Bankenaufseher haben in der Commerzbank einen Kapitalbedarf von 5,3 Milliarden Euro festgestellt. Kaum jemand hat dem Vorstandsvorsitzenden Martin Blessing zugetraut, diese Kapitallücke ohne neue Hilfen vom Staat zu schließen. Genau dies scheint Blessing aber zu gelingen, zumindest sieht sein Konzept diese Erfolgsmeldung vor. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, dessen Bankenrettungsfonds Soffin noch mit 6,5 Milliarden Euro in der Commerzbank investiert ist, hat die Pläne schon gesehen. Spätestens am Freitag muss Blessing sein Vorhaben den Aufsehern vorlegen. Diese werden es akzeptieren.
Das Bündel an Maßnahmen aber wie gefordert bis zur Jahresmitte zu verwirklichen wird schwieriger, als es auf Papier zu schreiben. Die Commerzbank will kein neues Kapital aufnehmen. Sie will ihre brüchige Kapitaldecke vor allem schließen, indem sie Risiken verringert. Wertpapiere verkaufen wollen aber derzeit fast alle Banken. Auch deshalb sind die Preise für Staatsanleihen und strukturierte Wertpapiere trotz bisher eher geringer Ausfälle niedrig. Die Gefahr besteht, dass die Commerzbank beim Verkauf unter Zeitdruck ihre Risiken nur unter Inkaufnahme neuer Verluste loswird.