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Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg Der Herr Baron wird Minister

09.02.2009 ·  Karl Theodor zu Guttenberg gehörte in den 60er Jahren zu den Architekten der ersten Großen Koalition in der Bundesrepublik. Sein gleichnamiger Enkel wird nun Ressortchef in der zweiten großen Koalition. Was prädestiniert den CSU-Aufsteiger für das Amt des Wirtschaftsministers?

Von Thiemo Heeg
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Außerhalb Oberfrankens war der Name Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg bis vor kurzem kein Begriff. Innerhalb von zwölf Monaten legte der CSU-Politiker dann aber eine kometenhafte Karriere hin, die ihn erst nach München führte und jetzt sogar nach Berlin: Der 37-Jährige wird Nachfolger des amtsmüden Bundeswirtschaftsministers Michael Glos. Was prädestiniert den Mann für den Job? Und was fasziniert CSU-Chef Horst Seehofer an ihm?

Beobachter lobten bislang vor allem seine Auftritte als Außenpolitiker auf internationalem Parkett: So habe er bei Terminen im Kongress in Washington, im Außenministerium oder im Weißen Haus eine glänzende Figur gemacht und auf internationalen Konferenzen auch unter Druck seinen Mann gestanden. Der erste Schritt nach oben gelang dem promovierten Juristen im Dezember 2007, als er in einer Kampfabstimmung Vorsitzender des CSU-Bezirks Oberfranken wurde.

Sohn eines Dirigenten und einer Gräfin

Und dann die für die CSU schwer enttäuschende Landtagswahl im September. Die alte Garde machte den jungen Hoffnungsträgern Platz: Der 41 Jahre alte Georg Fahrenschon wurde Finanzminister, Guttenberg Generalsekretär. Beide wurden als Glos-Nachfolger gehandelt. Tatsächlich bleibt Fahrenschon, was er ist. Und Guttenberg geht in die Hauptstadt. Womöglich passt dieser Job auch besser zu ihm als der des CSU-Generalsekretärs. Seinem Ziehvater Seehofer gilt er zwar als „gewaltiges politisches Talent“, das sich allerdings eher als Diplomat Meriten erwarb denn als Parteiausputzer.

Das hat mutmaßlich mit familiären Wurzeln zu tun. Guttenberg wurde am 5. Dezember 1971 in München als Sohn des Dirigenten Enoch zu Guttenberg und der Gräfin Christiane von Eltz geboren. Er entstammt einem alten, 1158 erstmals urkundlich erwähnten fränkischen Adelsgeschlecht. Urgroßonkel Karl Ludwig Freiherr von und zu Guttenberg (1902-1945) hatte enge Kontakte zu den NS-Widerstandskämpfern des Kreisauer Kreises. Und Großvater Karl Theodor zu Guttenberg (1921-1972) war in den 60er Jahren ein profilierter CSU-Außenpolitiker im Bundestag und gehörte zu den Architekten der ersten Großen Koalition in der Bundesrepublik. Unter Kurt Georg Kiesinger amtierte er 1967-1969 als Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeskanzleramt.

Nur wenige Berührungspunkte mit der Wirtschaft

Von Haus aus ist der neue Wirtschaftsminister Jurist („summa cum laude“). Seine Berührungspunkte mit der Wirtschaft sind übersichtlich: Von 1994 an war er in die Leitung des Familienbetriebes Guttenberg GmbH in München eingebunden, einer Gesellschaft, die offenbar hauptsächlich zur Verwaltung des Familienvermögens geschaffen wurde. Von 1996 bis 2002 saß er im Aufsichtsrat der Rhön-Klinikum AG.

Freilich: Dass er sich rasch in sein neues Amt einarbeitet, daran zweifelt kaum jemand. Denn Guttenberg, der in seiner Heimat schon mal mit „Herr Baron“ betitelt wird, treibt der Ehrgeiz: „Wir tragen unseren Namen nicht wie eine Monstranz vor uns her, sondern versuchen, vorauseilenden Klischees mit Leistung zu begegnen. So bin ich erzogen worden“, verkündete er in einem Interview.

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Jahrgang 1966, Redakteur in der Wirtschaft.

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