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Internet T-Online enttäuscht

09.03.2004 ·  Der größte europäische Internet-Anbieter T-Online enttäuscht mit seinen Geschäftsergebnissen im vierten Quartal die Erwartungen der Analysten.

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Der größte europäische Internet-Anbieter T-Online hat vor allem mit seinen Geschäftsergebnissen im vierten Quartal die Erwartungen der Analysten enttäuscht. Für das laufende Jahr kündigte T-Online zwar weitere Erlös- und Gewinnzuwächse an. Diese wurden von Analysten jedoch als konservativ eingeschätzt.

Die Anleger reagierten mit massiven Verkäufen. Die im TecDax notierte Aktie verlor bis zum Nachmittag sieben Prozent auf 9,83 Euro. Ein Händler sagte jedoch: „Die am Vormittag vorgelegten Zahlen waren nicht so schlecht, daß es diesen großen Kursverlust rechtfertigen würde. Am Markt kursierte das Gerücht, daß sich Lagardere von Anteilen trennen, was der französische Mischkonzern allerdings dementierte.

Kundenwachstum enttäuscht

Das wegen des Weihnachtsgeschäfts gewöhnlich starke Kundenwachstum sei 2003 wegen zunehmenden Wettbewerbs um Neukunden für schnelle Internet-Anschlüsse über DSL enttäuschend verlaufen, teilte T-Online am Dienstag bei der Vorlage seiner Bilanz mit. Infolge verstärkter Aktivitäten von Wettbewerbern wie United Internet oder Freenet sah sich T-Online mit einem deutlich geschrumpften Marktanteil am Neukundengeschäft konfrontiert. Trotz eines erwarteten Reingewinns von bis zu 250 Millionen Euro im Jahr 2004 wollte sich die Internet-Tochter der Deutschen Telekom noch nicht darauf festlegen, an die Aktionäre erstmals seit dem Börsengang im Jahr 2000 eine Dividende zu zahlen.

2004 soll der Umsatz wie im abgelaufenen Jahr um 18 Prozent auf bis zu 2,25 Milliarden Euro und das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) auf 400 bis 450 Millionen Euro steigen. Analysten äußerten sich enttäuscht zu dem Geschäftsausblick. „Das jagt keinen hinter dem Ofen vor", sagte Analyst Ralf Hallmann von der Bankgesellschaft Berlin. Es werde für das in Deutschland mit weitem Abstand marktführende Unternehmen zunehmend schwieriger, die bisherigen Wachstumsraten zu halten, sagte auch BNP-Paribas-Analystin Alexandra Lord. Die wieder ausgeweiteten Verluste der Auslandstöchter in Frankreich, Spanien, Österreich und der Schweiz belasteten zusätzlich.

Geschäftsprognosen erfüllt, Analysten enttäuscht

T-Online hielt zwar im Gesamtjahr 2003 seine im Jahresverlauf mehrmals angehobenen Geschäftsprognosen ein, verfehlte jedoch die darüber liegenden Analystenprognosen beim operativen Gewinn (Ebitda) deutlich. Während Analysten für 2003 mit einem Ebitda von 352,1 Millionen Euro gerechnet hatten, erwirtschaftete T-Online bei einem erwartungsgemäß ausgefallenen Umsatz von 1,9 Milliarden lediglich 344,3 Millionen Euro. Die Verdreifachung zum Vorjahreswert erklärt sich vor allem aus Synergieeffekten und Kostenvorteilen, da die Kundenzahl im Jahresverlauf um sieben Prozent auf 13,1 Millionen Nutzer stieg. Im vierten Quartal blieb neben dem Ebitda auch der Umsatz deutlich unter den Erwartungen der Analysten.

Mit dem verhaltenen Wachstum von lediglich rund 100.000 Kunden für den margenträchtigen Breitband-Internet-Anschluß DSL im Schlußquartal 2003 zeigte sich Konzernchef Thomas Holtrop nicht zufrieden. „Wir spüren zunehmenden Wettbewerbsdruck durch andere Anbieter", sagte Holtrop. Die Werbeaktivitäten seien deshalb deutlich verstärkt worden. Analysten hatten für das Schlußquartal mit rund 300.000 Neukunden für DSL gerechnet. Konkurrenten wie United Internet erzielten im Schlußquartal einen Kundenzuwachs von 110.000 Neukunden und nahmen dem bisherigen Marktführer T-Online damit kräftig Marktanteile ab.

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Von Holger Steltzner

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