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Karrieresprung Machtspielchen im Meeting

 ·  Stund' um Stund' in Meetings versessen und dann haben sich doch stets die Kollegen mit ihren Themen durchgesetzt? Gut möglich, daß es am Auftreten liegt: Wirkung zählt in Besprechungen mehr als Inhalte - so lehrt es zumindest Managementtrainer Christian Zielke.

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Thomas Spaniel

Just my 2 cents

Die hier aufgeführten Rhetoriktricks sind nicht grundsätzlich zu verdammen. Worauf es aber tatsächlich und entscheidend ankommt, ist, daß gute Eigenvermarktung von eigenen Vorschlägen und Ideen mit gutem Präsentationsstil gepaart wird, daran krankt es oft, an der Paarung dieser zwei Achsen: der eine ist ein Fachidiot und vermag sich nicht oder kaum allgemeinverständlich auszuquetschen, der andere ist der berüchtigte Blender: Große Klappe, aber nichts dahinter. Heutzutage reicht es eben nicht mehr, "nur" gute Ideen und Argumente zu haben, man muß sie eben auch erfolgreich an den Mann oder die Frau bringen können. Das man in diesem Bestreben natürlich auch das eigene berufliche Vorankommen absichern will, ist klar und vollkommen selbstverständlich, und es obliegt den Alpha-Tieren, im Sinne des auch sie bezahlenden Unternehmens verantwortungsbewußt zu entscheiden, welche der immer subjektiv vorgetragenen Meinungen für die Unternehmung an sich die beste ist, frei von irgendwelchen persönlichen Präferenzen, rein sachlich-, fakten- und ergebnisorientiert. Wie es schon im Artikel steht: was nützt eine neue, synthesechemisch viell. elegante Methode zur Herstellung eines neuen pharmazeutischen Wirkstoffs, wie sie am Ende doch zu teuer ist

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Jochen Schneider

Sehr geehrter Hr. Lücke

Ich kann Ihnen hier leider nur beipflichten. Das wirklich Schlimme an der Sache ist aber, das meistens irgendwelche sogenannte "Young Professionals", die frisch von der Uni, BA oder FH kommen, gegenüber facherfahreneren Kollegen meinen, sie hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen und den Karren dann erstmal hoffnungslos in den Dreck fahren. Das Ganze wird dann mit blumigen Worten garniert und als Fehler der facherfahrenen Kollegen gemünzt um dann ganz schnell die nächste Stufe der Karriereleiter zu erklimmen. Den Karren aus dem Dreck ziehen können dann die Anderen. Was mich in diesem Land immer noch wundert, ist, daß wir immer noch, trotz solcher teilweise erschreckenden Nieten, mehr oder weniger Innovationsweltmeister sind. Ich habe in meinem bisherigen Berufsleben mit vielleicht 20 "frischen" Hochschulabsolventen zu tun gehabt und muß vorerst rückblickend sagen, es war eine (!) einzige Ingenieurin dabei, bei welcher ich eine vernünftige Denkweise bemerkt habe.

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K. Peter Luecke

Kein Wunder, dass es mit der Wirtschaft nicht so richtig läuft ...

... wenn Schauspieler, Selbstdarsteller und Wichtigtuer die Entscheidungen dominieren. Die überfahrenen Teilnehmer, die dann an solche Meeting-Beschlüsse auch noch gebunden sind, tun mir leid. Das Perverse an solchen Veranstaltungen ist weiterhin, dass mit ihnen gerne Begriffe wie 'Soziale Kompetenz' und 'Teamfähigkeit' assoziiert werden sollen ...

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Max Schaefer

natürliche Selektion

Der Bericht ist äußerst treffend, wobei ich das nicht als Machtspielchen bezeichnen würde, sondern als einfache Selektion.
Was hilft denn einem alle Kompetenz der Welt, wenn man sie nicht kommunizieren kann?
Dann geschieht nämlich das, was hier in den Kommentaren ein Großteil ankreidet, irgendein Blender macht einem die Argumentation mit falschen Tatsachen kaputt.
Die ganzen weltverbessernden Sprüche helfen da auch nicht weiter und kommen meist von denen, die sich eben nicht zu Wort melden und eine Diskussion vermeiden. Es soll ja auch Themen geben, bei denen es kein klar definiertes richtig oder falsch gibt, da muß dann halt diskutiert werden.
Und zu den Bankersprüchen: Man sollte doch nicht vergessen, dass es sich auch um Menschen handelt und dass es in der Natur des Menschen liegt Fehler zu begehen, aber eben auch daraus zu lernen!
Mir fällt auch noch der schöne Spruch ein:
"Es genügt nicht nur keine Gedanken zu haben, man muß auch unfähig sein diese auszudrücken."
In diesem Sinne, viel Spaß bei der nächsten Besprechung.


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Matthias Rüttgen

Nicht nur in Banken!

Einige der Beiträge deuten an, solche Probleme gebe es nur in Banken oder großen Konzernen. Das ist aber in Behörden und in der Politik genauso. Und letztlich ist das alles auch recht normal. Unmoralisch ist das alles auch nicht, höchstens ineffizient.

Will man etwas gegen die Ineffizienz tun, müssen ordentliche Verfahren her. Das gibt es an vielen Stellen (Gerichtsprozesse, Parlamentsbeschlüsse etc.). Wo es sie nicht gibt, hat es oft seinen Sinn. Man braucht ein wenig mehr Flexibilität und Geschwindigkeit.

