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Kampf um Glaubwürdigkeit Auch deutsche Ökonomen wollen sich Ethikregeln geben

Die Nebenverdienste von Ökonomen sind in Verruf geraten. Im Kampf für mehr Glaubwürdigkeit haben sich amerikanische Ökonomen daher striktere Ethikregeln auferlegt. Jetzt wollen die deutschen Ökonomen nachziehen.

© Caro / Aufschlager Vergrößern „Wir brauchen Transparenz“: Michael Burda

Die deutschen Ökonomen wollen sich eigene Ethikregeln auferlegen. Damit folgten sie dem Beispiel ihrer amerikanischen Kollegen, die künftig Interessenkonflikte in ihren Publikationen offen darstellen wollen, sagte der Vorsitzende des Vereins für Socialpolitik, Michael Burda, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Donnerstagsausgabe).

„Für deutsche Ohren mögen sich strenge Regeln extrem anhören, aber wir wollen ernst genommen werden. Also brauchen wir Transparenz“, sagte Burda. Finanzielle und parteipolitische Verbindungen beeinflussten den Rat, den Ökonomen an Politiker geben, und müssten deshalb aufgedeckt werden.

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Unterstützung erhält er aus dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. „Es darf nicht sein, dass man in erheblichem Maße Zuwendungen erhält von einer Institution, die man begutachtet“, sagte dessen Mitglied Christoph Schmidt der Zeitung. Trete ein Wirtschaftsforscher als Gutachter für Einzelunternehmen auf, könne das die Neutralität seines Rats einschränken, sagte der Präsident des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung in Essen. Eine solche Verbindung müsse zumindest offengelegt werden, damit der Empfänger der Empfehlungen sie mit abwägen könne.

Der Verein für Socialpolitik ist die wichtigste Interessenvertretung deutschsprachiger Ökonomen, der 3800 Mitglieder angehören. Auf einer Fachtagung in Chicago hatte ihr amerikanisches Pendant, die American Economic Association, ein Regelwerk beschlossen, nach dem künftig alle möglichen Interessenkonflikte ihrer Mitglieder und ihrer Familienangehörigen in Fachpublikationen dargestellt werden sollen. Damit reagierten sie auf die öffentliche Kritik in der Finanzkrise, Wirtschaftswissenschaftler hätten sich mit Kritik an der Finanzwirtschaft zurückgehalten, weil sie gekauft worden seien.
 

Mehr zum Thema lesen Sie in der Donnerstagsausgabe der F.A.Z. (Seite 12).

Quelle: FAZ.NET

 
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