Home
http://www.faz.net/-gqe-72tum
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Japan Atomausstieg bis 2040

 ·  Der Atomausstieg in Japan ist beschlossene Sache: Bis 2040 möchte die Regierung schrittweise aussteigen. Fraglich bleibt aber, ob und wie weit sich zukünftige Regierungen den Vorgaben verpflichtet fühlen.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (42)

Richtlinien für Lesermeinungen

Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.

Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.

Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.

Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.

Schließen

Lesermeinungssuche (gesamt):
Sortieren nach
Frank Runke
Frank Runke (frunke) - 17.09.2012 15:14 Uhr

Zwei von fünfzig und keine Götterdämmerung

"Im Mai waren vorübergehend alle 50 verbliebenen Reaktoren des Landes ausgeschaltet. Seit Juli sind zwei Reaktoren wieder in Betrieb."

Bemerkt eigentlich jemand, dass Japan gerade praktisch ohne Kernkraft auskommt? Im Sommer! Ich lese nichts von Todeskämpfen der Industrie etc. Die Klimaanlagen sind alle etwas höher gestellt und die Krawattenindustrie ächzt, aber sonst ist alles paletti. So viel zu "Das schaffen wir gerade so bis 2040".

Empfehlen
Christian Wrobel

Einerseits hat Japan sehr gute natürliche Voraussetzungen,

seinen Plan auch in die Tat umsetzen zu können. Über 10.000 km Küstenlinie, eine 30% höhere Globalstrahlung (als in Deutschland) und ein enormes geothermisches Potential bieten fast optimale Bedingungen für die Nutzung von "Erneuerbaren Energien". Allerdings gibt es auch bekannte Probleme: Ein netztechnisch quasi gespaltenes Land, 10 voneinander abgeschottete Gebietsmonopole, eine mächtige Atomlobby, die auch noch mit der Bürokratie und der Politik sehr eng "verwoben "ist, und ihren Einfluss auch weiterhin ausüben wird.

Japan wird deshalb noch viele inneren Widerstände überwinden müssen. Auch hier kann Deutschland guten Anschauungsunterricht liefern.

Empfehlen
Markus Barns
Markus Barns (mabarn) - 14.09.2012 15:48 Uhr

Garnichts ist beschlossen!

Ich frage mich immer, wie solche Meldungen zu Stande kommen; evtl Wunschdenken. In Japan wurde garnichts beschlossen. Die Regierung hat ein Strategiepapier vorgelegt, in dem irgendwo eine Null stand. So schnell können Sie garnicht schauen, wie das wieder vom Tisch ist.

Das ist ungefähr so wie zu behaupten, Deutschland hätte letzte Woche eine Zuschussrente eingeführt.

Der Artikel zeigt einfach nur, wie schlampig Nachrichtenagenturen arbeiten.

Empfehlen
Frank Marx
Frank Marx (NoGreen) - 14.09.2012 14:54 Uhr

Was machen die Grünen ....

Was machen die Grünen eigentlich, wenn es in Deutschland keine Atomkraft mehr gibt, der Strompreis sich verdoppelt und die energieintensive Industrie samt ihrer Arbeitsplätze ins Ausland abgewandert ist?
Wird man dann Panik gegen die Flugzeuge schüren, die von den dann noch verbleibenden Landebahnen aufsteigen, weil die ja auch ganze Landstriche entvölkern können, wenn sie mit vollen Tanks über einer Millionenmetropole abstürzen? Dabei vernachlässigt man natürlich wieder die Opferzahlen der Vergangenheit. Wieso fällt mir dazu immer nur ein alter Werbeslogan vom Media-Markt ein "Laßt euch nicht ...."

Empfehlen
Jim Greek
Jim Greek (Jos_Vik) - 14.09.2012 14:46 Uhr

Horror !! Wenn das jeder machen würde,

dann müssten alle auf erheblich mehr fossile Energieträger zurückgreifen und wenn man den Ökoappokalyptikern Glauben schenken darf, dann werden die in absehbarer Zeit knapp. Verstehe wer will, dass in Zeiten von IFR, LFTR und der nachfolgender Kernfusion, Leute auf Windmühlen, Solarzellen,Gas, Kohle und Anbauflächen setzen. Ilse Meitner, Otto Hahn, Otto Frisch und Fritz Straßmann würden sich im Grab umdrehen.

