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Karrieresprung Kontaktbörse Foyer

25.03.2006 ·  Schon der Weg zur Arbeit steckt voller Karrierechancen und -risiken. Nachdem Sie die Fallstricke des Karriereschlachtfeldes Parkplatzes gut überstanden haben, gehen Sie jetzt Seite an Seite mit Ihrem Vorgesetzten ins Büro.

Von Ute Dorau
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Schon der Weg zur Arbeit steckt voller Karrierechancen und -risiken. Nachdem sie die Fallstricke des Karriereschlachtfeldes Parkplatzes (siehe auch: Karriereschlachtfeld Parkplatz) gut überstanden haben, sind sie im Firmengebäude gut angekommen. Sie haben vielleicht sogar noch dem Chef den eigenen Parkplatz überlassen und ein paar nette Worte über seltsamen Parkgewohnheiten von Menschen gewechselt, die mit ihrem Kleinwagen durchaus zwei Parkplätze belegen? Glückwunsch, dann gehen Sie jetzt Seite an Seite mit Ihrem Vorgesetzten ins Büro.

Was einige wenige sofort als Vorteil erkennen und für eine lockere Unterhaltung nutzen, verursacht anderen Bauchschmerzen. Nicht jedem ist es gegeben, zusammen mit dem Chef mit leichtem Geplänkel und unbeschwerter Miene durch das Foyer und vielleicht gar noch in den Aufzug zu schlendern.

Ob es sich nun um den direkten Vorgesetzten, den Chef einer anderen Abteilung oder gar den Geschäftsführer/Vorstand des Unternehmens handelt: Eine große Zahl von Arbeitnehmern schlägt schnell einen Haken und verschwindet hinter einer Säule, um lieber nicht in ein Gespräch mit einer Firmenautorität geraten zu müssen. Die Gründe dafür sind zahlreich, sie reichen von Schüchternheit über Unbeholfenheit und Angst bis hin zu der Befürchtung, bei den Kollegen als Streber zu gelten.

Empfänglich für gute Geschichten

Man kann es gar nicht oft genug betonen: Ihr Vorgesetzter ist ein Mensch wie Sie. Er hat beruflich schon mehr erreicht, und das hat wahrscheinlich einen Grund - vielleicht seine längere Erfahrung, die bessere Ausbildung oder gute Beziehungen. Aber er ist für Sympathie, ein nettes Gespräch und eine gute Geschichte genauso empfänglich wie jeder andere auch. Die stille Angst, die viele seit Kindertagen mit sich tragen, daß sie einer Autoritätsperson nichts Interessantes mitzuteilen haben, ist überflüssig und karrierehemmend.

Manche Kollegen, die erste Konversationsversuche mit dem Vorgesetzten unternehmen, begehen allerdings sehr oft den Fehler, das Gespräch zu frontal und zu verbissen zu führen und zudem die falschen Themen zu wählen: Krisenbesprechung oder Lob gehören - genau wie Gehaltsgespräche - ins Büro, auf keinen Fall aber auf den Parkplatz, in den Aufzug oder in die Bürogänge. Deshalb an dieser Stelle einige Tips, wie Sie den gemeinsamen Business-Smalltalk entspannt meistern:

Alles hat seinen Platz

Besprechen Sie arbeitsrelevante Dinge wie Personalentwicklung, Beförderungen, Gehalt, Urlaub, Lob oder Kritik niemals zwischen Tür und Angel. Um zu zeigen, daß Sie diesen Themen auch die nötige Relevanz zumessen, sollten Sie mit Ihrem Vorgesetzten einen Termin vereinbaren und es in Ruhe - möglichst zu zweit - besprechen.

Keine Drückebergerei

Ergreifen Sie nie die Flucht, wenn Ihr/ein Vorgesetzter auftaucht. Das gilt eben auch dann, wenn er Sie auf dem Parkplatz oder im Foyer erwischt, während Sie ausnahmsweise einmal nicht in Bestform sind - dann erklären Sie ihm lieber (notfalls mit einer guten Ausrede), wieso Sie heute etwas derangiert wirken („Ich habe bis heute morgen über dem Vertrag mit XXX gesessen“, „Da ist wohl eine Grippe im Anzug, aber die bekomme ich schon in den Griff“, etc.). Hat Ihr Chef das Gefühl, daß Autorität Sie einschüchtert, wird er Sie niemals befördern.

Erstkontakte schaffen

Schon vor dem Büro gilt: Netzwerken Sie! Es muß ja nicht immer mit dem eigenen Vorgesetzten sein. Sprechen Sie interessante Kollegen an. Grüßen und lächeln Sie in Richtung des Marketingleiters, wenn Sie im nächsten Jahr gerne in die Marketingabteilung wechseln wollen, etc. Und werden Sie bei diesen Gelegenheiten niemals zu verbindlich oder zu amtlich, weil die anderen zumeist nur eine freundliche Plauderei erwarten.

