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Insolvente Drogeriemarktkette 450 Schlecker-Frauen klagen gegen Kündigung

 ·  Sie wollen ihre Entlassungen nicht hinnehmen: Hunderte gekündigte Schlecker-Mitarbeiter sind schon vor Gericht gezogen. Bis zum Fristablauf rechnen die Gerichte mit weiteren Klagen, wie eine Umfrage zeigt. Dennoch scheint die Zahl kleiner als erwartet.

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Hunderte frühere Schlecker-Beschäftigte haben kurz vor Fristablauf rechtliche Schritte gegen ihre Entlassung eingeleitet. Einem ersten Trend zufolge gingen bis Anfang der Woche bundesweit rund 450 Kündigungsklagen bei Arbeitsgerichten ein, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab.

Endgültige Zahlen werden erst in den nächsten Wochen erwartet, wie mehrere Gerichte bekanntgaben. Erfolg könnten nach Expertenmeinung die Fälle haben, in denen ein Fehler bei der Sozialauswahl nachgewiesen wird. Ende März war im Zuge der Schlecker-Pleite mehr als 10.000 Mitarbeitern gekündigt worden, nachdem eine Auffanggesellschaft für diese gescheitert war.

„Da kommt wahrscheinlich noch mehr“

Besonders hoch war die Zahl der eingereichten Klagen bisher in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Berlin. Die Gerichte rechnen jedoch mit weitaus mehr Klagen gegen die insolvente Drogeriekette, da die dreiwöchige Frist zur Einreichung in den meisten Fällen erst an diesem Freitag (20.4.) abläuft. Zudem sammeln in manchen Orten Gewerkschaften die Klagen ihrer Mitglieder, um sie gebündelt an die zuständigen Arbeitsgerichte zu übergeben.

In Nordrhein-Westfalen ergab eine Abfrage bei den Arbeitsgerichten in Düsseldorf, Köln, Gelsenkirchen und Bonn bisher rund 80 Klagen von Entlassenen. „Da kommt aber wahrscheinlich noch mehr“, hieß es aus Köln. Im Südwesten gingen insgesamt bisher etwa 200 Klagen ein. Hinzu kämen möglicherweise Klägerinnen, die selbst einen Anwalt eingeschaltet hätten, sagte Janet Dumann von Verdi in Berlin.

Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz befürchtet für die Schlecker-Rettung, dass Klagen potenzielle Investoren abschrecken könnten. „Kündigungsschutzklagen dürften eher chancenlos sein, sie schaden jedoch der Investorensuche, damit auch den verbleibenden Arbeitsplätzen“, sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters.

Die Gewerkschaft Verdi hatte angekündigt, die entlassenen Mitarbeiter nicht zu rechtlichen Schritten ermuntern zu wollen. Nach Angaben der Bundesarbeitsagentur haben die entlassenen Beschäftigten gute Chancen, schnell wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Interesse an den Mitarbeitern zeigte zuletzt Schlecker-Konkurrent dm.

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