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Kalifornien Arnold Schwarzenegger holt Warren Buffett in sein Team

14.08.2003 ·  Der zweitreichste Mann der Welt wird zum Wirtschaftsberater im Wahlkampf um das Gouverneursamt in Kalifornien. "Er ist der erfolgreichstes Investor aller Zeiten, mein Mentor, mein Held", schwärmt Schwarzenegger.

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Die Wirtschaft des sonnigen Kalifornien soll einen Helfer aus dem rauhen Nebraska bekommen. Warren Buffett, der von Omaha in Nebraska aus sein Beteiligungsunternehmen Berkshire Hathaway führt, ist von Arnold Schwarzenegger, der sich Hoffnungen auf das Amt des Gouverneurs von Kalifornien macht, als Berater für Wirtschaftsfragen benannt worden. Anläßlich der Berufung sparte Schwarzenegger nicht mit Lob für den 72 Jahre alten Buffett: "Er ist der erfolgreichstes Investor aller Zeiten, mein Mentor, mein Held", sagte der Filmschauspieler, der in seinen Auftritten selbst gern Heldenrollen übernimmt.

Geschätztes Vermögen: 35 Milliarden Dollar

Buffett ist mit einem Vermögen von geschätzten 35 Milliarden Dollar nach Bill Gates, dem Mitbegründer des Softwarekonzerns Microsoft, der zweitreichste Mann der Welt. Buffett soll gemeinsam mit anderen Wirtschaftsfachleuten einen Plan zur Bewältigung der Finanzkrise in Kalifornien aufstellen. Dabei gibt es viel zu tun. Im Budget des jetzigen Gouverneurs Gray Davis klafft eine Lücke von 38 Milliarden Dollar. Die Entwicklung ist für die Kalifornier bedrückend, denn bei seiner Wahl 1998 hatte Davis noch einen Etatüberschuß von 12 Milliarden Dollar übernommen und konnte sich zwei Jahre später darüber freuen, daß die kalifornische Volkswirtschaft in den Zeiten des Technologiebooms plötzlich ein höheres Bruttoinlandsprodukt ausweisen konnte als Frankreich. Inzwischen verlassen wohl täglich Unternehmen und Einwohner den bevölkerungsreichsten Bundesstaat Amerikas. Buffett soll deshalb helfen, im "Golden State" endlich neue Goldgräberstimmung aufkommen zu lassen.

Auf den ersten Blick könnte dafür kaum jemand geeigneter sein. Buffett hat sich einen Ruf als vorausschauender und zugleich vorsichtiger Investor erworben, der um die Aktien der Technologieunternehmen des Silicon Valley stets einen Bogen gemacht hat. Sein Geld steckt in Versicherungsunternehmen, in Herstellern von Rasierklingen oder brauner Zuckerlimonade. Unter Kennern der kalifornischen Politik ist dennoch umstritten, ob Schwarzenegger mit der Auswahl Buffetts eine glückliche Hand bewiesen hat. Denn Schwarzenegger selbst geht als gemäßigter Republikaner in die angestrebte Abwahl des Demokraten Davis. Buffett wiederum ist ein ehemaliger Republikaner, der sich zum Demokraten gewandelt hat und in der Vergangenheit als Förderer des Wahlkampfes von Hillary Clinton um ihr Senatorenamt im Staat New York aufgefallen ist.

Kritik an George Bush

Zudem hat Buffett die von Präsident George Bush ursprünglich angestrebte Steuerbefreiung von Dividenden als "Geschenk für Reiche" kritisiert. Beides könnte republikanische Stammwähler in Kalifornien abschrecken, worauf vor allem die Kandidaten hoffen, die sich in der Vergangenheit stärker als Schwarzenegger in den Dienst der Republikanischen Partei gestellt haben. Andererseits ist die Wählerschaft in Kalifornien vergleichsweise demokratisch-liberal eingestellt, weshalb die Berufung Buffetts geschickt gewesen sein könnte.

Sung Wohn Sohn, der Chefvolkswirt der in San Francisco ansässigen Bank Wells Fargo & Co., geht jedenfalls davon aus, daß Buffett Schwarzeneggers Bewerbung Glaubwürdigkeit verleihen wird. "Wenn Buffett sagt, wir müssen uns wirklich zusammenreißen, die Steuern erhöhen und die Ausgaben kürzen, dann wird das von ihm überzeugender klingen als von einem Politiker", sagt Sohn, der umreißt, auf welche Politik sich die Kalifornier künftig unabhängig vom Namen des Gouverneurs einstellen müssen. Denn Kalifornien kämpft dagegen, als spekulativer Schuldner eingestuft zu werden, dessen Anleihen nur mehr "Junk Bond"-Status haben. Schwarzenegger dachte zunächst, daß Kalifornien dort bereits angekommen sei. Doch damals hatte er auch noch keinen Wirtschaftsberater.

Quelle: (Kno.) Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.08.2003, Nr. 188 / Seite 11
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