Empfehlen
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.09.2012 16:37 Uhr
Christian Wrobel

Die Kernenergie hat weltweit nur einen Anteil von 2% an der Endenergienutzung,

das ist überschaubar. Die Antwort auf ihre Frage ist ganz einfach: die Technik ist entweder nicht ausgereift und / oder viel zu teuer. Zumindest Stand heute.

Empfehlen
Till Diesing
Till Diesing (Zabel24) - 14.09.2012 16:11 Uhr

Horror!

Horror! Wenn sich jeder informieren würde, welch geringen Anteil die Kernkraft am weltweiten Primärenergieverbrauch hat (je nach Berechnungsmethode 5.6% bis 6.0%) und das ausserdem die Regenerativen seit 2001 zunehmen und die Kernenergie abnimmt (Quelle Bundeszentrale für politische Bildung) dann würde man verstehen, wie sinnlos es ist, solche Risiken einzugehen.

Im Übrigen glaube ich nicht, das die von Ihnen genannten Wissenschaftler/innen sich im Grab umdrehten, ich glaube die rotierten schon, wenn sie wüssten das einige wenige Unternehmen richtig dick Geld verdienen und die selben Unternehmen im Jahre 2012 immernoch keine Ahnung haben, was die nächsten 100.000 Jahre am besten mit dem Atommüll gemacht werden soll...

Wie gesagt. Horror.

Empfehlen
Hans-Jürgen  Steffens

Die Atomkraftgegener haben recht:

Es wird stets Stör- und Unglücksfälle geben.

Und dennoch haben sie in einem grunsätzlicheren Punkt unrecht: Diese Stör- und Unglücksfälle werden mit zunehmender technischer und organisatorischer Erfahrung immer geringere Auswirkungen haben. Bereits Fukushima hatte i.W. nur Vermögensschäden zur Folge. Keine Toten und keine Strahlenverletzte. Die Strahlenexpositionen sind bekannt, die potenziellen Auswirkungen seit Jahrzehnten untersucht. Wir dürfen jetzt schon feststellen, dass es keine messbaren Auswirkungen geben wird.

Die (Nicht-)Akzeptanz dieses Wissens ist en Indiz für die (intellektuelle) Spaltung unserer Gesellschaft.

Nun sind solche Spaltungen nicht gottgegeben und auch nicht für alle Zeiten festgelegt. Neu heranwachsende Generationen wachsen zwar in einem speziellen Klima heran, suchen aber dennoch stets ihren eigenen Weg.

Bis 2040 ist unter diesem Aspekt also noch ein langer Zeitraum. Auf einen status quo des derzeitigen Meinungsklimas würde ich also nie wetten.

Empfehlen
Antworten (11) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 16.09.2012 18:04 Uhr
Till Diesing
Till Diesing (Zabel24) - 16.09.2012 18:04 Uhr

"Angst" und "Adrenalin"

...sind keine schlechten Ratgeber, selbst in der Wissenschaft gibt es so etwas wie das Bauchgefühl, hat mit Intuition, Kreativität und Menschsein zu tun. Aus diesem Grund sind Menschen "intelligent", Maschinen aber nur "schnell".

Aber, auch rational betrachtet: Ein Risiko wie jenes, das zu Hause von ein paar Dutzend oder hundert Millionen für 10.000 (oder meinetwegen auch nur für 200) Jahre unbrauchbar zu machen ist dermassen monströs dass selbst das berechnete "Rest"risiko, welches die Realität schon längst lügen gestraft hat, zu hoch ist um dies ganz nüchtern akzeptieren zu können - es ist ja nicht so, dass man die Kernkraft unbedingt bräuchte.

Für die verschiedenen Istopezusammensetzungen je nach Störfall, Windrichtung, Dauer der Exposition des Materials mit der Atmosphäre brauchen Sie keine "Phantasie", nur ein physikalisches Grundverständnis und einen PC mit Internetanschluss.

Empfehlen
Hans-Jürgen  Steffens

Guten Abend

Mir fehlt etwas die Phantasie mir vorzustellen, dass die Bruchstücke eines zerfallenden Uran-/Plutoniumkerns stark von der vorangegangenen therm. Moderation abhängen. Auch unterschiedliche (spaltbare) Uran und Plutonium-Isotopzusammensetzungen in einem Brennelement werden da keine starken Abweichungen verursachen.

