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Industrie 4.0 : Das unbekannte Internet der Dinge

Neue Produktionswelt: Bei Wittenstein scannt ein Mitarbeiter des Antriebsspezialisten mit einem Tabletcomputer den Barcode an einer Maschine. Bild: dpa

Die Industrie wird immer digitaler. Aber mit dem Oberbegriff „Industrie 4.0“ kann jeder zweite Entscheider noch nichts anfangen. Diese Revolution zu vernachlässigen ist äußerst sträflich – und angesichts der Geschwindigkeit des Wandels erstaunlich.

          Das Internet der Dinge kommt. Aber viele Unternehmen wissen nach wie vor nicht, was sie damit anfangen und wie sie sich darauf einstellen sollen. Jeder zweite Entscheidungsträger in der Industrie in Deutschland, Österreich und der Schweiz hat noch nichts von dem Begriff „Industrie 4.0“ gehört, der das Phänomen der digitalen Vernetzung von Wertschöpfungsketten anschaulicher machen soll. Rund ein Viertel kennt zwar den Begriff, weiß aber nicht genau, was darunter zu verstehen ist. Und nur ein Viertel kennt auch die mit Industrie 4.0 verbundenen Veränderungen genau.

          Carsten Knop

          verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung und Unternehmen.

          Diese Erkenntnisse gehen aus einer Umfrage des Informationstechnologie -Dienstleisters CSC unter 900 Entscheidungsträgern in Deutschland, Österreich und der Schweiz hervor. Dabei stehen die Deutschen zwar etwas besser da als ihre Nachbarn. Aber auch hierzulande haben 40 Prozent der Entscheider noch nichts von Industrie 4.0 gehört. In Österreich sind es mehr als die Hälfte und in der Schweiz sogar 60 Prozent der Befragten. Die Entwicklung in Richtung einer „vernetzten Fabrik“ wird zwar als wichtig für die Wirtschaft des eigenen Landes gesehen, doch nur vier von zehn Unternehmen fühlen sich darauf vorbereitet. Nur ein Viertel denkt, dass es für den Übergang zur Industrie 4.0 genügend Fachkräfte im eigenen Land gibt, was noch zu einem gravierenden Problem werden könnte. Und 84 Prozent fühlen sich zu den Chancen und Risiken von Industrie 4.0 zu wenig informiert.

          Gerade in Europa sollen die IT-Abteilungen auf den neuesten Stand gebracht werden

          Etwas besser ist die Lage, wenn man die in ihren jeweiligen Unternehmen tatsächlich für die Informationstechnologie (IT) verantwortlichen Manager befragt, was CSC ebenfalls jüngst getan hat: Gerade in Europa drängt dieser Personenkreis derzeit besonders stark darauf, die jeweiligen IT-Abteilungen auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Dabei geht es vor allem darum, die bestehenden Systeme sicherer zu machen und an moderne Cloud-, Mobilitäts- oder Analysefunktionen anzupassen. Das sind die Ergebnisse des sogenannten „Global CIO Survey“. Rund 600 Chief Information Officer (CIO), IT-Direktoren und IT-Manager aus Unternehmen in Nordamerika, Europa und Asien wurden für diese Studie befragt. Ausgewählt wurden keine kleinen Unternehmen: 46 Prozent der teilnehmenden Gesellschaften beschäftigen mehr als 3000 Mitarbeiter.

          Auch hier steht bei den Investitionsplanungen das Internet der Dinge beziehungsweise die Industrie 4.0 damit zwar noch nicht im Vordergrund. Das Thema spielt unter den IT-Verantwortlichen in allen europäischen Ländern aber doch eine erheblich größere Rolle als zum Beispiel in Amerika: Während in Europa und Asien rund 70 Prozent der IT-Leiter die „Machine-to-Machine-Anwendungen“ für besonders wichtig halten, sind es in Nordamerika weniger als die Hälfte (34 Prozent). Nur rund jeder fünfte IT-Leiter in Nordamerika hält diese Entwicklung für einen strategischen Treiber des Geschäftserfolgs. Ganz im Gegenteil ist dort sogar jeder dritte Entscheider der Meinung, das Internet der Dinge lenke von den Kernzielen einer erfolgreichen Geschäftsführung ab. In Europa und Asien teilen nur 11 Prozent diese Auffassung.

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