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Watson : Der Supercomputer hat schon 10.000 Mitarbeiter

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Pepper heißt der muntere Roboter von Watson, mit dem Besucher der Cebit in Hannover dieses Jahre sprechen konnten. Bild: AFP

Vor fünf Jahren gewann der IBM-Computer Watson spektakulär die Quizshow „Jeopardy!“. Nun hat er deutlich wichtigere Aufgaben.

          Es war vor fünf Jahren, als die beliebte Quizsendung „Jeopardy!“ einen besonderer Wettstreit ausgetragen hatte: Nicht nur Menschen traten in diesem Wissens-Duell gegeneinander an, dabei war auch ein neues Computerprogramm aus dem Hause IBM namens Watson. Das Programm besiegte seine menschlichen Gegenspieler deutlich, die zuvor wiederum selbst vielfach das Quiz gewonnen hatten.

          Watson ist seither immer bedeutender geworden – auch für IBM. In diesem mit Künstlicher Intelligenz befassten Bereich beschäftigt der amerikanische Konzern mittlerweile rund 10.000 Mitarbeiter, berichtet die „New York Times“. IBM hat demnach Milliarden in das Projekt investiert.

          Und der Konzern hat auch mit Werbung nicht gegeizt: Die Tennisspielerin Serena Williams warb schon für ihn. Und auch der gerade mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnete Sänger Bob Dylan. In der Unterhaltung zwischen Watson und Dylan sagte der Computer schließlich: „Meine Analyse zeigt, dass deine Hauptthemen sind, dass die Zeit vergeht und Liebe erblasst.“

          Ein Milliardenmarkt

          Die IBM-Führung versucht nun, die Fähigkeiten von Watson nicht nur weiter zu steigern, sondern immer mehr auch zu Geld zu machen. Ein neues, ab diesem Montag bestehendes Angebot kommt aus dem Bereich der Genetik, schreibt die „New York Times“.

          Dafür arbeitet IBM mit dem Medizin-Unternehmen Quest Diagnostics zusammen, es geht um Gen-Sequenzierung und Diagnostik. Einkaufen können Ärzte oder Kliniken das Angebot demnach als Cloud-Dienst, es eigne sich zur Unterstützung in Krebstherapien. „Das ist eine breit angelegte Kommerzialisierung von Watson im Bereich der Onkologie“, wird John Kelly zitiert, ein Forschungschef von IBM.

          Nach Analysten-Schätzungen kann Watson schon in wenigen Jahren für einen zweistelligen Milliardenumsatz stehen.

          Diese Technologie ermögliche es, individuell zugeschnittene Therapien Millionen an Krebs leidenden Menschen zugänglich zu machen. Und nicht nur einer vergleichsweise kleinen Zahl von Menschen an elitären medizinischen Zentren, die auf Genetik spezialisiert sind.

          Dass Künstliche Intelligenz Einzug in immer mehr Gebiete halten wird und ein stark wachsender Markt ist, gilt nicht nur unter Fachleuten als ausgemacht. Dieser Markt, wenn man ihn als mit Künstliche Intelligenz zusammenhänge Hardware, Software und Dienstleistungen erfasse, habe schon heute ein Volumen von 8 Milliarden Dollar und werde bis auf 47 Milliarden Dollar im Jahr 2020 wachsen, schätzt das Analysehaus IDC. Heute ähnele Künstliche Intelligenz dem Internet Mitte der neunziger Jahre: Etwas, das für sich besteht, aber schließlich in viele Produkte und Dienste integriert sein werde. „Dahin bewegen wir uns - Künstliche Intelligenz überall“, sagt IDC-Experte Frank Gens der „New York Times“.

          Für das Geschäft mit Watson, das IBM nicht eigens ausweist in seiner Bilanz, gehen Analysten der UBS von 500 Millionen Dollar Umsatz aus - und einem schon zweistelligen Milliardenbetrag in wenigen Jahren.

          Woher sich die Hoffnung der IBM-Manager dabei schöpft, zeigt ein Test an der North Carolina School of Medicine: Der Computer bekam 1000 Krebsdiagnosen von Ärzten zu “lesen“ - und in 99 Prozent der Fälle schlug er dieselbe Therapie wie die Onkologen vor. Und in 30 Prozent der Fälle kam der Computer auf eine Behandlungsoption, die dem menschlichen Arzt nicht eingefallen war. Mitunter schlug Watson auch eine Therapie auf Basis eines neuen Forschungs-Aufsatzes vor, das der Arzt noch nicht gelesen hatte, der Computer aber schon.

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