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John Cryan : Deutsche-Bank-Chef verteidigt Milliardenboni

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Es glänzt nicht mehr wirklich rund um die Zentrale in Frankfurt: Die Deutsche Bank befindet sich in der Krise Bild: AP

Eine Milliarde Euro Boni zahlt die Deutsche Bank – und macht einen Verlust von einer halben Milliarde. Dafür gab es Schelte. Jetzt rechtfertigt sich der Chef – mit einer interessanten Begründung.

          Die Investmentbanker der Deutschen Bank müssen sich für ihren Bonus künftig mehr ins Zeug legen. Ähnliche hohe variable Zahlungen wie für 2017 werde es nur geben, wenn der Geschäftserfolg der Bank es rechtfertige, sagte Bankchef John Cryan am Freitag bei der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt laut Redetext. „Die diesjährige variable Vergütung ist eine einmalige Investition, um der neuen Führung unserer Unternehmens- und Investmentbank die Chance zu geben, unsere Marktposition zu sichern und auf ausgewählten Geschäftsfeldern auszubauen.“

          Für 2017 zahlte das größte deutsche Geldhaus trotz eines Verlusts von einer halben Milliarde Euro der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ zufolge Boni in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro aus. Das war doppelt so viel wie im Jahr zuvor. Die Deutsche Bank spricht allerdings lieber von „variabler Vergütung“.

          Harte Kritik an den Boni

          Politiker hatten die Bank für ihre Boni-Politik scharf kritisiert. Die SPD sprach sich dafür aus, in den Koalitionsverhandlungen die steuerliche Absetzbarkeit der Boni zu begrenzen – kann dies aber offenbar nicht durchsetzen. Auch Union äußerte sich kritisch. CDU-Politiker Matthias Zimmer bemängelte, die überproportionalen Boni trotz Verlusten gefährdeten die Legitimität der Wirtschaftsordnung.

          Vor allem die traditionell gut bezahlten Investmentbanker sollen sich für höhere Boni eingesetzt haben. Laut F.A.S. hätten sie argumentiert, bei verkürzten Boni würden die besten Leute die Bank verlassen. Co-Vorstandsvorsitzender Marcus Schenck hatte den Schritt kürzlich in einem Interview verteidigt: „Wir müssen gerade jetzt in unsere Leute investieren und international wettbewerbsfähig bleiben – auch bei den Gehältern.“ In den letzten Monaten hatte die Bank zahlreiche Banker an die Konkurrenz verloren. Die hohen Boni sollten dem wohl entgegenwirken.

          John Cryan

          Cryan betonte, die Deutsche Bank strebe für dieses Jahr wieder einen Gewinn vor Steuern und nach Steuern an. „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir die Voraussetzungen für eine nachhaltige Trendwende geschafft haben.“ Allerdings werde auch 2018 wieder ein „Jahr harter Arbeit.“

          Deutschlands größtes Geldhaus hatte den Verlust zuvor mit der amerikanischen Steuerreform begründet. Ohne diese Belastung, die im vierten Quartal verbucht wurde, hätte das Institut einen Gewinn von rund 900 Millionen Euro eingefahren. 2016 hatte der Verlust unter dem Strich 1,4  Milliarden Euro betragen. Die Erträge gingen 2017 um zwölf Prozent auf 26,4 Milliarden Euro zurück. Damit schnitt das Frankfurter Geldhaus in etwa so ab wie Analysten erwartet hatte.

          „Nur durch die Belastungen der amerikanischen Steuerreform zum Jahresende haben wir nach Steuern einen Verlust verbuchen müssen“, erklärte Bankchef Cryan. Die Bank sei aber auf einem guten Weg zu nachhaltigem Wachstum und einer höheren Rendite. Der Zusammenschluss mit der Postbank und der Teilbörsengang der Vermögensverwaltung DWS kämen gut voran. „Wir haben also Fortschritte gemacht, sind aber mit unseren Ergebnissen noch nicht zufrieden.“

          DT. BANK

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