01.10.2005 · Die Mobilfunkbranche ist hochinnovativ. Netzbetreiber entwickeln immer schnellere Datenübertragungen und erweitern so ihr Angebot.
Die Mobilfunkbranche ist hochinnovativ. Kaum ist eine Technik wie die schnelle Datenübertragung in den UMTS-Netzen im Markt eingeführt, wird schon die nächste Netzwerkgeneration vermarktet und an der übernächsten Version der Mobilfunkstandards geforscht. Die Anbieter lassen es sich nicht nehmen, jedes Mal eine neue Abkürzung zu erfinden. So folgt auf das inzwischen hinlänglich bekannte UMTS die nächste Stufe; Kürzel HSDPA: High Speed Downlink Packet Access.
Damit wird die Datenübertragung noch schneller. Während sich der UMTS-Nutzer mit 384 Kilobit in der Sekunde - immerhin die sechsfache ISDN-Geschwindigkeit - begnügen muß, wird HSDPA für einen Datendurchsatz von mindestens 1,8 Megabit sorgen und damit eine mittlere DSL-Geschwindigkeit bereitstellen. Im Labor werden sogar bis zu 14 Megabit erreicht.
So werden Dienste möglich, die bisher an den begrenzten Übertragungsraten gescheitert sind. Dazu gehört neben dem komfortablen Herunterladen von Musik die Übertragung von kleinen Filmen und auch eine verbesserte Videotelefonie. Von solchen Diensten versprechen sich die Anbieter große Wachstumschancen abseits der Sprachtelefonie. Die UMTS-Netze in Deutschland werden gerade von allen Betreibern mit HSDPA aufgerüstet. In der Branche rechnet man damit, daß zur Computermesse Cebit im März 2006 der Startschuß für diesen schnellen Mobilfunk erfolgen wird.
Nächster Schritt schon geplant
Auf der Seite der Endgeräte werden diese Dienste mit entsprechender Software unterstützt. Nicht umsonst integrieren die Handyhersteller inzwischen große Speichermöglichkeiten - zum Beispiel für Musikstücke oder digitale Fotos - in die Geräte, die so zu kleinen Alleskönnern werden. Schon heute sind die meisten Handys mit einer Kamera ausgerüstet und können den einfachen Digitalkameras Konkurrenz machen.
Die Branche plant schon den nächsten Schritt. In naher Zukunft werden die Geräte auch als Mini-Fernseher taugen. Allerdings ist noch nicht klar, ob sich die Übertragung der Videosignale über die UMTS-Netze durchsetzt oder ob die Handys einfach zu Empfängern eines breit ausgestrahlten, digitalen Fernsehsignals werden. Dieser Unterschied ist wichtig, da er die Wertschöpfungskette der Dienste definiert. Sollte sich ein frei ausgestrahltes Fernsehsignal für mobile Endgeräte durchsetzen, wären die Netzbetreiber im Übertragungsgeschäft außen vor. Ein Standard für diese Fernsehübertragung liegt schon vor. Auch hier wurde mit DVB-H (Digital Video Broadcasting for Handheld) ein weiteres Kürzel erfunden. Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 soll dieser Dienst in Deutschland starten.
Ein Knackpunkt all dieser Entwicklungen ist die Stromversorgung der Geräte. Dort gilt es die Balance zu wahren zwischen einem schnellen Prozessor im Handy, der für viele der neuen Dienste wie Spiele notwendig ist, und dessen Stromverbrauch. Ist der Prozessor zu langsam, kann er seine Aufgaben nicht richtig erfüllen. Ist er den Aufgaben gewachsen, verbraucht er zuviel Strom, und die Handybatterie ist innerhalb weniger Stunden leer. So treiben die Hersteller der Mobiltelefone auch andere Forschungsgebiete - wie die Batterieentwicklung - mit Vehemenz voran.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.386,25 | +0,69% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2535 | −0,05% |
| Rohöl Brent Crude | 107,09 $ | −0,16% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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