwei Söhnen etwa von Politikern bessere Manieren einfordert. „Das tut man nicht!“, sagt sie über manchen Auftritt von Guido Westerwelle. Sie fordert mehr private Altersvorsorge und Subventionsabbau, sie warnt vor Antiamerikanismus und steht in Fragen wie Religionsunterricht und Spätabtreibung der Union näher als dem eigenen Lager.

Als Mitglied im Rat der Evangelischen Kirche und Präses der EKD-Synode arbeitet Göring-Eckardt schon eng mit konservativen Unionspolitikern zusammen. Und stellt fest: „Mich und Günther Beckstein verbinden christliche Grundwerte wie Frieden und soziale Gerechtigkeit.“ ama.

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Von Holger Steltzner

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29.05.2012 15:21 Uhr
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