30.03.2007 · Der heikle und emotionsgeladene Rechtsstreit um von den Nationalsozialisten enteignete wertvolle Grundstücke in Berlin hat ein gutes Ende gefunden. Der Kompromiss stellt beide Seiten zufrieden. Brigitte Koch kommentiert.
Von Brigitte Koch, DüsseldorfDer heikle und emotionsgeladene Rechtsstreit um von den Nationalsozialisten enteignete wertvolle Grundstücke in Berlin hat ein gutes Ende gefunden. Der Kompromiss stellt beide Seiten zufrieden.
Die mittlerweile hochbetagten Nachfahren der jüdischen Kaufhaus-Dynastie Wertheim, deren Familie in der Nazizeit verfolgt und zur Flucht getrieben wurde, werden nun doch noch in den Genuss ihres Erbes kommen.
Nicht gerade zimperliche Forderungen
Der Essener Handelskonzern Karstadt-Quelle hätte sich zwar auf einen langjährigen Rechtsstreit einlassen können, doch der Ausgang wäre nach den bisher ergangenen Urteilen und Bescheiden fraglich gewesen.
Ob andererseits die nicht gerade zimperlichen Forderungen der Jewish Claims Conference - ihr Anwalt hatte im vergangenen Jahr eine Summe von mehr als eine Milliarde Euro in den Raum gestellt - durchgegangen wären, war nicht minder unsicher.
Karstadt-Quelle kann sich die Einigung wieder leisten
Für das aus tiefer Krise kommende Unternehmen Karstadt-Quelle herrscht endlich Rechtssicherheit auf dem weiteren Weg der Konsolidierung. Das Prozessrisiko hatte einen Schatten auf die Zukunft des Unternehmens geworfen. 88 Millionen Euro sind nicht wenig für einen Konzern, der operativ um jeden Cent kämpfen muss.
Doch nicht zuletzt die hohen Erlöse aus Grundstückverkäufen machen den Kompromiss wirtschaftlich möglich. Karstadt-Quelle kann sich die Einigung wieder leisten - vor wenigen Jahren wäre sie der Ruin gewesen.
| Name | Kurs | Prozent |
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| FAZ-INDEX | 1.394,64 | +1,30% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2517 | −0,19% |
| Rohöl Brent Crude | 107,59 $ | +0,31% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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