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Jedem Kind ein Laptop Kaufen und spenden: Amazon hilft

08.09.2008 ·  Den „100-Dollar-Laptop“ gibt es zu Weihnachten bei Amazon. Wer einen kauft, spendet einen anderen. Das könnte für die Initiative One Laptop Per Child eine große Hilfe sein. Bisher läuft der Verkauf schleppend.

Von Carsten Knop
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Das vor allem für Kinder in Entwicklungsländern gedachte Billig-Notebook XO soll demnächst auch über Amazon, den größten Online-Händler der Welt, verkauft werden. Das bestätigte der Gründer der Initiative One Laptop Per Child (OLPC), Nicholas Negroponte, am Wochenende. Nähere Details nannte er nicht. Ein leitender OLPC-Mitarbeiter hatte aber zuvor schon einem Brancheninformationsdienst gesagt, das bunte XO-Notebook werde zum Weihnachtsgeschäft, also voraussichtlich von Ende November bis Ende Dezember, bei Amazon erhältlich sein.

Die Zusammenarbeit mit Amazon könnte für die gemeinnützige Initiative eine große Hilfe sein: Das Ziel des Projekts ist es, mehrere Millionen Laptops an arme Kinder in rund 30 Ländern der Welt abzugeben. Wer nun einen Laptop bei Amazon kauft, spendet damit künftig sogleich einen weiteren für ein Kind in einem Entwicklungsland. Einfluss darauf, in welche Länder und an welche Kinder die Geräte gehen, haben allerdings nur Großspender.

Nur einige hunderttausend ausgeliefert

Der Online-Einzelhändler Amazon verfügt über eine effiziente Logistik, während OLPC zuletzt Schwierigkeiten hatte, die Notebooks ohne Verzögerungen zu liefern. Auch aus diesem Grund liegt die Initiative derzeit weit hinter ihren ursprünglichen Zielen zurück. Statt Millionen sind bis heute nur einige hunderttausend Laptops ausgeliefert worden. Vor allem aber: Die Regierungen der Entwicklungsländer, die als Hauptkunden vorgesehen waren, halten sich mit Bestellungen zurück. Das liegt zum einen daran, dass die Entwicklung des Notebooks sehr viel länger als geplant gedauert hat und der Preis mit knapp 200 Dollar auch beinahe doppelt so hoch ist wie ursprünglich von Negroponte und seinen Sponsoren vorgesehen.

Ursprünglich sollten die Laptops nur 100 Dollar kosten, was ihnen den entsprechenden Namen "100-Dollar-Laptop" eingetragen hat. Dieses Versprechen ließ sich allerdings nicht halten. Zudem konterten etablierte Unternehmen der Computerbranche mit eigenen Billig-Laptops. Der mit Abstand marktführende Chiphersteller Intel, der kurze Zeit ebenfalls ein Partner des Projekts gewesen war, schied zu Beginn dieses Jahres wieder aus. Damit arbeitet der XO weiterhin ausschließlich mit Chips des Intel-Wettbewerbers Advanced Micro Devices (AMD).

Eine neue Verkaufsstrategie

OLPC führte vor dem Hintergrund der Absatzschwierigkeiten eine neue Verkaufsstrategie ein, die sich vor allem an Privatkunden richtet. Sie können ein XO-Notebook kaufen, wenn sie gleichzeitig eins spenden. Auf diese Weise sollen bisher rund 100000 Computer gespendet worden sein. In der Kooperation mit Amazon, die zunächst auf die Vereinigten Staaten beschränkt ist, soll der XO den Angaben zufolge ebenfalls nach diesem Modell verkauft werden. Das Gerät wird dem Vernehmen nach sowohl mit dem lizenzgebührenfreien Betriebssystem Linux als auch mit dem marktführenden Betriebssystem Windows des amerikanischen Softwarekonzerns Microsoft arbeiten. Der genaue Endverkaufspreis steht allerdings noch nicht fest.

Negroponte selbst, derzeit freigestellter Professor am Massachusetts Institute of Technology, bekommt für seine unermüdliche Arbeit an seinem Projekt kein Geld. Zu den Spendern der ersten Stunde gehören der Internetkonzern Google, das Medienunternehmen News Corp. und eben AMD. Im Januar vergangenen Jahres hatte Negroponte gesagt, es handle sich um "kein Laptop-, sondern ein Bildungsprojekt". Letztlich gehe es darum, an alle Kinder in Entwicklungsländern einen tragbaren Computer mit Internetzugang zu verteilen. Viele Schwierigkeiten der Welt wie Überbevölkerung oder Klimawandel seien nur mit Hilfe der Bildung zu lösen. Der Laptop sei der Schlüssel zu mehr Bildung. Aber an der Frage, welcher Weg der richtige ist, den armen Kindern der Welt Zugang zu modernen Technologien zu verschaffen, scheiden sich seither die Geister.

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Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für die Unternehmensberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

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