Kurzum: ich habe ein Problem mit der Vorstellung, die Zusammensetzung der freigesetzten Radionuklide sei in Tschernobyl so signifikant anders gewesen als in Fukushima. Natürlich sind in Fukushima ebenfalls "2 Dutzend radioaktive Nuklide" ausgetreten (wenn das überhaupt reicht).

Eine Bemerkung zum "sandalentragenden Soziologiestudent" ?

Ich fürchte das eigentliche Problem muss man mit "Angst" und "Adrenalin" umschreiben. Adrenalin? Nun, der eigentliche Feind ist dann nicht die Kernenergie selbst, sondern der dahinterstehende "Goliath". Wie man sich nach dessen Niederwerfung fühlt, können Sie in "34° Ost" (S. 44) lesen. Und da werden natürlich auch Chemiker schwach... ;-

Empfehlen
Till Diesing
Till Diesing (Zabel24) - 15.09.2012 19:01 Uhr

Das "Problem"

liegt in der Kernkraft. In den verschiedenen Kernreaktionen, die je nach Typ ablaufen können. Im unterschiedlichen Ablauf der Zerfallsketten, dieses mal war es Cäsium, in Tschernobyl sind etwa 2 Dutzend radioaktive Nuklide ausgetreten.

Ja, mag sein, dass es im Zweifelsfall besser ist, 5000 Krebstote mehr zu akzeptieren statt 100.000 Tote bei der Evakuierung. Aber noch besser wärs doch auf diese unsinnige Technologie ganz zu verzichten, meinen Sie nicht? Ich denke nicht, dass dann "Greenpeace entsetzt" wäre.

Titel spielen leider schon eine Rolle, was glauben Sie wie oft ich hier im Forum schon als sandalentragender Soziologiestudent im 11. Semester gebrandmarkt wurde, nur weil ich nicht in das "Ökodiktratur"-Geplärre mit einstimme?

P.S. Von wegen Fakten und Konsistenz - haben Sie die Zahlen zu den Todesfällen der Evakuierungen von Fukushima eigentlich jetzt mal gegengeprüft?

Empfehlen
Hans-Jürgen  Steffens

Das Problem

liegt nicht im "bunten Strauß" aller auftretenden Radionuklide, sondern im Cäsium. Das Plutonium z.B. verursacht(e) hier keine Probleme.

Wie lange Tokyo im worst case evakuiert bleiben müsste? Das kann ich Ihnen nicht sagen. Es hinge davon ab, wie hoch man den (juristisch) zu tolerierenden Grenzwert ansetzen würde, wie schnell man mit der Dekontiminierung der Straßen und Gebäude vorankäme und welche Prioritäten man hier setzen würde.

Bei Abwägung aller Alternativen, also Kosten, potenzielle Gesundheitsgefährdung und vor allem affektive Kosten/Nutzen (Heimweh etc.) wäre es vertretbar, den Grenzwert im Bereich der schon einmal erwähnten 50 Millisievert anzusetzen. Eine Evakuierung würde dann vermutlich sogar überflüssig.

Greenpeace wäre entsetzt. Auswirkungen hätte es nicht.

Was die koll. Todesfälle einer Evakuierung anbetreffen, schlage ich gar keine Zahl vor sondern einen Blick auf die kürzliche Evakuierung von Koblenz.

P.S. Titel spielen keine Rolle sondern Fakten und Konsistenz

Empfehlen
Till Diesing
Till Diesing (Zabel24) - 15.09.2012 17:38 Uhr

Aha.

Übrigens:

Die Kontamination besteht aus einem bunten Straus, je nach Reaktor und Unfallhergang, und bspw. bei Plutonium siehts nach 300 Jahren noch arg schlecht aus. Wollen Sie Tokyo 300 Jahre evakuieren?

Oh, mein akademischer Titel spielt schon eine Rolle in dem Zusammenhang, Sie hatten ja das Thema Chemie aufgebracht. Danke trotzdem für den Hinweis :-)

Was gefällt Ihnen an der Zahl nicht? Was schlagen Sie für eine Zahl vor? 100.000?

