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Internet "Unser Einsatz ist jetzt 200mal soviel wert"

14.08.2004 ·  Ein Investor hat vor fünf Jahren auf Google gesetzt. Und freut sich jetzt über eine traumhafte Rendite.

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Bruno Raschle, Mitinhaber der Adveq AG in Zürich, hat vor fünf Jahren auf Google gesetzt. Und kann sich jetzt über eine traumhafte Rendite freuen.

Herr Raschle, herzlichen Glückwunsch! Sie haben als Investor vor 5 Jahren auf Google gesetzt. Jetzt werden Sie damit reich.

Google ist für uns ein großes Ding, richtig. Das ist eine der periodisch wiederkehrenden Ausnahmeerscheinungen, die wir dankend mitnehmen.

Wie haben Sie in die Suchmaschine investiert?

Als Dachfonds sind wir indirekt über einen der zwei amerikanischen Private Equity Fonds beteiligt. Google ist eine von 600 Investitionen unseres ersten Dachfonds. Wir verwalten sechs Dachfonds mit insgesamt 1,5 Milliarden Dollar.

Wie hoch ist Ihre Rendite im Falle eines erfolgreichen Börsengangs?

Wir schätzen, daß etwa ein halbes Prozent von dem Gewinn an uns fällt. Das hieße, daß wir das 200fache der indirekt gehaltenen Investition zurückbekommen.

Haben Sie nach Google schon die nächste Geldmaschine im Auge?

Solche Glücksfälle sind schwer zu finden. Entscheidend ist es, "disruptive trends", revolutionäre Geschäftsmodelle, zu erkennen. Google ist ja nicht nur eine Suchmaschine, es ist eine völlig neuartige Dienstleistung, die es zur globalen Vorherrschaft gebracht hat.

Sind damit alle wichtigen Plätze im Internet besetzt? Sind die kommerziellen Chancen ausgereizt?

Nein. Das fängt jetzt erst richtig an. Das Internet ist eine unwahrscheinliche Plattform, die eine unglaubliche Dynamik erreicht. Unternehmen wie Ebay, Yahoo, Google haben ganze 4 bis 6 Jahre gebraucht, bis sie vom Markt mit 20 Milliarden Dollar bewertet wurden. Bei den Helden der letzten Generationen wie Mircrosoft, Intel, Dell hat das 20 Jahre gedauert.

Und wo entstehen die nächsten Champions?

Ein gewaltiger Trend ist der zur "open source-software". Die ist nicht nur billiger und einfacher, sondern umsonst. Laut Umfragen unter amerikanischen IT-Managern setzen 80 Prozent darauf. Außerdem wird die drahtlose Kommunikation stark zunehmen. Das Handy wird zur mobilen Computing-Plattform, nicht nur zur Übertragung von Stimme, sondern es wird auch zur Verarbeitung von Informationen benutzt werden. Schließlich werden wir alle zu digitalen Konsumenten. Im Silicon Valley ist es der Renner, im Haus alles drahtlos zu bedienen. Das kommt auch bei uns.

Die Vorreiter arbeiten nach wie vor in Kalifornien?

Nein, künftig kommt der kommerzielle Fortschritt nicht aus dem Silicon Valley, auch nicht aus Europa, sondern aus China.

Die China-Euphorie der Manager ist derzeit also nicht nur eine Mode?

Nein. Das ist so. Wenn Sie die Portfolios der besten Wagniskapitalgeber durchsehen, werden Sie zweierlei feststellen: 40 Prozent der Forschung und Entwicklung finden heute in China und Indien, oder in Slowenien und Rußland statt. Weitere 40 Prozent der Manager beabsichtigen, dorthin zu gehen. Zweitens: Wo gewinnen junge Firmen heute ihre ersten 10 Millionen Umsatz? Mit großer Wahrscheinlichkeit in Fernost. Venture Capital ist heute ein globales Geschäft.

Quelle: mec., Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 15.08.2004, Nr. 33 / Seite 39
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