Wenn sich die Lauten und Breitsitzenden durchsetzen, heißt das ja nicht, dass die keine Ahnung haben. Sie vertreten ja auch ab und an gute Ideen. Letztlich passiert es oft, dass diejenigen, die sowohl laut als auch gut sind, durchkommen. Schade nur um diejenigen, die leise und voller guter Ideen sind.

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Torsten Klier

Wie konnte das passieren?

fragen sich die Leute; nun wo die öffentlich rechtlichen Banken 16 Mrd. verzockt haben und die wackeren Industriekapitäne mal eben so (als wär´s das selbstverständlichste von der Welt) Milliardenhilfen fordern.
Deshalb danke für den Artikel.
Klar, wenn es um Bluse, Sitzplatz, Ellbogen auf Lehne, „Visualität schlägt Qualität“ bla bla geht, bleibt für Nebensachen wie <Soll-Haben>, <Aufwand-Nutzen> und so eben keine Zeit mehr. Wir Steuerzahler verstehen das natürlich und geben es denen gern, damit die sich auch weiter schön kümmern können um Bluse, Sitzplatz, Ellbogen auf Lehne und „Visualität schlägt Qualität“ bla bla.

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Karsten Krug
Karsten Krug (kkrug) - 30.11.2008 11:20 Uhr

Rhetorisches Geplänkel

wer vor lauter Rhetorik die Sachaufgaben aus dem Blick gleiten lässt, der bekommt irgendwann auch Probleme. Zum Teil ganz wo anders, zB wenn sich einfach jemand mit Tratsch rächen will.

Ich kenne diese Problematik schon seit Jahren und wende sie brutalstmöglich gegen Schaumschläger an. Dafür halten mich aber auch viele für eine BWL-Labertasche, und verkennen meinen Fokus auf die Sache um die es mir geht. Das ist aber ihr Problem.

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o. p.
o. p. (OMP1) - 30.11.2008 09:16 Uhr

Endlich mal die Wahrheit

70% der teuren Arbeitszeit der leitenden Angestellten werden durch Machtspiele verplempert und/oder nicht zum Wohl des Unternehmens, sondern für den eigenen Vorteil, verwendet. Für einen Karrieresprung muss man/frau am Stuhl des Vorgesetzten sägen, gleichzeitig tief in den A.. kriechen UND den eigenen Stuhl bewachen. Und das wird nun auch noch geübt!? Reicht es nicht wenn nur "Naturtalente" diese Spielchen beherrschen, dann können sich die richtig guten Fachkräfte auf Ihre Arbeit konzentrieren. Schade dass dieser Bericht "nur" in der FAZ erscheint ... denn hier ist er eine kostenlose Werbung für diesen Service.

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Julius Franzot

Schönes Reden

Mag schon sein, dass "bodenständige" Leserzuschriften nichts bringen, aber ich meine, dass man nichts unversucht lassen sollte, um die Öffentlichkeit auf Schieflagen im Management-Stil aufmerksam zu machen. Rückschläge? Der extremste Rückschlag wäre, das bei Besprechungen alle Entscheidungen per geheime Stimmabgabe gefällt würden. Ok, fast absurd, aber wäre es wirklich so schlecht? Ich sitze nicht am "längeren Hebel" im System, sonst würde ich mit meinen Kommentaren am Ast sägen, auf dem ich sitze. Ich bin nur ein Systemveränderer.

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Roland Stumpp

Ist Management heutzutage eine "unmenschliche" Luftblase?

Es ist für mich immer wieder erstaunlich welch geballte Kompetenz heutzutage von den Universitäten kommt. Kaum am ersten Arbeitsplatz angekommen bedarf es solcher Seminare wie sie hier geschildert werden, um den leitenden Angestellten beizubiegen wie Menschen funktionieren! Stellt sich nur die Frage, wie solche fachkundigen Menschen die lernen müssen wie Mensch funktioniert, andere führen wollen! Ist hier nicht der Misserfolg schon vorprogrammiert? Liegt der Fehler in der möglichen Unfähigkeit der Personalchefs die solche Kapazitäten einstellen? Oder ist das Übel des "unmenschlichen" schon früher verborgen? Wo findet die "menschliche" Ausbildung statt? Etwa im "learning by doing"? Kein Wunder dass wir eine Wirtschaftskrise haben!

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Julius Franzot

Blender

In Ihrem hervorragenden Artikel ist praxisnah alles beschrieben, was sich so bei Besprechungen abspielt. Es kommt dabei klar heraus, dass es sich um ein abgekartretes Spiel handelt, in dem scheinen wichtiger als sein ist und Auftreten wichtiger als Inhalt. Ich vermisse nur eine moralische Bewertung. Meine ist, dass genau diese Zustände zum Aufstieg von Inkompetenten, zu falschen Entscheidungen, zu faulen Kompromissen geführt haben. Heute soll das Volk die Pirouetten der Napoleone aus der Westentasche, der "Manager", ausbaden. Ich glaube, es wäre gerecht, zumindest moralisch, diese Tatsachen (Machtspielchen) in der breiten Öffentlichkeit zu diskutieren, den Zusammenhang zwischen dem millionenschweren Glück der Blender und der Finanzkrise zu durchleuchten und, nach erfolgtem demokratischen Konsensus, auch diese Art der Vergangenheit zu bewältigen. Diesmal betrifft es nicht Deutschland allein: Die Blender sitzen noch weltweit in wichtigen Gremien.

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