Die Deutsche Bank hat ihren wichtigsten Hypothekenstreik in Amerika mit einer Vergleichs-Zahlung in Höhe von 202 Millionen Dollar beigelegt. Die amerikanische Tochter MortgageIT räumte in dem spektakulären Fall nach Angaben der Staatsanwaltschaft vom Donnerstag ein, sich mit falschen Angaben zu faulen Krediten den Zugang zu einem Regierungsprogramm erschlichen zu haben, das für Hypotheken bürgte. Damit setzt der scheidende Konzernchef Josef Ackermann seine Aufräumaktion fort, um das Haus im kommenden Monat besenrein an seine Nachfolger übergeben zu können.
Der Fall hatte vor einem Jahr großes Aufsehen erregt, weil die amerikanische Regierung selbst die Deutsche Bank vor den Kadi zerrte. Damals war von Kosten von bis zu einer Milliarde Dollar die Rede gewesen, weil die Regierung hohe Verluste geltend machte. Die Vereinigten Staaten hatten Deutschlands größtem Geldhaus vorgeworfen, bereits 2006 - vor der Übernahme von MortgageIT - von deren umstrittenen Praktiken auf dem Häusermarkt gewusst und den Kauf trotzdem durchgezogen zu haben. Daher erklärte die Regierung die Deutsche Bank für finanziell haftbar und forderte Schadenersatz und zusätzlich eine Geldstrafe.
Die Deutsche Bank hatte MortgageIT 2007 kurz vor dem Ausbruch der Finanzkrise geschluckt. Das Unternehmen war damals einer der größten Finanzierer von Hypotheken auf dem amerikanischen Häusermarkt. Die Deutsche Bank hatte argumentiert, viele der umstrittenen Fälle gingen auf die Zeit vor der Übernahme zurück und seien nicht absehbar gewesen. Die Regierung hielt dagegen, die Bank habe die strittigen Fälle bereits bei der Prüfung der Bücher von MortgageIT gesehen. Zudem habe das Geldhaus Zugang zu Schreiben gehabt, aus denen hervorgehe, dass MortgageIT nicht allen Zahlungsausfällen frühzeitig nachgegangen sei.
„Das unrechtmäßige Handeln ging nach der Übernahme von MorgageIT durch die Deutsche Bank im Januar 2007 nicht nur weiter, sondern wurde noch schlimmer“, hieß es in der Klageschrift. Die Regierung sprach im August von mehr als 39.000 Hypotheken, die MortgageIT zwischen 1999 und 2009 für das staatliche Bürgschaftsprogramm einreichte, von denen bis Mitte vergangenen Jahres gut 12.900 ausgefallen waren. Damals hieß es, der amerikanische Staat habe mit gut 368 Millionen Dollar für die Kreditausfälle geradestehen müssen.
Was sagt uns das?
Otto Meier (DerQuerulant)
- 11.05.2012, 00:22 Uhr
Peanuts ...
Sascha Rieger (JonasundderWal)
- 10.05.2012, 20:42 Uhr