Es herrscht wieder Goldgräberstimmung im Silicon Valley: Das Internetunternehmen Facebook zahlt die astronomische Summe von einer Milliarde Dollar für Instagram, den Anbieter einer Fotosoftware (App) für Handys und andere mobile Geräte, die zwar enorm populär ist, aber keine Umsätze bringt.
Offensichtlich zahlt Facebook hier einen strategischen Preis, denn mit betriebswirtschaftlichen Kennzahlen ist der Milliardenbetrag nicht zu rechtfertigen. Kurz vor dem Börsengang unterstreicht dieser teure Zukauf, dass Facebook selbst durchaus angreifbar ist. Facebook hat es zugelassen, dass in einem seiner ureigenen Kompetenzfelder - dem Austausch von Fotos - ein neuer Wettbewerber zu einem Massenphänomen aufgestiegen ist.
Der Zukauf soll Facebook nun dabei helfen, seine eigenen Schwachpunkte als Plattform für Fotos auszumerzen. Noch wichtiger dürfte für Facebook aber gewesen sein, dass Instagram nicht in die Hände des Rivalen Google gerät. Dessen sozialem Netzwerk Google Plus fehlt es noch immer an Zugkraft, ein Zukauf eines populären Dienstes wie Instagram wäre daher ein Coup gewesen. Die Instagram-Akquisition ist aus Facebook-Sicht in erster Linie ein Defensivmanöver.