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Internationale Klimakonferenz IEA fordert unterirdische Speicher für Kohlendioxyd

15.12.2004 ·  Die internationale Energieagentur (IEA) fordert höhere Investitionen in Forschung und Entwicklung als bisher. Nur so könne die globale Erwärmung begrenzt werden.

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Um die globale Erwärmung zu begrenzen, muß sehr viel stärker als bisher in die Forschung und Entwicklung investiert werden, um den Durchbruch neuer Techniken zu erreichen. Das hat der Exekutivdirektor der Internationalen Energieagentur (IEA), Claude Mandil, auf der UN-Klimaschutzkonferenz in Buenos Aires gefordert.

Da ein technologischer Durchbruch kurzfristig nicht zu erwarten sei, komme anderen Maßnahmen wie der Steigerung der Energieeffizienz, dem Ausbau regenerativer Energiequellen und der Nutzung der Kernenergie große Bedeutung zu. Mandil sagte, damit könne der Kohlendioxyd-Ausstoß in den OECD-Ländern bis zum Jahr 2030 indes nur um 16 Prozent gegenüber dem „Business as usual“-Szenario verringert, aber nicht auf ein nachhaltig verträgliches Niveau zurückgeführt werden.

Spürbare Emissionsminderungen erst Mitte des Jahrhunderts zu erwarten

Ihre Hoffnungen setzen die Wissenschaftler der Pariser Agentur unter anderem auf die Entwicklung von Wasserstoff- und Brennstoffzellen sowie auf die Speicherung von Kohlendioxyd in leeren Öl- oder Gasfeldern. Entsprechende Projekte gibt es bereits in der Nordsee vor der norwegischen Küste und in Kanada. In solchen unterirdischen Reservoiren könnten die globalen Emissionen „von Jahrzehnten oder gar Hunderten von Jahren“ gespeichert werden, heißt es in einer auf der Klimakonferenz vorgestellten IEA-Studie. Diese Technik könnte schon im Jahr 2015 Marktreife erlangen.

Spürbare Emissionsminderungen seien aber erst in der Mitte des Jahrhunderts zu erwarten. 2050 könnte mehr als ein Drittel der globalen Energieerzeugung mit entsprechenden Abscheide- und Speichereinrichtungen ausgerüstet sein, schätzt die IEA. Die Kosten, die derzeit 50 bis 100 Dollar je Tonne Kohlendioxyd betrügen, könnten bis zum Jahr 2030 etwa um die Hälfte gesenkt werden, was 1 bis 2 amerikanischen Cents je Kilowattstunde entspräche. Dafür müßten aber die Investitionen in Forschung und Entwicklung deutlich verstärkt und die globalen Ausgaben von derzeit 100 Millionen Dollar auf 500 Millionen Dollar im Jahr gesteigert werden, forderte Mandil.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace äußerte Zweifel an der Wirtschaftlichkeit solcher Projekte, die derzeit auch rechtlich unzulässig seien. Technologisch sei das Abscheide- und Speicherverfahren zwar bis 2015 machbar. „Die Frage ist nur, wie ökonomisch das dann ist. In zehn Jahren ist das noch viel zu teuer“, sagte die Klima- und Energieexpertin Gabriela von Goerne dieser Zeitung. Auch der Transport des Kohlendioxyds bis zur Küste und die Weiterleitung in die Ölfelder seien problematisch. „Da müßte eine unglaubliche Infrastruktur aufgebaut werden.“ Wollte die deutsche Energiewirtschaft nur ein Drittel ihres jährlichen Ausstoßes in die Nordsee einlagern, wären dies rund 100 Millionen Tonnen. Letztlich lenkten solche Projekte „von dem ab, was jetzt getan werden müßte“, kritisiert Goerne.

Quelle: nf. / Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.12.2004, Nr. 294 / Seite 13
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