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Donnerstag, 20. Juni 2013
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Italien Korruption bei Monte dei Paschi

 ·  In der Affäre um die italienische Traditionsbank Monte dei Paschi gelangen immer neue Details ans Licht der Öffentlichkeit. Der frühere Finanzchef und ein Mitarbeiter sollen beim Kauf von Derivaten immer Provisionen kassiert haben. Nicht zum Vorteil ihrer Bank.

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© dpa Der Stammsitz der Bank in Siena.

Zur früheren Geschäftspolitik der drittgrößten italienischen Bank, Monte dei Paschi, mit Sitz in Siena, gelangen nun immer neue Informationen aus der Staatsanwaltschaft in die Öffentlichkeit. So sollen der frühere Finanzchef der Bank, Gianluca Baldassarri, und der Repräsentant in London beim Kauf von Derivaten immer Provisionen von fünf Prozent kassiert haben.

Italienische Medien berichten, die beiden seien bei ihren Geschäftspartnern als „die Bande der fünf Prozent“ bezeichnet worden, weil sie für Geschäfte kassiert hätten, die ebenso gut auch ohne Makler hätten abgewickelt werden können. Zudem wird berichtet, dass die beiden Manager auch Operationen eingegangen seien, die für ihre Bank offenbar Verluste bedeuteten.

Der ehemalige Chef der Finanzabteilung, Baldassari, habe in den vergangenen Jahren bei den Amnestien für Auslandsanlagen rund 20 Millionen Euro an Anlagen legalisiert, die auf ihn zurückzuführen seien.

Zugleich wird berichtet, dass der Sekretär des Verwaltungsrates ausgesagt habe, viele Operationen seien an den Bankorganen und den Aktionären vorbei organisiert worden. Das Bild, das die Bank von sich zeichnete, sei anders gewesen als die reale Lage. Der leitende Staatsanwalt in Siena bezeichnete die Situation als „derart brennend und explosiv“, dass er keine Erklärungen abgeben könne.

Die Traditionsbank Monte dei Paschi hat durch komplexe Derivategeschäfte unter anderem mit der Deutschen Bank Verluste von etwa 720 Millionen Euro angehäuft. Die Zukunft der vom Staat gestützten Bank ist offen. Im Fokus steht zudem nach wie vor der Kauf des Rivalen Banca Antonveneta 2007 - kurz vor Ausbruch der Finanzkrise. Der Preis gilt als deutlich zu hoch.  Monte dei Paschi hatte das Institut für neun Milliarden Euro von der spanischen Santander Bank gekauft. Die hatte Antonveneta erst kurz zuvor für deutlich weniger Geld erworben.

Auch EZB-Präsident Mario Draghi ist in der Affäre ins Rampenlicht gerückt, weil er oberster Bankenaufseher seines Landes war, als die nebulösen Geschäfte der ältesten Bank der Welt über die Bühne gegangen sind.

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Jahrgang 1962, Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.

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