Empfehlen
Weitere Antworten (5) zu dieser Lesermeinung anzeigen
Hans-Jürgen  Steffens

Was man nicht stehenlassen kann:

"...und die Strasse ist wieder frei."? Darum ging es hier nicht: sondern um mein qualvolles Leiden. War Ihnen das gleichgültig? :-)

Übrigens: Die Kontaminationen bestehen mit Masse aus Cäsium-Nukliden. Nach bereits 300 Jahren ist die Strahlung damit auf eintausendstel gesunken.

Sie haben Recht, dass man Radionuklide nicht durch chemische Reaktionen unschädlich machen kann. Aber durch kerntechnische Bestrahlungen ist auch dies prinzipiell möglich. Für kontaminierte Böden ist das zwar keine Option (so wie Verbrennung keine Option ist für großflächige chemische Kontaminationen). Diese muss man abtragen, lagern und den Rest richtet die Zeit. Für abgebrannte Brennelemente ist es jedoch eine sinnvolle Option.

Eine Randnotiz: Der Verweis auf akad. Titel wirkt wie ein Außenskelett und wird deshalb reflexhaft als Zeichen inhaltlich argumentativer Schwäche empfunden.

Über die Zahl 260000 Tote als Resultat einer Evakuierung Tokios suchen Sie sich bitte einen anderen Diskussionspartner.

Empfehlen
Till Diesing
Till Diesing (Zabel24) - 15.09.2012 12:55 Uhr

und gleich die nächsten bizarren Vergleiche

Nach einem LKW-Unfall, so wie bei fast jedem andere einfache Unfall findet keine Kontamination der Unglücksstelle für die nächsten 10.000 Jahre statt. Öl aufwischen, Scherben wegräumen und die Strasse ist wieder frei.

Bei chemischen Verbindungen ist es so, dass Sie diese durch chemische Reaktionen unschädlich machen können, bspw können Sie Dioxine verbrennen, als Doktor der Chemie habe ich da eine gewisse Ahnung von.

Bei radioaktiven Isotopen ist das leider nicht so, sie können Sie niemals durch eine Komplexierung mit einem Ligand oder durch eine Verbrennung unschädlich machen, sie werden stur ihre Halbwertszeit runterstrahlen. Eben das Alleinstellungsmerkmal Atomkraft.

Was die Zahlen angeht, da war ich noch viel zu optimistisch, habe das noch mal geprüft: Es wurden 2011 etwa 80.000 evakuiert und es kamen dabei etwa 600 Leute ums Leben. Nimmt man nur schon diese Quote als Grundlage errechnen sich bei 35 Millionen in Tokyo nicht 10.000 Tote sondern 260.000 ... noch Fragen?

Empfehlen
Hans-Jürgen  Steffens

"Der Vergleich ist bizarr"

Das ist korrekt aber irrelevant: Es ging (nur) um eine grobe Abschätzung der Kosten.

Eine Evakuierung von 35 Millionen führt nicht zu 10000 Toten, und der menschliche Organismus toleriert (jährliche) Belastungen von über 50 Millisievert, ohne dass eine statistische Zunahme strahleninduzierter Späterkrankungen in einem Excelsheet (bei üblicher Pixeleinstellung) überhaupt erkennbar wäre.

Die Kernkraft besitzt in diesem Sinne kein Alleinstellungsmerkmal: Es gibt kein Schädigungsbild, das nicht auch durch chemische Verbindungen/Reaktionen hervorgerufen werden könnte/hervorgerufen wird.

Auch ich hoffe, dass mir eine ähnliche Tragödie wie in Fukushima erspart bleibt. Aber schauen Sie, morgen früh wird mich ein übermüdeter LKW Fahrer zum Krüppel fahren und mein restliches Leben wird von Schmerzen überschattet sein.

Muss ich jetzt gegen den LKW-Verkehr agieren?

Empfehlen
Till Diesing
Till Diesing (Zabel24) - 14.09.2012 20:43 Uhr

Ihr Vergleich ist bizarr...

Die Verwendung des Begriffs "Urlaubsreise" in Verbindung mit einer plötzlichen Evakuierung von 35 Millionen in einem kleinen Land wie Japan, die übliche "stochastische" Betrachtungsweise, das angebliche Pech (war keins, ein Tsunami dieser Grössenordnung wurde ebenso "stochastisch" einfach nicht eingeplant), das erinnert fatal an eine "Rest"risikobetrachtung, die angeblich sichersten Anlagen weltweit, eine Hochtechnologienation die die Technik vorgibt zu beherrschen...

