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Italien : Erste Festnahme bei Monte dei Paschi

  • Aktualisiert am

Monte-dei-Paschi-Filiale in Rom Bild: REUTERS

Die italienische Traditionsbank Monte dei Paschi kommt nicht zur Ruhe. In Mailand hat die Polizei jetzt den früheren Finanzchef der Bank festgenommen. Von Fluchtgefahr ist die Rede.

          Die italienische Polizei hat den früheren Chef der Finanzabteilung der toskanischen Bank Monte dei Paschi, Gianluca Baldassarri, festgenommen. Dessen Abteilung steht im Zentrum der Betrugsermittlungen beim drittgrößten Geldhaus des Landes. Baldassarri hat Monte dei Paschi allerdings schon vor einiger Zeit verlassen. Nun habe Fluchtgefahr bestanden, sagte eine der mit den Ermittlungen vertrauten Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

          Baldessarri ist der erste Manager, der in der Sache festgenommen wurde. Gegen mindestens vier weitere wird ebenfalls ermittelt.

          Monte dei Paschi ist durch verlustträchtige Derivate- und andere Handelsgeschäfte in Bedrängnis geraten. Nach offiziellen Angaben summieren sich die Fehlbeträge aus drei problematischen Derivategeschäften inzwischen auf 730 Millionen Euro.

          Bank ist wieder auf Staatshilfe angewiesen

          Das Geldhaus ist deshalb auf neue Staatshilfen angewiesen und damit zu einem prominenten Wahlkampfthema geworden. Die angeschlagene Bank rechnet mit einer baldigen Auszahlung der Hilfe in Form von Krediten in Höhe von 3,9 Milliarden Euro. Ende Januar hatte die italienische Notenbank den Antrag bereits gebilligt. Schon auf dem Höhepunkt der Euro-Schuldenkrise hatte die Monte dei Paschi Spezialkredite der Notenbank erhalten, sie wurden inzwischen zurückgezahlt.

          Die drei Geschäfte, die jetzt unter die Lupe genommen werden, stammen aus den Jahren 2006 bis 2009. Daran beteiligt waren auch die amerikanische Bank JP Morgan, die Deutsche Bank und das japanische Geldhaus Nomura.

          Im Fokus steht ferner der neun Milliarden Euro schwere Kauf des Rivalen Banca Antonveneta im Jahr 2008, kurz vor Ausbruch der Finanzkrise. Der Preis gilt als deutlich zu hoch. Die Strafverfolger in Monte dei Paschis Heimatstadt Siena untersuchen, ob damals Schmiergelder geflossen sind.

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