http://www.faz.net/-gqe-78xqu
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 06.05.2013, 13:08 Uhr

IW-Studie zur Zukunft des Arbeitsmarktes Fachkräftemangel verlagert sich von Akademikern zu Facharbeitern

Rund 1,4 Millionen Facharbeiter für Mathematik, Informatik und Technik fehlen in den kommenden Jahren in Deutschland. Das Problem ist größer als im Bereich von Akademikern, schätzt das IW-Institut.

© dpa Deutschland fehlen viele Fachkräfte

Der Fachkräftemangel in Deutschland in vielen technischen und naturwissenschaftlichen Berufen hat sich womöglich etwas entspannt. Auf längere Sicht bis zum Jahr 2020 droht nach Einschätzung des arbeitgebernahen Forschungsinstituts IW vor allem in den Ausbildungsberufen weit mehr als bei Akademikern eine Fachkräftelücke. Ende des Jahrzehnts könnten bis zu 1,4 Millionen Facharbeiter in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) fehlen, heißt es im aktuellen MINT-Frühjahrsreport 2013. Im Bereich der Akademiker dagegen lasse die deutlich gestiegene Zahl von Studienanfängern bis zum Jahr 2020 nur eine Lücke von 156.000 Fachkräften erwarten.

Derzeit fehlen den Unternehmen der IW-Studie zufolge rund 123.000 Arbeitskräfte im naturwissenschaftlich-technischen Bereich. Vor einem Jahr schätzte das IW noch von 210.000 fehlende Fachkräfte. „Durch kräftige Arbeit im Bereich der Hochschulanfänger hat sich die Lage deutlich entspannt“, sagte Thomas Sattelberger, Chef der Wirtschafts-Initiative „MINT Zukunft schaffen“.

Höhere Erwerbstätigkeit Älterer

Die Studie stützt sich auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA). Die Behörde sieht derzeit keinen flächendeckenden Fachkräftemangel, seit geraumer Zeit aber einen Mangel in zahlreichen Ingenieur-Berufen - etwa in der Maschinen- und Fahrzeugtechnik. In der Energietechnik beispielsweise seien im April auf bundesweit 100 freie Stellen im Durchschnitt 53 Arbeitslose gekommen.

Mehr zum Thema

Die Erwerbstätigkeit in den MINT-Berufen hat deutlich zugelegt. Die Zahl der MINT-Akademiker sei zwischen den Jahren 2005 bis 2010 um 295.000 gestiegen, sagte IW-Direktor Michael Hüther. Einen hohen Anteil daran habe, dass gerade Ältere mehr als bisher erwerbstätig bleiben. Die Zahl der erwerbstätigen MINT-Akademiker im Alter von mehr als 55 Jahren sei im gleichen Zeitraum um 108.000 oder 34,1 Prozent gestiegen. Bei den älteren MINT-Fachkräften mit beruflicher Ausbildung habe die Beschäftigung um 37,8 Prozent zugelegt.

Quelle: Reuters

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Neue Studie In 10 Jahren werden 100.000 Elektroingenieure fehlen

Wie groß in Deutschland die Ingenieurslücke zu werden droht, zeigt eine neue Studie: 100.000 zusätzliche Elektroingenieure sind wegen der Digitalisierung in den kommenden zehn Jahren nötig. Wo sollen die nur alle herkommen? Mehr

30.08.2016, 14:14 Uhr | Beruf-Chance
Singapur Führerlose Taxis für den Stadtverkehr

Eine amerikanische Softwarefirma testet zurzeit führerlose Autos im Stadtverkehr von Singapur. Statt mit einem Fahrer sind die Kleinstwagen ausgestattet mit einem feinen Laser, Radar und Kamera. Bis 2020 sollen die Autos in zehn Städten als Taxis eingesetzt werden. Mehr

30.08.2016, 16:36 Uhr | Gesellschaft
Open Access Neues aus der Forschung zum Nulltarif

Wissenschaftler veröffentlichen ihre Ergebnisse für jeden zugänglich im Internet - Open Access nennt sich das Modell. So verlockend es klingt, ein paar Schwierigkeiten gibt es doch. Mehr Von Bettina Wolff

28.08.2016, 06:06 Uhr | Beruf-Chance
Amatrice Italiens Bauern verzweifeln nach Erdbeben

Die Erde bebt zwar nicht mehr in Mittelitalien, aber die tragischen Geschichten rund um die Bevölkerung der Gegend werden vermutlich noch lange fortgesetzt werden. Den Bauern in der Nähe der Stadt Amatrice fehlt es derzeit an so gut wie allem, um ihre Höfe weiterführen zu können. Mehr

30.08.2016, 14:39 Uhr | Gesellschaft
Alterssicherung Angleichung der Ostrenten droht zu platzen

Die Angleichung der Renten in Ost und West steht im Koalitionsvertrag. Doch weil es Streit über die Finanzierung gibt, könnte das Vorhaben nun scheitern. Mehr

30.08.2016, 06:05 Uhr | Politik

Hartz IV mit Methode

Von Kerstin Schwenn

Die Hartz IV-Leistungen sollen Anfang 2017 steigen. Die Erhöhungen folgen dabei strikten Vorgaben - und trotzdem kommt Kritik von den üblichen Verdächtigen. Das hat Methode. Mehr 3 7

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden