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Kapitalerhöhung Commerzbank nur zweite Klasse

Mit Mühe hat die Commerzbank mehr Kapital aufgenommen. Wer das mit der Deutschen Bank vergleicht, erkennt die Zweiklassengesellschaft, in der sich die beiden deutschen Großbanken bewegen.

Es gibt Banken, die nehmen 3 Milliarden Euro an Kapital auf und die Investoren reißen sich förmlich darum: So die Deutsche Bank, als sie Ende April kurzfristig eine Kapitalerhöhung ankündigte, die noch am selben Abend deutlich überzeichnet und damit sehr erfolgreich plaziert wurde. Und es gibt die Commerzbank, die vor zwei Monaten eine Kapitalerhöhung über 2,5 Milliarden Euro angekündigt hatte, um dem Bankenrettungsfonds Soffin und der Allianz stille Einlagen über 1 beziehungsweise 0,75 Milliarden Euro zurückzuzahlen.

Markus Frühauf Folgen:    

Am Dienstagmorgen hat Deutschlands zweitgrößte Bank die Details bekannt gegeben, und sie fallen, wie zu befürchten war, enttäuschend aus. 556 Millionen neue Aktien müssen ausgegeben werden. Damit wird die Zahl der Aktien nahezu verdoppelt, um das angestrebte Volumen der Kapitalerhöhung zu erreichen. Denn der Kursabschlag auf die neuen Aktien ist beträchtlich: Am Montag hatte die Commerzbank-Aktien mit 9,94 Euro geschlossen, die neuen Aktien können die Aktionäre für 4,50 Euro je Titel erwerben. Das ist auf dem ersten Blick ein Abschlag von 55 Prozent.

Deutsche Bank bleibt in der Weltliga

Allerdings wird die Commerzbank darauf verweisen, dass der Abschlag nur 38 Prozent beträgt, weil der Aktienkurs um den Wert des Bezugsrechtes bereinigt werden muss. Aktionäre, die nach den zahlreichen Rückschlägen in den vergangenen Jahren keine neuen Aktien zum Bezugsverhältnis von 20 neue Aktien für 21 alte Titel erwerben wollen, können bis zum 28. Mai ihre Bezugsrechte  an der Börse verkaufen. Sie haben einen rechnerischen Wert von 2,65 Euro. Zieht man den Wert vom Schlusskurs ab, ergibt sich ein neuer Aktienkurs von 7,29 Euro. Auf diesen beträgt der Kursabschlag dann 38 Prozent.

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Wer dem Vorstandsvorsitzenden Martin Blessing wohlgesonnen ist, wird dies als ein international übliches Zugeständnis bei Kapitalerhöhungen werten. Wer auf die Deutsche Bank blickt, erkennt die Zweiklassengesellschaft, in der sich die beiden deutschen Großbanken schon seit geraumer Zeiten bewegen. Die Deutsche Bank spielt trotz aller Rechtsrisiken in der Weltliga, während die Commerzbank von Umbau zu Umbau eilt und nicht wirklich vom Fleck kommt. Die Deutsche Bank konnte ihre neuen Aktien ohne Abschlag plazieren. Sie konnte sogar das angestrebte Volumen leicht anheben, weil die Nachfrage so groß war. Die Commerzbank muss ihre neuen Aktien zum Discountpreis verscherbeln und wird so zum Spielball der Hedgefonds.

Quelle: FAZ.NET

 
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Veröffentlicht: 14.05.2013, 12:43 Uhr

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Von Christian Geinitz

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