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Veröffentlicht: 03.05.2017, 15:23 Uhr

Neue Studie Stress durch Digitalisierung

Eine neue DGB-Studie betont den Stressfaktor durch Computer, Roboter und Co. Dabei sehen andere Untersuchungen nicht ganz so schwarz in Sachen Digitalisierung.

© dpa Kollege Roboter - eine Be- oder Entlastung?
 
Eine neue DGB-Studie betont den Stress durch die Digitalisierung. Andere Studien sehen nicht so schwarz.

Viele Arbeitnehmer fühlen sich durch die Digitalisierung in den Unternehmen gestresst und unter Zeitdruck gesetzt. Das ist das Ergebnis einer Sonderauswertung einer Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. 46 Prozent der Befragten gaben an, ihre Arbeitsbelastung habe aufgrund der Digitalisierung zugenommen. Die Ergebnisse beruhen auf einer repräsentativen Befragung von 9601 abhängig Beschäftigten im Jahr 2016.

54 Prozent berichten von einer gewachsenen Arbeitsmenge. 60 Prozent der von Digitalisierung betroffenen Arbeitnehmer klagen über Zeitdruck. Bei denen, die nicht digital arbeiten, seien es nur 51 Prozent, so der DGB. Von ständigen Unterbrechungen und Störungen berichten 69 Prozent der Befragten. Bei denen, die nicht digital arbeiten, sind es nur 36 Prozent.

Dabei arbeiten laut der Studie mittlerweile 60 Prozent der Beschäftigten in Deutschland nach eigenen Angaben in hohem Maße mit digitalen Mitteln. Nur insgesamt 26 Prozent der hochgradig digital Arbeitenden können Einfluss auf die Art und Weise des Einsatzes der digitalen Technik an ihrem Arbeitsplatz nehmen. Fast jeder Zweite fühlt sich der digitalen Technik sehr häufig oder oft ausgeliefert.

Barmer-Studie zeigt auch positive Effekte

Die Ergebnisse stellen allerdings nur einen Teil des Gesamtbildes dar. Eine ebenfalls aus dem Jahr 2016 stammenden Befragung der Krankenkasse Barmer mit mehr als 8000 Teilnehmern kam zu dem Ergebnis, dass die Arbeitnehmer der Digitalisierung überwiegend optimistisch gegenüberstehen. Die aus dem zunehmenden Einsatz der Technologien oft folgende Flexibilisierung der Arbeitszeiten habe positive Effekte auf die Erwerbstätigen, hieß es damals. Allerdings kam auch die Barmer-Studie zu dem Ergebnis, dass Einschlafschwierigkeiten, Kopf- und Rückenschmerzen, sowie ein Gefühl des Ausgebranntseins zugenommen hätten.

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) gab zudem Entwarnung hinsichtlich der Befürchtungen, dass die zunehmende Digitalisierung Arbeitsplätze vernichten könnte: Nicht weniger, sondern andere Jobs seien die Folge. Roboter und Software seien in Fabriken also keine Jobkiller, vielmehr werde durch sie lediglich ein Wandel in der Art zu arbeiten eingeläutet.

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Das IG Metall-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban sagte anlässlich der neuen DGB-Studienauswertung: „Die Digitalisierung kann einen Beitrag leisten zur Humanisierung der Arbeit, tatsächlich hält sie aber vielfach nur als Rationalisierung von oben Einzug in die Betriebe.“ Allerdings haben auch die  Gewerkschaften selbst in der Vergangenheit schon positive Seiten der Digitalisierung betont: „Bei allen Befürchtungen, die auch nicht unbegründet sind, gibt es auch Vorteile“, hatte der Landesbezirksleiter der IG Metall in Baden-Württemberg, Roman Zitzelsberger im April gesagt. Aufgaben in ungünstigen Körperhaltungen könnten durch Roboter unterstützt oder übernommen werden. „Wenn Menschen körperliche Einschränkungen haben - durch langes Arbeiten oder eine Behinderung -, können Roboter helfen.“

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