Technische Systeme versagen, Menschen erst recht, Terrorismus ist nicht kalkulierbar (siehe 9/11). Die Realität holt diese Hybris immer wieder ein. Das nächste mal steht dann halt der Wind nicht gut. Dann wird man sich überlegen müssen ob man lieber 10000 Tote in einer Evakuierung von 35 Millionen riskiert oder lieber die radioaktive Belastung von 35 Millionen in Kauf nimmt... das Alleinstellungsmerkmal der Kernkraft!!

Ich hoffe Herr Steffens dass Ihnen und mir so eine Tragödie erspart bleibt..

Empfehlen
Hans-Jürgen  Steffens

Japan unterband den Milchverzehr und verteilte Jodtabletten.

In Tschernobyl versagte demgegenüber die Administration.

Die Windrichtung war ein Zufall. Ein günstiger. Darüberhinaus gab es (sehr viel) weitere Zufallsereignisse. Die meisten davon waren ungünstig. (Darunter auch manche Entscheidungen, wenn man menschliche Entscheidungen mit in die stochastischen Betrachtungen einbezieht.)

Es waren soviele ungünstig, dass global betrachtet ein bischen Glück (etwa bei der Windrichtung) statistisch fast unvermeidbar war ;-)

Aber Sie möchten vermutlich mehr: lassen wir also die Wolke nach Tokio ziehen. Tokio wird evakuiert. Ich habe wenig Vorstellungen über die Kosten und kann nur spekulieren. Ich setze mal an: was kostet eine Urlaubsreise ins Umfeld und was kostet der Produktionsausfall. Letzteres könnte in der Größenordnung des Gehaltes liegen. Ich lege noch etwas drauf und setze pro Person 10.000€ an. Wir kämen dabei auf Kosten, die noch einmal so hoch liegen wie die Tsunamikosten.

Das Kostenrisiko für Deutschland in der Eurokrise ist größer!

Empfehlen
Weitere Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen
Christian Wrobel

Naja, dass die Auswirkungen "relativ gering" waren,

haben die Japaner aber nicht ihren "technischen und organisatorischen Erfahrungen" zu verdanken. Sie hatten schlicht Glück! Eine andere Windrichtung ... und die radioaktive Wolke wäre nicht aufs Meer gezogen, sondern hätte Tokio "erwischt". Ich würde nicht darauf wetten, dass es beim nächsten mal auch so ist..

Empfehlen
Till Diesing
Till Diesing (Zabel24) - 14.09.2012 13:36 Uhr

Ausstieg 2040? Wohl kaum.

Glaube ich nicht. Wenn es das nächste mal bebt und die Angst vor dem GAU wieder da ist wird es wesentlich schneller gehen. Bleibt zu hoffen dass dann der Wind wieder günstig steht und die Grossräume Tokyo-Yokohoma, Keihanshin und Nagoya wieder mit so viel Glück davon kommen wie in 2011.

Wir werden sehen.

Empfehlen
Christian Meyleran

Der zeitliche Rahmen macht den Unterschied

Die Schweiz möchte bis 2034 aussteigen und Japan neuerdings also bis 2040. Diese Länder beweisen damit eine Vernunft und politische Reife, die es in Deutschland leider nicht gibt.

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.09.2012 13:41 Uhr
Till Diesing
Till Diesing (Zabel24) - 14.09.2012 13:41 Uhr

Was glauben Sie was mit der "Vernunft" und der "politischen Reife" passiert,

wenn es das nächste mal knallt...nachdem es ja "eigentlich" nur alle 100.000 Jahre zu einem GAU weltweit kommen sollte.

Ich finds nicht schlecht dass Deutschland wenigstens ein KLEINES bisschen schneller ist als der Rest der Welt.

Empfehlen
Paul Rabe

Atomkraft ist nicht mehr vermittelbar

Sogar das atomverliebte Frankreich hat heute bekannt gegeben, daß man einen alten Reaktor schließen will. Der Neubau von Neuen Kraftwerken, auch in Finnland, verzögert sich und sprengt alle Kostenkalkulationen.
Eine Technik deren Entsorgungskosten noch in 100.000 Jahren anfallen und die bei einem menschlichen Fehler ganze Landstriche unbewohnbar macht, ist heute nicht mehr vermittelbar.
Gut so !

