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Internet Bertelsmann sucht Käufer für Pixelpark

21.10.2002 ·  Die Düsseldorfer Unternehmensberatung Droege will Pixelpark ebenso wenig übernehmen wie Cap Gemini. Die Suche nach einem Käufer geht weiter.

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Bertelsmann ist weiter auf der Suche nach einem Käufer für seinen angeschlagenen Internet-Dienstleister Pixelpark. Die am Wochenende als möglicher Erwerber des 60-prozentigen Bertelsmann-Anteils genannte Düsseldorfer Unternehmensberatung Droege & Comp ist nicht mehr interessiert.

„Wir standen zwar in Verhandlungen, haben aber nicht gekauft. Wir werden auch nicht kaufen“, stellte eine Droege-Sprecherin klar. Die Verhandlungen seien seit längerem abgeschlossen. Einen Grund für das Scheitern nannte die Droege-Sprecherin nicht. Bertelsmann wollte sich zu den Berichten erneut nicht äußern.

Weg vom Internet

Der Gütersloher Medienkonzern will seit längerem seine Anteile an der mit anhaltend hohen Verlusten kämpfenden Berliner Pixelpark AG veräußern. Angestrebt wird dem Vernehmen nach der Erhalt des Unternehmens, allerdings mit deutlich geringerem Mitarbeiterstamm. Der künftige Mehrheitseigner werde im Bereich der Unternehmensberatungen gesucht.

Der seit Ende Juli amtierende neue Bertelsmann-Chef Gunter Thielen hatte erst in der vergangenen Woche bekräftigt, dass sich der weltweit fünftgrößte Medienkonzern nun vor allem auf die Stärkung seiner Kernbereiche konzentriere. Das Internet betrachte er dabei vorwiegend als Vertriebskanal, aber nicht mehr als eigenes Geschäft. Deshalb werde Bertelsmann auch seine verbliebenen BOL-Internetgesellschaften in Deutschland, den Niederlanden und Schweden verkaufen.

Cap Gemini nicht interessiert

Der IT-Berater Cap Gemini, der bereits frühere Pixelpark- Mitarbeitergruppen im Ausland übernommen hatte, hat abgewunken. „Wir sind nicht an Pixelpark interessiert“, erklärte ein Sprecher in Berlin. Eine Absage kommt auch vom Softwarekonzern SAP, der mit einem Vorstand im Pixelpark-Aufsichtsrat vertreten ist. „Wir kommentieren Marktgerüchte nicht“, sagte ein SAP-Sprecher. Branchenbeobachter halten einen SAP-Einstieg für unwahrscheinlich, da der Walldorfer Konzern eher an Technologie-Übernahmen interessiert sei.

Die Pixelpark-Aktie legte angesichts der Spekulationen am Montag an der Börse eine Achterbahnfahrt hin. Zu Handelsbeginn stieg sie um fast 16 Prozent, rutschte dann aber um mehr als acht Prozent ins Minus. Gegen Mittag pendelten Pixelpark dann wieder im Plus bei 1,55 Euro.

Keine Besserung in Sicht

Die Multimedia-Agentur Pixelpark war mit der allgemeinen Branchenkrise wirtschaftlich in Schwierigkeiten geraten. Nach jüngsten Unternehmensangaben brach der Konzernumsatz im abgelaufenen dritten Quartal um 30 Prozent ein, konkrete Zahlen dazu sollen Ende November bekannt gegeben werden. Auch im vierten Quartal sei keine Besserung zu erwarten, weshalb der Personalbestand von zuletzt gut 550 Mitarbeitern weiter reduziert werden solle.

Zudem geht das Unternehmen davon aus, das ursprüngliche Ziel, zumindest am Jahresende auf Quartalsbasis profitabel zu werden, nicht mehr erreichen zu können. Allein für das zweite Quartal hatte Pixelpark einen Nettoverlust von 11,8 Millionen Euro ausgewiesen, bei einer Gesamtleistung im Konzern von gerade noch zwölf (Vorjahr: 23,5) Millionen Euro.

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