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Kampf gegen Übergewicht Walt Disney verbannt Süßigkeiten aus der Werbung

 ·  Amerikanische Kinder sind zu dick. Das jedenfalls findet der Disney-Konzern und will ab 2015 keine Werbung für ungesunde Lebensmittel mehr verbreiten. Damit heizt der Konzern die Debatte zum Thema Übergewicht in den Vereinigten Staaten weiter an.

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Angesichts der zunehmenden Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen in den Vereinigten Staaten will der Disney-Konzern auf seinen Fernsehsendern und Webseiten künftig keine Werbung mehr für ungesundes Essen zeigen. Ab 2015 dürften nur noch Lebensmittel und Getränke auf den Kanälen des Konzerns beworben werden, die bestimmte Nährwert-Standards erfüllten, erklärte Disney am Dienstag.

Damit heizt der Konzern die Debatte zum Thema Übergewicht in Amerika weiter an: Erst kürzlich hatte sich der New Yorker Bürgermeister Bloomberg ein neues Verbot einfallen lassen: Er will der Gastronomie in der Stadt den Verkauf von großen Colabechern verbieten. Süße Softdrinks soll es künftig in New York nur noch in Bechern und Flaschen mit einem Inhalt von höchstens 16 Flüssigunzen (knapp ein halber Liter) geben. Ähnliche Debatten beginnen auch in Deutschland: Der Vorsitzende des Sachverständigenrats für Umweltfragen (SRU), Martin Faulstich, hat kürzlich vorgeschlagen, Fettsteuern auf ungesundes Essen einzuführen.

Werbebann für Schokoriegel und Kartoffelchips

Nun teilte Disney mit, den Verzehr von Obst und Gemüse fördern zu wollen. Für kalorienreiche Lebensmittel wie Schokoriegel oder Kartoffelchips werde dagegen ein Werbebann verhängt, hieß es weiter. Die Nährwert-Richtlinien seien mit den landesweit gültigen Standards abgestimmt und zielten neben gesünderem Essen auf die Reduzierung von gesättigten Fettsäuren, Salz und Zucker. Danach müssen zum Beispiel Frühstücks-Flakes oder -Müsli weniger als zehn Gramm Zucker pro Portion enthalten.

„Die emotionale Bindung, die Kinder zu unseren Figuren und Geschichten haben, gibt uns eine einzigartige Möglichkeit, ihnen weiterhin eine gesunde Lebensweise nahezulegen“, schrieb Robert Iger, der Vorstandsvorsitzende der Walt Disney Company auf der Konzern-Homepage.

Die Regeln gelten für die Sender Disney Channel, Disney XD, Disney Junior, Radio Disney sowie die Kinder-Webseiten des Konzerns. Betroffen sind auch die Comic-Sendungen, die samstagsmorgens auf den zu Disney gehörenden ABC-Sendern gezeigt werden.

Disney plant den Angaben zufolge auch eine „Mickey Check“ genannte Lebensmittel-Kennzeichnung, die Familien dabei helfen soll, in den Geschäften und Freizeitparks des Konzerns gesundes Essen zu finden. Dieses Label soll bereits bis Ende 2012 eingeführt werden und auch gesunde Rezepte auf den Webseiten disney.com und family.com auszeichnen.

Die Präsidentengattin Michelle Obama lobte den Vorstoß von Disney als wichtigen Beitrag „für die Gesundheit unserer Kinder“. Die First Lady, die sich dem Kampf gegen die Fettleibigkeit verschrieben hat, hoffte, dass andere Unternehmen dem Beispiel folgen. Derzeit gelten 17 Prozent der amerikanischen Kinder als stark übergewichtig. Die Zahl hat sich in den vergangenen 30 Jahren verdreifacht.

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Von Hendrik Kafsack, Brüssel

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