Es ist nämlich keinesfalls schädlich, durch Smalltalk nur ein wenig „die Luft zu bewegen“: Der andere hat Sie dann immerhin schon als angenehmen Menschen wahrgenommen - und bei anderer Gelegenheit ergibt sich ein ernsthafteres Gespräch dann oft wie von selbst.

Tips für den entspannten Business-Smalltalk am Morgen

Keine Schwarzmalerei

Grundsätzlich lieber positive als negative Themen wählen. Baustellen auf der Herfahrt, Stau auf der Autobahn, schlechtes Wetter - all das gibt natürlich auch guten Stoff für ein unverbindliches Gespräch. Wenn das Thema aber so negativ ist, sollte Ihre Botschaft positiver formuliert werden, z. B: „Das Wetter ist ja wirklich schlimm. Ich bin froh, daß ich jetzt gut angekommen bin.“ (…)

Informiert sein

Werfen Sie zumindest ein Blick auf die Schlagzeilen der Zeitung oder im Internet, bevor Sie zur Arbeit fahren. So erleben Sie keine böse Überraschung, wenn Sie auf einen aktuellen Vorfall angesprochen werden, zu dem Sie dann nichts zu sagen wissen.

Beispielhafte Briten

Sonnenschein, Windböen & Co. sind bestens geeignet für den kurzen Plausch im Aufzug oder Gang. Engländer haben den Smalltalk über das aktuelle Wetter zu einer Wissenschaft erhoben - und wenn Sie sich erst einmal darauf einlassen, macht das richtig Spaß. Es ist ein Thema, bei dem jeder mitreden kann, jeder hat eine Meinung dazu und es ist die ideale Überleitung zu anderen Gesprächsbereichen.

Vorsicht beim Schlechtwetter-Smalltalk

Gespräche über das Wetter sind auch der ideale Einstieg für diejenigen, die noch nicht so geübt im Smalltalk sind. Nur beginnen Sie es bitte keinesfalls mit einem gemurmelten „Scheißwetter draußen“. Daraus ergibt sich niemals ein weiterführendes Gespräch. Vorsicht ist auch geboten bei Äußerungen wie „Heute ist es viel zu schön zum Arbeiten.“ Ihr Chef wird Ihren Arbeitseinsatz bei Sonnenschein ab sofort mit anderen Augen sehen.

Bitte kommen Sie auch nicht auf die Idee, Ihren Chef sofort mit Ihrer Meinung über die drohende Klimakatastrophe, die bedrückenden Bilder bedrohter Tier- und Pflanzenarten und die Weltpolitik im Allgemeinen zu überfallen, wenn er das Wetter einmal „ungewöhnlich“ findet. Er mag ja sogar mit Ihnen übereinstimmen: Aber Sie beide lösen das Problem sicher nicht in den drei Minuten, die Sie im Aufzug Zeit haben. Und bei ihm bleibt von Ihnen im schlimmsten Fall das Bild eines enttäuschten Idealisten zurück, der sich mehr Sorgen um die Blauwale als um seinen Job macht. Das ist nicht fair, aber häufig der Fall.

Fragen stellen!

Beenden Sie Ihren einleitenden Satz mit einer Frage, auf die Ihr Gegenüber auch antworten kann. Ähnlich wie beim Wetter können Sie sich da anfangs einen einfachen Trick von den Briten absehen, die Ihre Sätze gerne mit einem „nicht wahr?“ abschließen. Wenn Sie sagen: „Heute wird es wohl ziemlich heiß“, nickt Ihr Gegenüber vielleicht nur abwesend. Formulieren Sie es als Frage, („ Es könnte heute ziemlich heiß werden, nicht wahr?“ oder besser noch, wenn Sie seine Vorliebe für Hitze kennen: „Heute wird es wahrscheinlich ziemlich heiß. Das ist doch genau das Klima, das Sie mögen, nicht wahr?“) kommt viel eher ein Gespräch zustande.

Gute Themen anschneiden -aber nicht vergeben

Mit etwas Smalltalk-Erfahrung können Sie Ihren Vorgesetzten natürlich auch neugierig auf ein längeres Gespräch oder die Fortsetzung der Plauderei mit Ihnen machen. Dazu sollten Sie ihn und seine Interessen allerdings schon gut kennen. Erwähnen Sie beispielsweise nebenbei, daß Sie letzte Woche in Berlin die Figaro-Premiere besucht haben, wenn er ein leidenschaftlicher Mozart-Fan ist. Sie sollten allerdings ein paar Namen der Sänger kennen und sich eine Meinung über die Aufführung gemacht haben. Wichtig ist auch, daß Sie vorher überlegen, ob Sie ein bestimmtes Thema nicht lieber erst dann ansprechen, wenn Ihnen mehr als nur diese zwei, drei Minuten bleiben. Das könnte in der Kantine oder bei einem gemeinsamen Biergartenbesuch sein.

Ute Dorau ist freie Wirtschaftsjournalistin in Salzburg und hat ein Buch zum Thema rund ums berufliche Vorankommen verfaßt: Ute Dorau: Karrieretipps - Karrieretricks

Quelle: rwi
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