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Wikileaks-Enthüllungen : Ist ein Hackerangriff auf ein Auto möglich?

Tesla testet Wagen mit Autopilot: Wie sicher sind solche Autos? Bild: dpa

Die CIA kann Smartphones, Computer und Fernseher hacken. Auch Zugriffe auf Autos und Lastwagen werden in den Dokumenten von Wikileaks angedeutet. Geht das?

          Aus den von Wikileaks veröffentlichten Dokumenten geht hervor, dass Hacker der CIA Schadsoftware und Hacking-Werkzeuge entwickelt haben sollen, um Geräte auf der ganzen Welt zu infiltrieren. Zuständig soll die „Engineering Development Group“ (EDG) sein, eine Gruppe von Entwicklern innerhalb des „Center for Cyber Intelligence“ (CCI). Die EDG ist demnach zuständig für die Entwicklung und das Testen von Sicherheitslücken, Trojanern, Viren und anderer Art von Malware, die die CIA in ihren Operationen auf der ganzen Welt nutzt.

          Hanna Decker

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          In den Dokumenten geht es in erster Linie um Smartphones, Tablets, Computer und mit dem Internet verbundenen Fernsehern, die von der CIA gezielt ausspioniert wurden. Im Fall von Smartphones können etwa der Standort des Nutzers ausgelesen, Telefonate abgehört, Textnachrichten mitgelesen und Kamera und Mikrofon ferngesteuert werden. All diese Daten werden dann von der CIA auf speziellen Servern gesammelt und genutzt. Welche Tools genau für die Spionage zur Verfügung stehen, können Sie hier nachlesen.

          Töten per Fernsteuerung?

          Erfolgreich von der CIA gehackt wurden mit dem Internet verbundene Fernseher von Samsung aus den Jahren 2012 und 2013, auf denen die älteren Software-Versionen 1111, 1112 und 1116 liefen. Nachdem die Schadsoftware in das Zielsystem eingedrungen war und den Code namens „Weeping Angel“ dort platziert hatte, wurden die Fernseher in den sogenannten „Fake-Off-Modus“ versetzt. Die Nutzer glaubten, das Gerät sei ausgeschaltet, tatsächlich aber funktionierte es wie eine Wanze: Das Mikrofon zeichnete Gespräche im Raum auf und übermittelte sie an die Server der CIA.

          Die Frage ist: Endet die Spionagepraxis der CIA bei den genannten „kleinen“ technischen Geräten? Oder könnte der Geheimdienst auch Autos, Lastwagen, gar Flugzeuge angreifen? Verfolgt man den Gedanken weiter, könnten in Zukunft statt teuren Raketenangriffen ein paar Tastenbefehle und ein steiler Abhang reichen, um gezielt Personen auszuschalten.

          Werkstätten greifen schon heute auf die Steuerungselektronik zu

          Den Wikileaks-Dokumenten zufolge hat die CIA ab Oktober 2014 auch versucht, die Kontrollsysteme von Autos und Lastwagen zu infiltrieren. Wer das Ziel dieser Attacken war, geht daraus nicht hervor, auch nicht, wie genau diese abliefen und ob sie erfolgreich waren. Das wäre in der Tat ein Novum. Bislang kennt man Morde per Hackerangriff nur aus dem Fernsehen.

          Wikileaks-Enthüllung : CIA hackt Smartphones und Rechner

          Klar ist: Fahrzeuge sind heute mit jeder Menge Elektronik ausgestattet, die potentiell angreifbar ist. Diese Elektroniksysteme, etwa für die Unterhaltung oder die Steuerung des Wagens, sind zwar theoretisch voneinander getrennt, hängen aber in der gleichen „Umgebung“.

          Deshalb ist es theoretisch möglich, vom einen auf das andere System überzugreifen. Schon heute greifen Werkstätten zum Aufspielen von Updates auf die Steuerungselektronik von Autos zu. Dazu müssen sie ihre Rechner (noch) per Kabel mit dem Auto verbinden. Es hat allerdings schon Versuche gegeben, bei denen Hacker erfolgreich per Fernsteuerung Autos übernommen haben.

          „Schwere Unfälle und Todesfälle“

          Zwei der bekanntesten Hacker sind die beiden Amerikaner Charlie Miller und Chris Valasek. Ihnen ist es im Juli 2015 gelungen, sich in die Unterhaltungselektronik eines Jeep Cherokee zu hacken. Sie schleusten einen Virus ein, der vorgab, Teil des Systems zu sein. Mit diesem konnten sie dann auf die Steuerung des Wagens und auch auf die Bremsen zugreifen. Hersteller Fiat Chrysler brauchte acht Monate, um einen Patch – also eine Korrektur der Software – zu entwickeln, und musste 1,4 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten zurückrufen, um das Update aufzuspielen.

          „Vorteil“ eines tödlichen Angriffs per Hack statt per Drohne wären nicht nur niedrigere Kosten, sondern auch, dass er für Außenstehende sehr schwer nachzuvollziehen wäre. „Vorstellbar sind solche Angriffe durchaus“, sagt Michael Waidner, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie, gegenüber FAZ.NET. Auch der Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Arne Schönbohm, warnt vor „schweren Unfällen und Todesfällen“.

          Je stärker Fahrzeuge vernetzt sind, desto anfälliger sind sie für Angriffe von außen. Nach einer Studie von EY sollen im Jahr 2025 rund 100 Millionen Fahrzeuge auf der Welt mit dem Internet verbunden sein. Viel Angriffsfläche also für Hacker.

          Quelle: FAZ.NET

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