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Karrieresprung Groß oder klein: Welcher Betrieb ist der richtige?

28.04.2006 ·  Die Größe macht doch einen Unterschied. Peter Hüsener, vormaliger Bereichsleiter bei SAP, jetzt Vorstandsvorsitzender der Bielefelder Lynx-Consulting AG zur Arbeitswelt in großen und kleinen Betrieben, der Altersmischung einer Belegschaft und dem Weg zum Traumarbeitgeber.

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Peter Hüsener (42, Mathematiker), als vormaliger Bereichsleiter der SAP Deutschland und jetzt Vorstandsvorsitzender der Bielefelder Lynx-Consulting AG bestens vertraut mit dem Markt für SAP-Beratung, antwortet auf Fragen zum Unterschied der Arbeitswelt in großen und kleinen Unternehmen, der richtigen Altersmischung einer Belegschaft und dem geeigneten Weg zum Traumarbeitgeber.

Herr Hüsener, Sie kennen die Welt der kleinen und der großen Unternehmen - wo liegt der jeweilige Reiz?

In einem großen Unternehmen lernen Sie Prozesse, Methoden und eine sehr ausgeprägte Planungskultur kennen. Das ist gutes Rüstzeug, auf das man in den meist tagesorientierten, auf jeden Fall häufig pragmatischer handelnden kleineren Unternehmen zurückgreifen kann. Große Unternehmen sind - trotz aller Bemühungen um Flexibilität und Schnelligkeit - meist einfach schwerfälliger in ihren Entscheidungen. Sie kompensieren dieses mögliche Manko jedoch dadurch, daß sie den Markt mit Standards prägen und daß sie die in ihrem Umkreis tätigen Partner als Innovatoren einsetzen. Insofern ist man im kleineren Unternehmen häufiger auf einer Entdeckungsreise ins unkartierte Gelände.

Sie selbst haben in einem Großunternehmen gearbeitet. Wofür brauchten Sie diesen Ausflug in ein anderes berufliches Umfeld?

Es war mehr eine Chance als ein 'Brauchen'. Ich konnte vieles üben mit entsprechender Auf- und jetzt mit Ausstiegsperspektive. Ich hatte Geschäftsverantwortung mit dem doppelten Netz, das sich schlicht aus der Größe eines marktführenden Unternehmens ergibt.

Ihr Vorgänger bei Lynx ist der Unternehmensgründer - hatte das Auswirkungen auf Ihre Entscheidung, die Unternehmensführung zu übernehmen?

Nein. Ich denke, es ist immer schlecht, sich als Abbild eines Vorgängers zu verstehen - ich trage andere Schuhe als die des Gründers, und ich weiß, daß ich nur in diesen erfolgreich sein kann. Doch eines stimmt sicher - wer ein Unternehmen leitet, muß - ob er nun Anteilsbesitzer ist oder nicht - klar unternehmerisch ausgerichtet sein.

Wie mischen Sie im Unternehmen Berufseinsteiger und Fachleute?

Unser langfristiger Erfolg basiert auf einer gesunden Alterspyramide. Ich brauche also sowohl die hungrigen Einsteiger in den Zwanzigern, die erwachsenen Dreißiger und Vierziger (diese vielleicht in der Mehrzahl) und die 'old boys' in den Fünfzigern und Sechzigern. Der Fehler ist, beim Kunden nur mit dem Vertreter einer der Altersgruppen aufzutauchen.

Was verändert sich für die „alten Hasen“, wenn junge Leute dazu kommen?

Sie lernen wieder schätzen, was sie können. Das mag Sie möglicherweise erstaunen. Es ist nicht die Konkurrenz der Nachkommenden, die ein Unternehmen voran bringt, sondern in gleichem Maße auch das Vertrauen der Erfahrenen in ihren Wissensvorsprung. Gerade der Berater muß beim Kunden für Verläßlichkeit nicht nur in den neuen Ideen, sondern auch vor allem in deren Umsetzung sorgen.

Heute spricht alle Welt von Google, von Web-Logs und Pod-Casts. Was ist denn da noch spannend an einer Arbeit im Kontext etwa von SAP?

Es gibt für mich nichts spannenderes, als Unternehmensabläufe zu verstehen und möglicher Weise zu verändern. Als SAP-Partner setzen wir dazu eine sehr effiziente Informationstechnologie ein und schauen im Ganzen auf ein dynamisches Gleichgewicht vorhandener und neuer Anwendungen. Wir sehen uns im SAP Geschäft als aktive Moderatoren für den Erfolg unserer Kunden in ihren Geschäftsprozessen. Das schließt manche Grenzüberschreitung in das Neuland interaktiver Portale nicht aus. Deshalb haben wir auch ein höchst schlagkräftiges Open Source Team an Bord.

Was würden Sie Berufseinsteigern raten, sich direkt bei ihrem Traumarbeitgeber zu bewerben oder Umwege über unterschiedliche Stationen von vornherein einzuplanen?

Vielfalt schmückt. Ich habe meine ersten Berufserfahrungen als Freizeitredakteur gesammelt, habe im Studium Zeit auf Island verbracht, bin Nebenerwerbslandwirt und bin mittlerweile beim vierten Arbeitgeber angekommen. Für mich war das richtig. Doch jeder sollte dabei seiner eigenen inneren Stimme folgen.

Die Frage stellte Michael Erben.

Quelle: FAZ.NET
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