Die 11.000 vor der Entlassung stehenden Beschäftigten der Drogeriemarktkette Schlecker müssen bis zur letzten Minute um ihre Zukunft bangen. Zahlreiche Bundesländer waren am Montag noch zu keiner Zusage bereit, ob sie finanziell eine Transfergesellschaft absichern werden. Eine solche Gesellschaft würde als Übergangslösung die Betroffenen vor dem abrupten Fall in die Arbeitslosigkeit bewahren.
Die endgültige Entscheidung über die Gründung der Transfergesellschaft fällt an diesem Mittwoch. Dann entscheidet Baden-Württemberg, ob es mit einer Bürgschaft von rund 70 Millionen Euro in Vorleistung geht und damit den Weg für die Transfergesellschaft ebnet. Allerdings hatte Finanzminister Nils Schmid (SPD) die anderen Länder aufgefordert, schriftlich ihre Bereitschaft zu erklären, sich anschließend an den finanziellen Risiken zu beteiligen. Ein gemeinsames Vorgehen aller Bundesländer war zuvor gescheitert.
Ein von Baden-Württemberg beauftragter Gutachter ist für ein Überleben der insolventen Drogeriekette Schlecker äußerst skeptisch. Es sei „nicht gewährleistet“, dass sich innerhalb von sechs Monaten ein Investor finde, erklärt die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) in ihrer Studie, die der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart vorliegt. Auch ein Weiterbetrieb in Eigenregie sei angesichts der vielen unrentablen Läden „sehr herausfordernd“.
Für die 11.000 von Arbeitslosigkeit bedrohten Mitarbeiter der bereits geschlossenen 2200 Läden besteht aber dennoch Hoffnung auf eine Übergangslösung. Die Wirtschaftsprüfer halten das finanzielle Risiko für die Länder bei einer Kreditbürgschaft für die Schlecker-Transfergesellschaft für „noch vertretbar“.
Zwar seien die Risiken nicht unerheblich, da die Zukunft der Drogeriekette unsicher sei, erklärte PwC. Eine Rückzahlung der Kredite über Erträge aus dem laufenden Geschäft sei „mit hohen Unsicherheiten verbunden“. Aber es könnten die Gesellschaften in Spanien und Frankreich verkauft werden.
Die Länder sollen für einen Kredit von 70 Millionen Euro für die Transfergesellschaft bürgen. Das Stuttgarter Wirtschafts- und Finanzministerium hatte das Gutachten in Auftrag gegeben, um die Lage Schleckers zu klären. Baden-Württemberg ist bereit, für die Transfergesellschaft Starthilfe in Form einer Bürgschaft zu geben. Allerdings fordert das Land von den anderen Ländern bis Mittwoch schriftliche Erklärungen, dass sie sich an dem Risiko beteiligen.
Geldverschwendung II
Michael Meier (never1)
- 26.03.2012, 21:46 Uhr
Geldverschwendung
Burkhardt Brinkmann (Canabbaia)
- 26.03.2012, 20:41 Uhr
