http://www.faz.net/-gqe-78xqu

IW-Studie zur Zukunft des Arbeitsmarktes : Fachkräftemangel verlagert sich von Akademikern zu Facharbeitern

  • Aktualisiert am

Deutschland fehlen viele Fachkräfte Bild: dpa

Rund 1,4 Millionen Facharbeiter für Mathematik, Informatik und Technik fehlen in den kommenden Jahren in Deutschland. Das Problem ist größer als im Bereich von Akademikern, schätzt das IW-Institut.

          Der Fachkräftemangel in Deutschland in vielen technischen und naturwissenschaftlichen Berufen hat sich womöglich etwas entspannt. Auf längere Sicht bis zum Jahr 2020 droht nach Einschätzung des arbeitgebernahen Forschungsinstituts IW vor allem in den Ausbildungsberufen weit mehr als bei Akademikern eine Fachkräftelücke. Ende des Jahrzehnts könnten bis zu 1,4 Millionen Facharbeiter in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) fehlen, heißt es im aktuellen MINT-Frühjahrsreport 2013. Im Bereich der Akademiker dagegen lasse die deutlich gestiegene Zahl von Studienanfängern bis zum Jahr 2020 nur eine Lücke von 156.000 Fachkräften erwarten.

          Derzeit fehlen den Unternehmen der IW-Studie zufolge rund 123.000 Arbeitskräfte im naturwissenschaftlich-technischen Bereich. Vor einem Jahr schätzte das IW noch von 210.000 fehlende Fachkräfte. „Durch kräftige Arbeit im Bereich der Hochschulanfänger hat sich die Lage deutlich entspannt“, sagte Thomas Sattelberger, Chef der Wirtschafts-Initiative „MINT Zukunft schaffen“.

          Höhere Erwerbstätigkeit Älterer

          Die Studie stützt sich auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA). Die Behörde sieht derzeit keinen flächendeckenden Fachkräftemangel, seit geraumer Zeit aber einen Mangel in zahlreichen Ingenieur-Berufen - etwa in der Maschinen- und Fahrzeugtechnik. In der Energietechnik beispielsweise seien im April auf bundesweit 100 freie Stellen im Durchschnitt 53 Arbeitslose gekommen.

          Die Erwerbstätigkeit in den MINT-Berufen hat deutlich zugelegt. Die Zahl der MINT-Akademiker sei zwischen den Jahren 2005 bis 2010 um 295.000 gestiegen, sagte IW-Direktor Michael Hüther. Einen hohen Anteil daran habe, dass gerade Ältere mehr als bisher erwerbstätig bleiben. Die Zahl der erwerbstätigen MINT-Akademiker im Alter von mehr als 55 Jahren sei im gleichen Zeitraum um 108.000 oder 34,1 Prozent gestiegen. Bei den älteren MINT-Fachkräften mit beruflicher Ausbildung habe die Beschäftigung um 37,8 Prozent zugelegt.

          Quelle: Reuters

          Weitere Themen

          Deutschland, wie geht’s Dir? Video-Seite öffnen

          800 Kilometer auf der B1 : Deutschland, wie geht’s Dir?

          Wer den Wahlkampf verfolgt, könnte meinen, Deutschland habe keine wichtigen Probleme. Unsere Reporterin ist quer durch die Republik gefahren und hat die Leute gefragt: „Stimmt das?“

          Weichenstellung für die Zukunft von Air Berlin Video-Seite öffnen

          Fluggesellschaft : Weichenstellung für die Zukunft von Air Berlin

          Der Gläubigerausschuss wollte über die vorliegenden Angebote an die Fluggesellschaft Air Berlin beraten und womöglich schon erste Weichen stellen, welcher Bieter welchen Teil der Airline bekommt. Endgültige Entscheidungen sollen aber erst fallen, wenn der Aufsichtsrat von Air Berlin tagt.

          Topmeldungen

          Wasserstoffbombe : Nordkorea startet die nächste Stufe

          Sollte Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un versuchen, seine Zerstörungskraft mit einer Wasserstoffbombe im Pazifik zu demonstrieren, wären die Folgen unübersehbar. Wie groß ist die Gefahr - abseits der Kriegsrhetorik? Eine Analyse.

          800 Kilometer auf der B1 : Deutschland, wie geht’s Dir?

          Wer den Wahlkampf verfolgt, könnte meinen, Deutschland habe keine wichtigen Probleme. Unsere Reporterin ist quer durch die Republik gefahren und hat die Leute gefragt: „Stimmt das?“

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.