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Kampf gegen die Schuldenkrise Der IWF will mehr Geld

 ·  Die Forderung von zusätzlichen 500 Milliarden Dollar verdeutlicht, mit welch großer Sorge der Internationale Währungsfonds die Schuldenkrise in Europa sieht.

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Der Internationale Währungsfonds (IWF) will mehr Geld. Berechnungen der Mitarbeiter zeigten einen zusätzlichen Finanzbedarf von 500 Milliarden Dollar, teilte der Währungsfonds am Mittwoch mit. Inklusive einer Reserve könnte dies für die Mitgliedstaaten eine zusätzliche Belastung von bis zu 600 Milliarden Dollar bedeuten. Diese Summe enthält die rund 200 Milliarden Dollar (150 Milliarden Euro), die dem Fonds Ende des vergangenen Jahres von europäischen Staaten als Finanzspritze zugesagt wurden.

Welche Aussichten die geforderte Kapitalaufstockung hat, ist unklar. Der größte Anteilseigner des Fonds, die Vereinigten Staaten, hatte bislang große Zurückhaltung signalisiert. Damit wollen sie auch den Druck auf die Europäer erhöhen, die Schuldenkrise im Euroraum entschlossen anzugehen. Im amerikanischen Kongress ist der Wille nicht groß, dem IWF mehr Geld zu geben. Schwellenländer wie China oder Brasilien haben seit vergangenem Herbst mehrfach angedeutet, dass sie bereit seien, dem Fonds vor dem Hintergrund der Euro-Krise mehr Geld zur Verfügung zu stellen, bislang aber keine konkreten Zusagen gemacht. Sie dringen im Gegenzug auf mehr Einfluss in der internationalen Finanzinstitution, die wie eine Kreditgenossenschaft funktioniert. Die Finanzminister der G-20-Staaten werden über die Forderung des IWF auf ihrem Treffen im Februar in Mexiko beraten.

Die Finanzen des Fonds wurden im Zuge der Wirtschaftskrise 2008/09 schon drastisch erhöht. Die Kapitalbasis des Fonds beträgt rund 1 Billion Dollar. Derzeit stehen ihm an ungebundenem Geld für die kommenden zwölf Monate rund 386 Milliarden Dollar zur Verfügung. 63 Prozent der zugesagten Krisen- und vorbeugenden Kreditlinien über 250 Milliarden Dollar sind in europäischen Staaten gebunden - 56 Prozent allein in EU-Staaten. Kredite zur Armutsbekämpfung sind in dieser Rechnung nicht berücksichtigt.

Die geschäftsführende Direktorin des IWF, Christine Lagarde, hatte zuvor nach einer ersten Diskussion mit dem Direktorium des Fonds die Erkenntnis begrüßt, dass eine adäquate finanzielle Schlagkraft des Fonds gesichert werde müsse, um die globale wirtschaftliche Schwäche und regionale Herausforderungen zu entschärfen. Den Berechnungen des Fonds-Managements liegt die Annahme zugrunde, in den kommenden zwei Jahren bestehe global ein potentieller Finanzierungsbedarf von rund 1 Billion Dollar, sollte sich die Lage der Weltwirtschaft hinreichend verschlechtern. Der Fonds hat angekündigt, dass er kommende Woche seine Wachstumsprognose deutlich herabsetzen wird. Der Lenkungsausschuss des IWF und die G-20-Runde der großen Industrie- und Schwellenländer hatten dem Währungsfonds vergangenes Jahr den Auftrag erteilt, die Finanzausstattung zu überprüfen.

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Jahrgang 1965, Wirtschaftskorrespondent in Washington.

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