Empfehlen
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.09.2012 15:08 Uhr
Paul Rabe

Die Menheit hat es lange ohne Atomkraft geschafft

Die Menschheit hat es die längste Zeit ohne Atomkraft geschafft zu überleben, das könnte ein Hinweis sein, daß es auch weiterhin ohne Atomkraft geht.

Ob der umgekehrte Fall auch gilt ist zumindest zweifelhaft, vor allem wenn man sich überlegt, daß schon ein Bruchteil des heute schon vorhandenen Atommülls reichen würde alle Menschen auf der Erde zu vergiften.

Empfehlen
Klaus Letis

Angstmache und Wählerstimmengewinnung

ist ein übliches Verfahren, um auf der Basis von zukünftigen wirtschaftlichen Untergang zeitnahe Erfolge zu erzielen.

Das ist wirklich "Nach mir die Sintflut"

Empfehlen
Closed via SSO

Gott sei Dank

"Fraglich bleibt aber, ob und wie weit sich zukünftige Regierungen den Vorgaben verpflichtet fühlen." Alles andere ist bei rationaler Betrachtung auch eher als Folge von zuviel Sake zu bewerten. Nur Dilettanten werden von jetzt auf gleich einen Kernenergieausstieg beschliessen und die Investitionen und Folgen mit der Schaffung von Geld aus dem Nichts finanzieren. :)

Empfehlen
Lars Werner

Man könnte es sogar verstehen, wenn Japan als Opfer der Atombombe nichts mehr

mit der Atomkraft zu tun haben will. Aber bis dato ist diese Form der Energieerzeugung die sicherste und sauberste der Welt, gerade verglichen mit den Unglücken und daraus resultierenden Toten. Außerdem ist es ein Frevel die fossilen Energieträger aus ideologischen Gründen zu opfern.
Bis 2040 ist eine lange Zeit und bis dahin enstehen auch neue Technologie der Energieerzeugung. Die jetzt Amtierenden sind längst ausgeschieden. Momentan will man nur seine Ruhe haben vor den teilweise fanatischen Demonstranten.

Empfehlen
Frank Wunderlich-Pfeiffer

Man wird sehen, was 2040 von der Japanischen Wirtschaft noch übrig ist

2011 gab es in der Computerindustrie ernsthafte Probleme durch Lieferengpässe bei Festplatten. Der Auslöser war nicht etwa ein Tsunami in Japan, sondern eine Überschwemmung in Thailand. Aus Japan musste lediglich die Produktion einer veralteten Mikrocontroller Fabrik in China ausgeglichen werden.

Japans Wirtschaft stagniert weitgehend seit 25 Jahren und zeigt keinerlei Anzeichen der Besserung, eher im Gegenteil. Gleichzeitig verarmt die Bevölkerung zusehens - sicher, auf hohem Niveau, aber an den Rändern des kaum existierenden Sozialnetzes brökelt es längst und Nachrichten von der wachsenden Zahl der Obdachlosen, der Leiharbeiter und Niedrigverdiener sind auch ins Ausland vor gedrungen.

Man darf bezweifeln, dass Japan in der Lage sein wird ähnlich wie Deutschland hunderte Milliarden für eine mickrige Gegenleistung auszugeben - wo man doch schon, anders als Deutschland, nicht in der Lage war die Sicherheitsnachrüstung der Kernkraftwerke in den letzten 25 Jahren durchzuführen .

Empfehlen
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.09.2012 16:10 Uhr
Christian Wrobel

Wenn es in Japan 2040 so aussieht wie anno 2012 in Deutschland,

dann hätten die Japaner sicher nichts dagegen! 200 Mrd. Euro Leistungsbilanzüberschuss, überdurchschnittliche Industriequote im internationalen Vergleich, ein (fast) ausgeglichener Haushalt, kurz: "Jammern auf hohem Niveau".

Empfehlen
Till Diesing
Till Diesing (Zabel24) - 14.09.2012 15:57 Uhr

Ach du meine Güte,

in welchem Deutschland leben Sie, Herr Letis?

Empfehlen
Klaus Letis

In the year 2040..

..sieht es wahrscheinlich so aus wie hier.

Wenn die Rot/Grüne De-Industrialisierungsprozess auf der Basis von Wählerstimmenakquise so weiter geht und die Medien das so mitspielen.

