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ITK-Branche Nabelschau und Hoffnungszeichen

 ·  Mit großen Hoffnungen geht die ITK-Branche in die Cebit. Das Handy-Geschäft boomt auch ohne UMTS, Unternehmen investieren wieder. Jetzt soll die Computer-Fachmesse die Wende zum Besseren untermauern.

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Drei Jahre übte sich die von Umsatzeinbußen und Entlassungen geprägte Informations- und Kommunikationstechnik-Industrie (ITK) in Bescheidenheit. Jetzt hofft die Branche auf wieder anziehende Investitionen. Vor allem neue Produkte, die auf der weltgrößten Branchenschau Cebit in Hannover vom 18. März an präsentiert werden, sollen die Trendwende einläuten.

Im Mittelpunkt der Cebit 2004 steht die Telekommunikation mit den Themen Breitband-Internet und Mobilfunk. Nach jahrelanger Verzögerung und Milliarden-Ausgaben wird die viel diskutierte neue Mobilfunktechnik UMTS in den nächsten Wochen endlich das Versuchslabor verlassen, um ihre Marktreife unter Beweis zu stellen. Die bislang überschaubare Palette von Handys für Videotelefonie und schnellen E-Mail-Verkehr wird bei der Cebit voraussichtlich durch weitere Telefone angereichert. Doch mit einem Massenmarkt für die neue Mobilfunktechnologie rechnet kaum ein Branchenexperte vor dem Jahresende.

Zweistellige Zuwächse erwartet

Das Handy-Geschäft boomt allerdings auch ohne UMTS. Nach einem unerwartet hohen Absatz von Handys im vergangenen Jahr rechnen die Mobiltelefon-Hersteller für das laufende Jahr erneut mit einem zweistelligen Verkaufszuwachs. Weltweit sollen mehr als 560 Millionen Mobiltelefone über die Ladentische wandern, in Deutschland lauten die Verkaufsprognosen auf mehr als 25 Millionen Stück. Farbbildschirme, eingebaute Digitalkameras mit hoher Auflösung und Handys mit Fernseh-Empfang sollen die Kunden dazu bewegen, ihr altes Handy zu ersetzen.

Die ITK-Industrie insgesamt hat sich auf deutlich geringere Wachstumsraten eingestellt. Nach einem minimalen Wachstum von zuletzt 0,3 bis 0,5 Prozent ist der deutsche Branchenverband Bitkom schon über das im laufenden Jahr erwartete Umsatzplus von zwei Prozent auf 134 Milliarden Euro erfreut. „Nach den zwei Minus- und Stillstandsjahren ist eine Trendwende eingetreten“, prognostiziert Bitkom in den vergangenen Tagen. Inzwischen rechneten wieder rund 70 Prozent der Unternehmen mit einem Umsatzwachstum, zehn Prozent sogar mit zweistelligen Zuwächsen. Mehr Umsatz bei den Anbietern setzt mehr Nachfrage nach Informationstechnik bei den privaten Konsumenten, der öffentlichen Hand und den Wirtschaftsunternehmen voraus. Diese Nachfrage fehlte in den vergangenen drei Jahren, da nach der vom Jahrtausendwechsel und der Euro-Umstellung ausgelösten Boomphase die Unternehmen ihre Investitionsbudgets drastisch zusammengestrichen hatten. Auch der private Konsum schwächelte.

Studie macht Branche Hoffnung

Im Unternehmenssektor sehen Marktexperten nun Anzeichen für eine Wende zum Besseren. Einer Studie der Beratungsfirma Cap Gemini Ernst & Young zufolge hat fast die Hälfte der befragten Firmen ihre Budgets für ITK-Produkte im Jahr 2004 erhöht. Außer in Sicherheitstechniken sollen die aufgestockten Investitionsmittel vor allem in Infrastruktur, Anbindung mobiler Mitarbeiter und in Planungssysteme fließen. „Aber niemand investiert mehr allein wegen der schönen neuen Technik. Gefordert werden in den Unternehmen klare Kostenvorteile“, heißt es in der Branche. Investitionsentscheidungen seien längst Sache der gesamten Chefetage, nicht mehr allein der ITK-Fachexperten.

Ob sich die wachsende Zuversicht auch in der Kasse des Cebit-Veranstalters niederschlagen wird, ist noch ungewiß. Die Deutsche Messe AG will sich erst am Donnerstag zu ihren Erwartungen an die siebentägige Schau in der niedersächsischen Landeshauptstadt äußern. In den vergangenen beiden Jahrenverlor die Cebit rund ein Drittel ihrer Besucher - von 840.000 im Jahr 2001 sank die Zahl auf 560.000 Besucher im Jahr 2003. Die Zahl der Aussteller rutsche ebenfalls drastisch auf zuletzt 6600. Für dieses Jahr geht die Messe AG bislang von etwas mehr als 6000 ausstellenden Unternehmen aus. Um die Besucherzahlen nicht noch weiter sinken zulassen, wurden die Eintrittspreise in diesem Jahr um knapp zehn Prozent auf 32 Euro für die Tageskarte gesenkt.

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