Das Filialnetz der insolventen Großbäckerei Müller-Brot wird von der Tochter des Firmengründers, Eva Müller, und dem Münchner Bäcker Franz Höflinger übernommen. Das teilte Insolvenzverwalter Hubert Ampferl am Donnerstag mit. Die Zukunft der Brotfabrik in Neufahrn steht dagegen noch nicht fest.
Später Zuschlag
Der vorherige Müller-Brot-Besitzer Klaus Ostendorf hatte die Produktion auf Anordnung der Lebensmittelaufsicht wegen Hygienemängeln im Januar schließen müssen und
Insolvenz angemeldet. Überraschend hatte der Gläubigerausschuss Müller-Brot vor einer Woche wieder an Ostendorf verkaufen wollen, aber das Geschäft platzte. Nun kommt das
zunächst unterlegene Angebot von Eva Müller und Höflinger zum Zuge.
Müller und Höflinger übernehmen zunächst 148 Filialen mit 435 Mitarbeitern, wie Ampferl mitteilte. Der Gläubigerausschuss habe einstimmig zugestimmt. Ab sofort würden die Filialen von den beiden Käufern beliefert. Der Kaufvertrag solle in Kürze geschlossen werden. Über den Preis sei Stillschweigen vereinbart worden.
„Der Verkauf stellt die Zukunft der Bäckerei als regional verankertes und auf Qualitätsprodukte konzentriertes Unternehmen nachhaltig sicher“, sagte Ampferl. Ziel der Investoren sei es, zunächst das Filialnetz zu sichern. Im zweiten Schritt solle über den Kauf der Brotfabrik in Neufahrn verhandelt werden. Voraussetzung hierfür sei, dass die Behörden die Produktion wieder freigeben.
Erleichterung bei der Gewerkschaft
Die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) reagierte in einer ersten Stellungnahmen positiv auf die neuen Eigentümer. „Wir freuen uns, dass die beiden das übernehmen“, sagte NGG-Geschäftsführer Freddy Adjan. Die Gewerkschaft biete ihre „Zusammenarbeit und Unterstützung“ an. Möglich seien zum Beispiel flexible Arbeitszeitmodelle.
Sorge mache den Arbeitnehmervertretern noch die Zukunft der Großbäckerei in Neufahrn. Dem bisherigen Eigentümer Klaus Ostendorf gehöre die wichtigste Produktionsanlage in der Brotfabrik ebenso wie die EDV-Anlage, sagte Adjan. „Ich hoffe, dass das auch noch klappen wird.“ Rund 700 der zuletzt rund 1100 Mitarbeiter sind seit dem Auslaufen des Insolvenzgeldes am vergangenen Wochenende freigestellt. Zahlreiche Kollegen hatten zuvor bereits selbst gekündigt.