Empfehlen
Klaus Letis

Obamas Parole von einer nuklearfreien Welt

Ob das klappt?
Jedenfalls werden Russland, Kanada, China und die USA selber nicht mitmachen.
Die bauen nähmlich fleißig K-Kraftwerke.

Empfehlen
Antworten (10) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.09.2012 14:52 Uhr
Christian Wrobel

Hallo Herr Letis (sorry für den Schreibfehler letztes Mal),

keine Sorge, die Rechnung stimmt. Es sind ja z w e i Reaktoren, und nicht nur einer (deshalb 2 x 8.000h/a x 1.000 MW = 16 Mio. MWh/a = 16 Mrd. kWh/a). Dafür spendiert die Regierung also 8 Mrd. $, also 0,50 $/kWh. Da natürlich eine Wind- oder Solaranlage keine 8.000 Stunden im Jahr unter Volllast läuft, muss man das entsprechend berücksichtigen. Eine 2 MW-Windkraftanlage kann aber durchaus auch an einem Binnenstandort 5 Mio. kWh/a produzieren. Die gleiche Förderung vorausgesetzt (ca. 0,4 €/kWh), müßte also eine Windkraftanlage 2 Mio. € an Förderung erhalten. Der Listenpreis liegt nur unwesentlich höher (ca. 2,25 Mio. €).
Der Reaktor von Westinghouse ist auch kein Prototyp, sieht man mal davon ab, dass kein Reaktor "von der Stange ist", und immer den Anforderungen vorort angepasst werden muss.
Klar, für Solar und Wind braucht man ergänzende Speicher oder Kraftwerke, bei Kernkraftwerken müßte dagegen häufig die Leistung gedrosselt werden. Beides kostet zusätzlich, so oder so.

Empfehlen
Till Diesing
Till Diesing (Zabel24) - 14.09.2012 20:44 Uhr

Herr Letis.

Wie nützlich sind wohl Spitzenlastkraftwerke sowie Lastmanagement in einem Land, welches für 5000 Generationen evakuiert werden muss?

Empfehlen
Klaus Letis

Sie hätten Ihr Dogma

"Kernkraft ist ein Auslaufmodell, da sie prinzipiell nicht beherrschbar und unrentabel ist."

.. an den Anfang stellen müssen.

Im weiteren Text bleiben die Unterschiede zwischen Arbeit und Leistung, Grundlast und Spitzenlastkraftwerke sowie Lastmanagement und das Problem der volatilen Einspeisung der EE nämlich unberücksichtigt.

Empfehlen
Klaus Letis

rausgerutscht?

Ob die 16 Mrd. kWh bei 1000 MW Leistung stimmen?
Egal. Selbst wenn. Ihre Rechnung mit den 8 Milliarden und den 0,5 cent würde nur stimmen, wenn sie hoffen, dass das Ding ein Jahr läuft. Normalerweise sind aber ~50 Jahre vorgesehen.

Und die Investition in einen neuen Prototyp bringen Folgeaufträge nach sich.
Auch im Ausland. Da hat die Obama-Fraktion in diesem Lande wohl ganze Arbeit geleistet.

Und im Gegensatz zum Solarstrom muss man nicht auf Sonne warten, sonder man kann die Leistung nach Bedarf regeln. Dieser Nachteil muss bei Wind und noch stärker bei Solar mittels zusätzlicher teurer Speicher oder Kraftwerke ausgeglichen werden. Mit diesen Problem müssen sich die PV Betreiber nicht beschäftigen. Das wird nach dem Zähler abgewälzt.

Empfehlen
Christian Wrobel

Das ist mir so rausgerutscht, Herr Leitis, da die Atomenergie ja so "marktfähig" ist.

Kurzer Vergleich:

Die beiden Atomreaktoren können ca. 16 Mrd. kWh p.a. produzieren, d.h. die Höhe der einmaligen Förderung beträgt ca. 50 $Cent pro kWh Jahresertrag. Für die gleiche Förderung (0,4 EUR / kWh Jahresertrag p.a.) bekommen sie schon (fast) die Windenergieanlage oder die Module für ihre Solaranlage bezahlt! Und sie müssen sich hinterher nicht um den radioaktiven Abfall Sorgen machen.

