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Gastbeitrag : Wie die Integration der Flüchtlinge gelingen kann

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Gute Einstiegshilfe? Putzen für einen Euro in der Kantine einer Erstaufnahmeeinrichtung. Bild: dpa

Mit Hilfe von Ein-Euro-Jobs will die Bundesregierung Flüchtlingen den Weg in Arbeit ebnen. Doch für den massenhaften sinnvollen Einsatz taugt das Instrument nicht. Die Alternative: „Integrationsarbeit“.

          In der Flüchtlingspolitik stand in den vergangenen Monaten die Frage im Vordergrund, wie die schiere Unterbringung und Registrierung der Menschen bewältigt werden kann. Die größte Herausforderung steht aber noch bevor. Ein großer Teil der Flüchtlinge wird dauerhaft bleiben oder zumindest vorübergehend geduldet werden. Die wenigsten werden einen schnellen Zugang zum Arbeitsmarkt finden. Wenn wir in der Integrationspolitik keine neuen Wege gehen, werden Hunderttausende leistungsfähiger und leistungswilliger Menschen über Jahre hinweg Leistungen aus den Sozialsystemen beziehen werden, ohne sich selbst und der aufnehmenden Gemeinschaft helfen zu können.

          Der Arbeitsmarktökonom Holger Bonin hat die realistischerweise zu erwartenden langfristigen Kosten der Aufnahme von einer Million Flüchtlingen kürzlich auf zwischen 110 und 220 Milliarden Euro geschätzt. Diese Kosten stehen einer Aufnahme notleidender Menschen keineswegs entgegen, sollten aber natürlich möglichst gering gehalten werden. Dazu kann versucht werden, auf der Ausgabenseite Mittel einzusparen oder auf der Ertragsseite Wege zu erschließen, dank derer die Zuwanderer ihren Hilfebedarf aus eigener Kraft reduzieren und der aufnehmenden Gesellschaft etwas zurückgeben können. Letzteres steht hier im Mittelpunkt.

          Negative Folgen bei anhaltender Untätigkeit

          Aus sozialwissenschaftlicher Sicht ist außerdem zu erwarten, dass eine anhaltende Untätigkeit der Flüchtlinge negative Folgen auf deren Integrations- und Beschäftigungsfähigkeit hat. Anhaltende unfreiwillige Untätigkeit wirkt sich negativ auf die psychische und physische Gesundheit der Betroffenen aus und bewirkt Resignationseffekte. Jüngste psychologische Studien zeigen darüber hinaus signifikante Effekte auf Persönlichkeitsveränderungen, die einer zukünftigen Beschäftigung entgegenstehen können. Das System der sozialen Mindestsicherung in Deutschland sichert die wirtschaftliche Existenz der von Arbeitslosigkeit Betroffenen weitgehend. Deutschland ist wohlhabend genug, diese Grundsicherung allen zu garantieren, die hier leben und hilfebedürftig sind.

          Der dauerhafte Bezug solcher steuerfinanzierter Hilfen muss jedoch die seltene Ausnahme bleiben und bei leistungsfähigen Mitbürgern auf möglichst kurze Zeiten reduziert werden. Wenn arbeitsfähige Flüchtlinge zu Beginn ihres Aufenthalts in Deutschland von Arbeit abgehalten werden, drohen jedoch Gewöhnungseffekte an den gegenleistungslosen Transferbezug.

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          Diskutiert wird hier die Idee der „Integrationsarbeit“: Sie bietet arbeitsfähigen Flüchtlingen eine breite Palette Tätigkeiten, erschließt ihnen unmittelbar sinnstiftende und integrationsfördernde Arbeit im Dienste der sie aufnehmenden Gemeinschaft. Da die Tätigkeiten der Integrationsarbeit im schlechtesten Fall kostenneutral für die öffentlichen Haushalte sein sollen und bestenfalls sogar Ersparnisse oder Einnahmen generieren, können alle arbeitsfähigen Flüchtlinge an solchen Maßnahmen teilhaben. Im Kern geht es darum, den Betroffenen Tätigkeiten zu eröffnen, in denen ein Wert geschaffen wird, für den auch eine Zahlungsbereitschaft der Bevölkerung besteht. Da die Versorgung der Flüchtlinge durch Sach- oder Geldleistungen im Rahmen des Asylbewerberleistungsgesetzes, durch Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe gewährleistet wird, sollen die in der Integrationsarbeit erwirtschafteten Leistungen und Entgelte prinzipiell nicht den Teilnehmern persönlich, sondern der sie unterstützenden Gemeinschaft zukommen.

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