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Kampf gegen Fettleibigkeit Große Colabecher werden in New York verboten

 ·  Der New Yorker Bürgermeister Bloomberg hat sich auf seinem Gesundheitskreuzzug ein neues Verbot einfallen lassen: Er will der Gastronomie in der Stadt den Verkauf von Süßgetränken in großen Behältern untersagen.

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© dpa Zu groß für Amerika: Limobecher in einem Schnellrestaurant in New York

Bloomberg will damit die Fettleibigkeit der New Yorker eindämmen. Diese Getränke soll es künftig nur noch in Bechern und Flaschen mit einem Inhalt von höchstens 16 Flüssigunzen (knapp ein halber Liter) geben. Betroffen wären Restaurants und Imbissketten, Snack-Stationen in Kinos und Sporthallen.

Der Verkauf in Supermärkten wäre weiter in beliebig großen Behältern erlaubt, und kalorienreduzierte Getränke wie „Diet Coke“ blieben allgemein zulässig. Die Verordnung soll im März 2013 in Kraft treten. New York wäre die erste amerikanische Stadt mit einem solchen Verbot. Das Süßgetränkeverbot ist die jüngste in einer ganzen Serie von Gesundheitsinitiativen des New Yorker Bürgermeisters und wohl eine der spektakulärsten - schließlich ist kaum ein anderes Produkt so uramerikanisch wie Coca-Cola. Bloomberg hat seit seinem Antritt 2002 mit einer ganzen Reihe von Vorschriften in die Konsumgewohnheiten seiner Bürger eingegriffen. Vor allem hat er sich den Kampf gegen das Rauchen und für eine gesündere Ernährung auf die Fahnen geschrieben. Er setzte gegen viel Widerstand 2003 ein Rauchverbot in der Gastronomie durch, seit 2011 ist Rauchen auch in den Parks der Stadt nicht mehr erlaubt. 2008 hat New York als erste amerikanische Stadt Restaurantketten vorgeschrieben, die Kalorien der Gerichte auf ihren Speisekarten anzugeben. Der New Yorker Gastronomie wurde außerdem die Verwendung von Transfettsäuren verboten.

Süßgetränke sind Bloomberg schon länger ein Dorn im Auge. Er setzte sich für eine Steuer darauf im Bundesstaat New York ein, das Vorhaben scheiterte. „Fettleibigkeit ist ein nationales Problem“, sagte er nun der „New York Times“ zur Begründung seiner jüngsten Offensive. Er gab gleichzeitig zu, dass New Yorker das Verbot auf sehr einfache Weise umgehen werden können - indem sie sich zwei kleine Behälter kaufen statt eines großen.

In Deutschland fordern weder einflussreiche politische Parteien noch Verbraucherschützer Verbote ungesunder Lebensmittel. Andere Maßnahmen jedoch, wie eine Steuer auf süße, fettige oder besonders salzige Produkte, finden zunehmend Befürworter. Vor wenigen Monaten legten die Vereinten Nationen den Staaten solche Steuern nahe. Die Bundesregierung lehnt dies ab. „Strafsteuern für vermeintlich ungesunde Lebensmittel wird es mit uns nicht geben“, sagte ein Sprecher des Bundesverbraucherschutzministeriums. Im Koalitionsvertrag heißt es, eine politische Steuerung des Konsums und Bevormundung der Verbraucher durch Verbote und Strafsteuern lehne man ab. Fettsteuern seien „Symbolpolitik“, sagte der Sprecher, man setze lieber auf Transparenz.

Schon der Ansatz, einzelne Produkte „gesund“ oder „ungesund“ zu nennen, sei falsch, sagte die Geschäftsführerin des Verbandes Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde, Angelika Mrohs. Ungesund könne nur eine Ernährungsweise als Ganzes sein.

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Jahrgang 1970, Wirtschaftskorrespondent in New York.

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