PS: Auch das RWI geht nicht von 200 Mrd. Euro Umlage-Kosten für die Solaranlagen aus. Nach der letzten Studie werden die Kosten mit 111 Mrd. Euro für 52 GW taxiert.

Empfehlen
Weitere Antworten (5) zu dieser Lesermeinung anzeigen
Till Diesing
Till Diesing (Zabel24) - 14.09.2012 15:56 Uhr

Nein, nein Herr Letis, "recherchieren" Sie nur weiter,

sonst könnte ich Ihre Zurückhaltung zu den Löndern Kanada, USA und Russland ja noch als Eingeständnis werten :-D

Zu China: 24 Stück klingen ja wahnsinnig beeindruckend, Sie sollten allerdings nicht verschweigen, dass das für chinesische Verhältnisse absolute Peanuts sind und Kernkraft damit eher ein Nischendasein führt, wie bereits in meinem vorherigen Kommentar erwähnt. Rund 25 GW Kernkraftkapazität sind im Bau, vergleichen Sie das besser mal mit wirtschaftlich sinnvollen Energieformen wie Wasserkraft (67 GW in Bau), bereits jetzt sind in China 5 x so viel Sonnenkollektoren installiert wie in Europa, mit Abstand den stärksten Zuwachs verzeichnet die Stromerzeugung aus Erdgas.

Kernkraft ist ein Auslaufmodell, da sie prinzipiell nicht beherrschbar und unrentabel ist.

Empfehlen
Klaus Letis

Ja, genehmigt und auch gleich mitbezahlt

Wenn man das mit den 200 Milliarden an garantierter Umlage für die witterungs-volatilen Solarstromanlagen in Deutschland vergleich kommt wohl etwas mehr Strom bei raus.
Zumal man diese KKW dann auch noch zum Ausregeln von Windkraftengpässen nutzen kann.

Empfehlen
Christian Wrobel

Ja, genehmigt ...

und auch gleich mitbezahlt! Denn ohne die freundlichen 8 Mrd. Dollar vom Staat hätte es wohl nicht funktioniert. Insgesamt kosten die beiden Westinghouse Reaktoren die Kleinigkeit von 14 Mrd. Dollar. Wenn nichts dazwischen kommt. Und das tut es eigentlich immer.

Empfehlen
Klaus Letis

Hä?

Hat Obama nicht letztens erst der Southern Company ein neuen Reaktor genehmigt?
Kanada entwickelt immer noch den CANDU.Typ weiter.
Und Laut Wiki sind in China 24 Stück im Bau.

Also: Den Rest spare ich mir zu recherchieren.

Empfehlen
Till Diesing
Till Diesing (Zabel24) - 14.09.2012 13:57 Uhr

Ach Herrje, die alte Mär von der Kernkraft-Renaissance...

Kanada hat seit 20 Jahren keinen kommerziellen Reaktor mehr in Betrieb genommen und baut auch keinen. Im Gegenteil, bis 2018 ist geplant 9 Reaktoren abzuschalten. In China sind wohl so einige in Bau, aber mit einem augenblicklichen Anteil von rund 5% an der Stromerzeugung in China und vielleicht 2-3% an der Primärenergie ist das auch nicht gerade berühmt. In Russland sind etwa ebenso viele im Bau wie in den kommenden 5 Jahren abgeschaltet werden sollen (7-8 Stück). Und die USA bauen ganz "fleissig" an einem einzigen Reaktor. Seit Anfang der 70er Jahre....

Empfehlen
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Einblick für Zwangsgeld

Von Joachim Jahn, Berlin

Die Bürger haben ein Anrecht darauf zu wissen, was Intendanten und Moderatoren öffentlich-rechtlicher Fernsehsender verdienen. Schließlich müssen sie für beide zahlen - auch wenn sie gar nicht fernsehen. Mehr 11

Umfrage

Gentests machen Aussagen über das Risiko künftiger Krankheiten. Wollen Sie Ihr Risiko kennen?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.

Umfrage

Sollen Ein- und Zwei-Cent-Münzen abgeschafft werden?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.

Wichtigste Werte
Name Wert Änderung
  F.A.Z.-Index --  --
  Dax --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  F.A.Z.-Anleih… --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
  Bund Future --  --
Umfrage

Soll die Selbstanzeige für Steuerhinterzieher abgeschafft werden?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.