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Insolvenzplan gefordert Washington will „chirurgischen“ Bankrott für General Motors

13.04.2009 ·  Die amerikanische Regierung hat General Motors einem Zeitungsbericht zufolge angewiesen, bis zum 1. Juni einen Insolvenzantrag vorzubereiten. Notfalls müsse das Unternehmen in einen „guten“ und einen „schlechten“ Teil aufgespalten werden. Opel gibt sich gelassen.

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Der um sein Überleben kämpfende Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) könnte im Sommer zahlungsunfähig sein. Laut der „New York Times“ hat die amerikanische Regierung das Unternehmen angewiesen, einen Insolvenzantrag zum 1. Juni vorzubereiten. Ziel sei ein „chirurgischer Bankrott“, bei dem GM in einen „guten“ und einen „schlechten“ Teil aufgespalten werde, berichtete die Zeitung unter Berufung auf mit den Plänen vertraute Personen. Neu ist nicht der Plan als solcher, sondern der Termin. Der marode Teil von GM mit unverkäuflichen Marken und Fabriken könne über mehrere Jahre abgewickelt werden (lesen Sie dazu auch Obamas Drohung mit dem B-Wort). Weder GM noch das Finanzministerium wollten sich dazu äußern. Eine mögliche Insolvenz bedeutet für Opel nach Unternehmensangaben keine Gefahr.

Der Insolvenzantrag solle schnell gestellt werden können, falls der Autobauer sich mit Anteilseignern nicht über den Tausch von etwa 28 Milliarden Dollar Schulden in Firmenanteile einigen könne, berichtete die Zeitung weiter. Offene Fragen gebe es auch in den Gesprächen mit den Gewerkschaften. Zuvor hatte die Regierung bereits den Druck auf die Gläubiger erhöht, weitere Zugeständnisse zu machen. Eigentlich sollten 90 Prozent der GM-Unternehmensanteile an die Gläubiger gehen. Dies wird laut „Wall Street Journal“ mittlerweile als zu großzügig angesehen.

Nach zwei Wochen wieder raus aus der Insolvenz

Ein überlebensfähiges, neu aufgestelltes Unternehmen soll nach Insiderangaben die Insolvenz schon nach zwei Wochen wieder verlassen, berichtete die „New York Times“. Der Rest von GM könne nach Einschätzung von Rechtsexperten und Regierung Staatsgelder von bis zu 70 Milliarden Dollar benötigen.

Die GM-Tochter Opel sieht in der möglichen Insolvenz der Mutter keine Gefahr für den deutschen Autobauer. Ein Opel-Sprecher sagte der dpa, das Unternehmen befürchte „im Rahmen der bis jetzt getroffenen Maßnahmen und der Geschäftsentwicklung im Falle einer Insolvenz“ keine Auswirkungen auf das Europa-Geschäft. Zuvor hatte der GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster bereits gesagt, eine mögliche Insolvenz von General Motors sei keine Gefahr für Opel. „Unsere Produktion und den Verkauf von Autos in Europa würde es nicht betreffen“, sagte er. So äußert sich auch der Eisenacher Opel-Betriebsratschef Harald Lieske: „Opel gehört zum gesunden Teil des Unternehmens. Wir haben die rechtliche Auffassung, dass dieser sogenannte chirurgische Bankrott keine unmittelbaren Auswirkungen auf uns hat“, sagte Lieske am Montag dem Sender MDR 1 Radio Thüringen.

Weitere Milliardenhilfen für GM hatte Präsident Barack Obama von zusätzlichen Einschnitten abhängig gemacht. Sein Ultimatum für einen neuen GM-Sanierungsplan läuft Ende Mai ab. Bislang hatte der Konzern unter anderem einen Schuldenabbau um fast die Hälfte und die Streichung weiterer 47.000 Jobs auf unter 200.000 weltweit angepeilt.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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